Berührende Momente heute bei der Staffel der Frauen in Finnland - Und Stille: Junger Biathlet in Charkiw getötet. Er wurde nur 19 Jahre alt


Ein großes Herz in den Farben der Ukraine hatte sie an ihren Augen-Sichtschutz beim heutigen Biathlon-Weltcup in Finnland geklebt: „Vielleicht ja können sie es sehen. Denn sie sollen wissen, wir denken an sie.“ Die berührenden Worte, die Franzi Preuß aus Albaching am heutigen Nachmittag ins ZDF-Mikro vor einem Millionen-Publikum an den TV-Bildschirmen sagte – sie gehörten heute zum Staffel-Rennen der Frauen in Kontiolahti. Ebenso wie viele andere zu Herzen gehende Bilder und Momente.


Noch vor wenigen Tagen bei der Olympiade hätten sie sich so gut unterhalten – die Juliia Dzhima aus der Ukraine und ich, sagte die Franzi. Die in Kiew geborene Biathletin Julija wurde vom Militär eingezogen und kämpft nun für die Freiheit. Und um ihr Leben.

Auf einer großen Leinwand waren vor dem Staffel-Start Bilder der ukrainischen Sportler im Biathlon zu sehen – und auch das Bild von Yevgeny Malyshev. Er startete noch vor wenigen Tagen im ukrainischen Biathlon-Jugendteam. Der junge Sportler ist bei den Kämpfen nahe seiner Heimatstadt Charkiw getötet worden, wurde berichtet. Er wurde nur 19 Jahre alt.

Eine Stille über der Biathlon-Familie.

Als die Gewinner-Staffel aus Norwegen mit Schlussläuferin Ingrid Landmark Tandrevold über die Ziellinie kam heute, da deutete die 25-Jährige auf ihr Stirnband, auf dem alle im ganzen Team Norwegen in großen Buchstaben geschrieben hatten:

NO WAR PLEASE. Mit einem Herz dahinter.

Viele Mannschaften setzten ein Zeichen in den Farben der Ukraine und immer wieder blendete die Kamera das ein:

Eine Teddybären-Familie, die im Schnee aufgebaut war. Umrahmt mit der ukrainischen und finnischen Fahne.

Schwer war es für die Biathletinnen, hochkonzentriert zu sein. Profi-Sport. Das deutsche Team war nach einem guten Rennen von Vanessa Voigt durch zwei Strafrunden von Vanessa Hinz ganz nach hinten zurückgefallen. Franzi Preuß vom SC Haag war als dritte Starterin dran. Sie zeigte eine gute Laufform und riskierte bei ihren schnellen Schießeinlagen viel, um aufholen zu können.

Liegend gelang es ihr bravourös, stehend brauchte die 27-Jährige zwei Nachlader und konnte zumindest als Zehnte übergeben an Schlussläuferin Denise Herrmann. Der Goldmedaillen-Gewinnerin von Peking gelang eine weitere Aufholjagd und sie lief damit die deutsche Staffel noch auf Rang vier.

Am Samstag folgt der Sprint der Frauen und am Sonntag der Verfolger. Beginn jeweils um 12.45 Uhr.

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