In nur einer Woche in Stadt und Landkreis Rosenheim - Trotz Meldeverzug wegen der Feiertage - Der Corona-Wochenbericht

Die Zahl der Omikron-Verdachtsfälle ist in unserer Region im Vergleich zur Vorwoche – da waren es noch 66 – deutlich gestiegen und liegt nun bei insgesamt 263. Zudem haben sich insgesamt 14 Fälle dieser Variante aufgrund von Genomsequenzierungen bestätigt. So heißt es am heutigen Mittwoch im Corona-Wochenbericht des Landratsamtes. Zu beachten ist dabei der Meldeverzug insgesamt der vergangenen Tage wegen der Feiertage.


Im hochsensiblen Bereich der Heime in Stadt und Landkreis seien die Krankheitsfälle bei Bewohnern und auch bei Mitarbeitern zwar weiter rückläufig, aber leider weiter auf hohem Niveau. Dabei sei der Anteil der positiv getesteten, vollständig geimpften Bewohner weiterhin hoch – so die Behörde heute. 

So gab es in der vergangenen Woche in 17 Alten- und Pflegeheimen insgesamt 35 Bewohner, die sich mit Corona infiziert haben:

24 davon waren vollständig geimpft = 69%,

acht waren nicht geimpft = 23%,

drei waren unvollständig geimpft.

Von neun Heimbewohnern, die ins Krankenhaus mussten, waren sieben geimpft und zwei ungeimpft, so das Gesundheitsamt.

Von 28 infizierten Mitarbeitern waren

14 nicht geimpft = 50%,

13 vollständig = 46%,

einer unvollständig geimpft.

Weiterhin bestehe ein dringender Bedarf für Nachhol- und Boosterimpfungen bei Bewohnern und Mitarbeitern, so der Appell.

Die Situation in den Kliniken:

Nach Aussage des Ärztlichen Leiters Krankenhauskoordinierung, Dr. Michael Städtler, sind die Belegungszahlen mit COVID-19 auf den Normalstationen und Intensivstationen etwas zurückgegangen. Die Belastung der Intensivstationen sei unverändert sehr hoch, vor allem habe die Belegung mit Notfallpatienten ohne COVID-Bezug zugenommen.

Ein gleiches Bild zeige sich im gesamten bayerischen Raum. Abverlegungen seien aber derzeit nicht erforderlich.

Die Lage auf den Intensivstationen im RoMed-Klinikverbund sei nach Aussage der Geschäftsführung extrem belastend, die Kapazitäten der COVID-Intensivbetten seien ausgeschöpft, das Personal befinde sich an der absoluten Belastungsgrenze. Planbare Eingriffe müssten verschoben werden.

Dem Gesundheitsamt wurden in der vergangenen Woche vier Personen gemeldet, die an Corona verstorben sind. Zwei der verstorbenen Personen waren in einem Heim betreut worden.

114 (letzte Woche 151) Corona-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 25 Patienten mit einem schweren Verlauf auf einer Intensivstation.

Die Inzidenz liegt mit Stand heute für die Stadt Rosenheim bei 250,04 (vor einer Woche bei 161,97) und für den Landkreis Rosenheim – wie heute bereits berichtet – bei 243,39 (vor einer Woche bei 211,68). Wegen der Meldeverzögerung durch die Feiertage kann die Zahlen-Bilanz unvollständig sein.

Bewertung des Infektionsgeschehens durch Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim:

Die 4. Welle liegt hinter uns. Die täglichen Fallzahlen haben sich seit dem Scheitel der Welle Ende November deutlich abgesenkt. Diese 4. Welle war die Welle mit den höchsten täglichen Fallzahlen und dem steilsten Anstieg in der Region während der ganzen Pandemie, eine Welle vornehmlich der Ungeschützten. Die Bettenbelegungen auf Normal- und Intensivstationen überstiegen die der 2. und 3. Welle. Auch die gemeldeten Todesfallzahlen an und mit COVID-19 zeigen einen deutlichen Gipfel. Wir befinden uns derzeit in einer Talsohle, ein weiteres Abfallen der Infektionsfälle ist nicht mehr zu erwarten.

Im Gegenteil, wir sehen, dass die 7-Tage-Inzidenz in Stadt und Landkreis seit dem neuen Jahr bereits wieder ansteigt. Allein gestern wurden dem Gesundheitsamt 185 neue Infektionsfälle gemeldet.

Die Zahl der Omikron-Verdachtsfälle ist in unserer Region im Vergleich zur Vorwoche deutlich gestiegen und liegt nun bei insgesamt 263 – zudem haben sich insgesamt 14 Fälle der besorgniserregenden Variante aufgrund von Genomsequenzierungen bestätigt.

Diese Entwicklung zeigt, dass die hochsteckende Variante Omikron bald die noch vorherrschende Delta-Variante ablösen wird. Wir erleben derzeit noch eine kurze Phase des „Luftholens“ bevor die Meldezahlen wieder in die Höhe schnellen werden.

Der Bundesgesundheitsminister und das Robert Koch-Institut äußern weiterhin ihre starke Besorgnis, dass es im Januar zu einer rasanten Verbreitung der Omikron-Variante in Deutschland kommen wird und damit schwere Verläufe bei Ungeschützten zunehmen werden. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem dramatischen Überlaufen der Intensivstationen jenseits der absoluten Kapazitätsgrenzen führen. Die Sorge ist umso mehr für unsere Region berechtigt, da die Impflücke in unserer Bevölkerung viel zu groß ist, als dass wir einen nennenswerten Einfluss auf die Hospitalisierungen erwarten könnten.

Jede Bürgerin und jeder Bürger ist daher aufgerufen, im Alltag weiterhin alle nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren und Reisen zu vermeiden. Sofern Kontakte nicht gemieden werden können, sollten Masken getragen, Mindestabstände eingehalten und die Hygieneregeln beachtet werden.

Gleichzeitig muss die Impfrate in der Region enorm gesteigert werden. Die Impfung ist für mich persönlich absolute ethische Verpflichtung. Da hilft kein Schönreden und kein Beharren auf der persönlichen Freiheit. Diejenigen, die noch für Argumente offen sind, müssen jetzt handeln und einen Impftermin zur Nachholimpfung und zur Boosterung vereinbaren“, sagt Dr. Hierl.

Impfungen:

Landkreis-Bilanz bislang laut Behörde: 62,69 Prozent durchgeführte Zweitimpfungen, 63,26 Prozent Erstimpfungen und 31,53 Prozent Auffrischimpfungen bezogen auf die Gesamtbevölkerung. ABER: Die Quote sei auch hier unvollständig und ungenau – es seien keine Impfungen enthalten, die in anderen Landkreisen/Städten durchgeführt wurden, keine betriebsärztliche Impfungen und seit Oktober 2021 keine Klinik-Impfungen – zudem werden auch Personen aus anderen Landkreisen/Regionen in Stadt und Landkreis Rosenheim geimpft … heißt es aus dem Gesundheitsamt heute im Wochenbericht.

„Nur etwas über 60 Prozent der Bevölkerung in Stadt und Landkreis sind vollständig geimpft. Die wöchentlichen Zuwächse bewegen sich nur im Zehntelprozentbereich. Das ist für einen nennenswerten Einfluss der Impfquote auf das Infektionsgeschehen viel zu gering“, mahnt hier Dr. Hierl.

Insgesamt sind bis zum 04.01.2022 in Stadt und Landkreis Rosenheim 117.994 Erstimpfungen, 115.062 Abschlussimpfungen (Zweitimpfung oder einfache Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson) und 46.235 Auffrischungsimpfungen durchgeführt worden. 8.271 Impfungen wurden an Sonderimpftagen durchgeführt.

Seit dem 13. Dezember wurden insgesamt 962 Kinderimpfungen im Impfzentrum Rosenheim durchgeführt.

Bis einschließlich 4. Januar 2022 haben niedergelassene Ärzte insgesamt 233.538 Erst-, Abschluss- und Auffrischungsimpfungen durchgeführt. Die Arztpraxen handeln unabhängig vom Impfzentrum Rosenheim.

Das Gesundheitsamt:

Jeder impfwillige Bürger ab zwölf Jahren erhält direkt nach der Registrierung die Möglichkeit zur Vereinbarung eines Impftermins im Impfzentrum. Auch Kinder im Alter von  fünf bis elf Jahren können mittlerweile im Impfzentrum geimpft werden. 

Auf diesem Weg ist eine Impfung mit einem überschaubarem zeitlichen Aufwand möglich. Weiterhin dürfen sich alle Bürger für die Impfung gegen COVID-19 unter www.impfzentren.bayern registrieren, ausnahmsweise auch telefonisch unter der Rufnummer 08031/ 365 8899.

Auf diesen Wegen können Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen vereinbart werden. Impfungen im Impfzentrum können aktuell ohne vorherige Terminvereinbarung durchgeführt werden. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, wird eine vorherige Terminvereinbarung allerdings empfohlen.

Das Impfzentrum Rosenheim ist nun täglich von 8 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr (an Heilig-Drei-König lediglich von 8 bis 17 Uhr), geöffnet. Ab dem 15.12.2021 steht die Inntalhalle wieder als Impfzentrum mit zusätzlichen Impfstraßen zur Verfügung, sodass nach der Registrierung in „BayIMCO“ zeitnah neue Impftermine (Zeitrahmen ein bis zwei Wochen) zur Verfügung stehen.

Wie berichtet, mussten sämtliche Sonderimpftage ab der Kalenderwoche 49 bis Weihnachten abgesagt werden. Aktuell finden wieder Sonderimpftage statt. Sobald Termine geplant sind, werden diese wie bisher auf der Homepage des Landkreis Rosenheim veröffentlicht und können unter https://www.landkreis-rosenheim.de/impfzentrum-loretowiese/?findTab=#impfzentrum-loretowiese-sonderimpftage eingesehen werden.

Der QR-Code für den digitalen Impfnachweis ist weiterhin in teilnehmenden Apotheken (www.mein-apothekenmanager.de) erhältlich.

Gegebenenfalls auftretende Nebenwirkungen (unerwünschte Wirkungen von Impfstoffen) nimmt das Paul-Ehrlich-Institut über die App „SafeVac 2.0“ und unter https://nebenwirkungen.bund.de/nw/DE/home/home_node.html entgegen.

Die Fallzahlen der Gemeinden: