Im Landkreis gestoppt: Eine Familie saß in einem Pkw, zehn weitere Afghanen saßen in einem Reisebus - Alle kamen aus Italien


Am Wochenende hat die Rosenheimer Bundespolizei Ermittlungen gegen insgesamt drei Männer aufgenommen. Eine vierköpfige Familie aus Afghanistan sowie zehn weitere afghanische Staatsangehörige waren nach Deutschland geschleust worden.


Die 14 Afghanen waren zuvor mit italienischen Militärflugzeugen aus Kabul evakuiert worden.

In Italien wollten sie nicht bleiben. Auf der A93 nahe Kiefersfelden gerieten sie im Landkreis mit ihren Schleusern in die Grenzkontrolle.

Bundespolizisten stellten bei der Überprüfung der Insassen eines in Italien zugelassenen Autos fest, dass sich lediglich der irische Fahrer ordnungsgemäß ausweisen konnte.

Die afghanische Familie, die er beförderte, hatte keine Papiere für den beabsichtigten Aufenthalt in der Bundesrepublik.

Der Vater gab an, dass er zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern zu Verwandten in Niedersachsen fahren wolle. Er habe kein Interesse, mit seiner Familie in Italien zu bleiben, wo er nach seiner Evakuierung aus Kabul gelandet und als Asylsuchender registriert worden wäre.

Der irische Fahrzeugführer erklärte, dass er den afghanischen Migranten bei ihrem Reisevorhaben lediglich helfen wollte. Er wurde von den Beamten wegen des Verdachts des Einschleusens von Ausländern vorläufig festgenommen und angezeigt.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen konnte der 51-Jährige seine Autofahrt allein fortsetzen.

Die beiden erwachsenen Afghanen wurden wegen ihres illegalen Einreiseversuchs angezeigt und anschließend mit ihren Kindern einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet.

In einem italienischen Reisebus trafen die Kontrollbeamten der Bundespolizei auf zehn Afghanen, die über keine gültigen Reisedokumente verfügten. Auch sie waren eigenen Angaben zufolge zuvor mit einem italienischen Militärflugzeug aus Kabul evakuiert worden.

Offenkundig kam für sie ebenfalls kein Aufenthalt in Italien in Frage, obwohl sie dort zuvor jeweils ein Asylgesuch gestellt hatten.

Begleitet wurde die zehnköpfige Gruppe von einem 30-jährigen Afghanen, der sich mit einem deutschen Flüchtlingspass ausweisen konnte und einem 46-jährigen Deutschen, der in Kunduz geboren worden war.

Ersten Erkenntnissen der Bundespolizei zufolge hatten sie die Busreise organisiert.

Der deutsche Begleiter räumte ein, die zehn Tickets für die Fahrt nach Norddeutschland gekauft zu haben. Die beiden mutmaßlichen Schleuser wurden angezeigt. Ihre „Reisegruppe“ konnte vorerst in einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge untergebracht werden. Sie müssen wegen ihrer illegalen Einreiseversuche mit Verfahren rechnen.