... und 50 Prozent mehr Drogen-Delikte - Verbreitung pornografischer Schriften versechsfacht - Bilanz 2020 der Polizei Wasserburg



50 Prozent mehr Drogen-Delikte und 30 Prozent mehr schwere Gewalttaten sowie eine Verbreitung pornografischer Schriften, die sich versechsfacht hat. Das sind die besonders negativen Fakten in einer aktuellen Täter-Bilanz der Polizei Wasserburg zur Sicherheitslage im vergangenen Pandemie-Jahr 2020. Die Polizei hat jetzt den Bericht an die Bürgermeister der Stadt Wasserburg sowie der elf weiteren Gemeinden des Dienstbereiches verschickt und darin über die Kriminalitätsentwicklung und Verkehrslage des vergangenen Jahres informiert. Positiv: Die Zahl der Wohnungs-Einbrüche ging um fast 50 Prozent zurück. Negativ: Die Zahl der Radl-Diebstähle und der Auto-Diebstähle im Raum Wasserburg hat sich nahezu sowie mehr als verdoppelt im vergangenen Jahr …


Mit den Gemeinden

Albaching, Amerang, Babensham, Edling, Eiselfing, Griesstätt, Pfaffing, Ramberg, Rott, Schonstett, Soyen und der Stadt Wasserburg

betreut die Polizei Wasserburg rund 46.000 Einwohner

auf 321 qkm-Dienstbereichsfläche.

Zur Anzahl der Bürger kommen noch etwa 42.000 zugelassene Fahrzeuge im Dienstbereich.

Kriminalitätsentwicklung

Im Jahr 2020 wurden im Dienstbereich der Polizei Wasserburg insgesamt 1.390 Straftaten (2019: 1.279) in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um 111 Straftaten oder 8,7 Prozent.
Die Aufklärungsquote war mit 74,6 % (Vorjahr 75 %) nach wie vor auf gleich hohem Niveau, so die Polizei Wasserburg erfreut. Somit wurden von den 1.390 Straftaten 1.037 aufgeklärt.
Als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung dient die Häufigkeitszahl, die im Dienstbereich der Polizei Wasserburg bei einem Wert von 3.027 pro 100.000 Einwohner (2019: 2.800) lag.
2020 wurden 818 Tatverdächtige (2019: 739) ermittelt. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 204 oder 24,9 Prozent – ein Rückgang um fast zehn Prozent (2019: 33,7 %).
Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und heranwachsenden Tatverdächtigen lag zusammen bei 152 oder rund 18,6 %. (2019: 18,5 %). Somit liegt der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen bei 81,4 Prozent.
Die sogenannten Rohheitsdelikte, die neben den klassischen Gewaltdelikten wie Körperverletzung auch Raub und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, wie Nötigung, Freiheitsberaubung, Bedrohung und Nachstellung (Stalking) beinhalten, haben 2020 um zehn Prozent zugenommen (2020: 329 – 2019: 299).
Die einfache Körperverletzung ging dabei mit 161 Taten geringfügig zurück (- 1,8 %).
Bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung ist jedoch eine Zunahme von 14 Fällen auf 60 Taten (46 im Vorjahr) zu melden – eine Steigerung um gleich 30,4 Prozent!

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen von 25 auf 39 Anzeigen (+ 56 %) zu. Der Schwerpunkt lag dabei bei der Verbreitung pornografischer Schriften mit 18 Taten zu drei im Vorjahr. Es konnten alle Sexualstraftaten aufgeklärt werden.
Die Rauschgiftkriminalität hat mit 121 Fällen zu 80 im Vorjahr um 51,3 % zugenommen. Mit erfolgreichen Kontrollen und Ermittlungsverfahren konnte damit das sogenannte Dunkelfeld weiter aufgehellt werden.
2020 gab es 29 sogenannte Widerstände und tätliche Angriffe gegen Vollstreckungsbeamte. Im Vorjahr waren es noch 26 Delikte (+ 11,5%)
Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Diebstähle insgesamt um 3,5 % leicht zurückgegangen (2020: 249 – 2019: 258).
Sonstige einfache Diebstähle nahmen um 8 % zu (2020: 175 – 2019: 162), während schwere Diebstähle hingegen um 22,9 % abnahmen. (2020: 74 – 2019: 96).
In dieses Segment fallen die schweren Diebstähle in/aus Diensträumen/Büros/ Werkstätten, der mit sieben Fällen um drei Taten zum Vorjahr zurückgingen.
Der Wohnungseinbruchs-Diebstahl hat sich 2020 ebenfalls erfreulich entwickelt. Wenn gleich jeder Einbruch in den privaten Wohnbereich ein Einbruch zu viel ist, kann ein Rückgang um 47,7 Prozent (2020: 10 – 2019: 19) verzeichnet werden.
Beim schweren Diebstahl in/aus Keller, Speicher gab es fünf Fälle, ein Rückgang um sechs Fälle zum Vorjahr.
Bei den Diebstählen sind jedoch Zunahmen beim Fahrraddiebstahl um zwölf Fälle (2020: 30 – 2019: 18), Diebstahl von Kraftwagen (2020: 7 – 2019: 3), Diebstahl von Krafträdern/Mopeds (2020: 2 – 2019: 1) und Ladendiebstählen (2020: 24 – 2019: 17) zu vermerken.
2020 stiegen Sachbeschädigungen insgesamt um 17,9 % (2020: 165 – 2019: 140). Es musste dabei eine Zunahme von Sachbeschädigungen an Kfz von 50 auf 56 Anzeigen (+ 12 %) verzeichnet werden.
Die Vermögens- und Fälschungsdelikte stiegen von 210 auf 221 Fälle erneut an (+ 5,2 %).
Der sogenannte Waren- und Warenkreditbetrug, der hauptsächlich im Online-Handel bzw. auch bei Online-Auktionsportalen zum Tragen kommt, nahm um 22 Anzeigen (61 zu 39 Taten im Vorjahr, + 56,4%) zu. Es muss jedoch dabei berücksichtigt werden, dass hierbei die aus dem Ausland verübten Taten nicht in der Inlandsstatistik erfasst sind
Der Gesamtschaden aller Delikte belief sich im Jahr 2020 auf 965.443 €. Im Vorjahr betrug die Schadenssumme 952.852 €.

Verkehrslage

Im Jahr 2020 ereigneten sich im Dienstbereich der Polizei Wasserburg 1.264 Verkehrsunfälle (2019: 1372). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies ein Rückgang um 108 Unfälle oder acht Prozent.
Eine Person wurde dabei getötet (2019: 3) und 241 verletzt (2019: 258).
In der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle sind 484 sogenannte Wildunfälle (Unfälle mit Wildtieren) beinhaltet.
181 Verkehrsunfälle wurden wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort (2019: 212) erfasst.
Als Hauptunfallursachen wurden „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Ein- und Anfahren“ verzeichnet.
Bei den Unfällen mit schweren Folgen ist immer noch der Konsum von Alkohol und berauschender Mittel eine sehr häufige Ursache. Von 66 festgestellten Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss endeten im Jahr 2020 29 mit einem Unfall. 37 Fahrten wurden durch Kontrollen rechtzeitig beendet, zwei konnten noch vor Fahrantritt unterbunden werden.