Tag des offenen Denkmals im Landkreis Traunstein: Schnaitseer Kirchen öffnen ihre Türen

Daneben öffnet der Förderverein Alt-Traunstein wie jedes Jahr traditionsgemäß von 11 bis 16 Uhr den Jackl-Turm am Traunsteiner Stadtplatz für Besucher. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf den Stadtplatz und die Landschaft.
In Schnaitsee können die drei Kirchen besichtigt werden, die den Ortskern optisch dominieren.
Die spätgotische, 1431 erbaute Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt überragt mit ihrem massiven Turm mit der Doppelzwiebel den Ort Schnaitsee. Nach der Barockisierung 1664-67 und vielen Umbauten der letzten Jahrhunderte erhielt der Innenraum bei der letzten Sanierung eine dem späten 18. Jahrhundert entsprechende Innenraumfassung. Hier dominiert der barocke Hochaltar mit dem Bild der Himmelfahrt Marias. Ein Rokokochorgestühl und Epitaphien aus Rotmarmor sind weitere sehenswerte Besonderheiten. Das Madonnenbild, um 1460 entstanden, war lange Zeit Ziel einer Wallfahrt nach Schnaitsee und steht heute in der Marienkapelle. Am Tag des offenen Denkmals können als einmaliges Angebot die Glockenstube, die Turmarchive und der Dachstuhl besichtigt werden. Die Führung durch Richard Hellmeier ist um 15:00 Uhr. Die Teilnehmerzahl muss wegen der beengten Räumlichkeiten möglicherweise begrenzt werden.
Die Friedhofskapelle St. Elisabeth wurde Ende des 15. Jahrhunderts im Verbund mit der Friedhofsmauer errichtet. Der charakteristische, im Vergleich zum Gesamtgebäude sehr große Spitzturm ist das Ergebnis des Wiederaufbaus im Jahre 1904 nach dem großen Dorfbrand von 1903. Der eher schlichte Kapellenraum wird geprägt durch seinen um 1700 gefertigten Altar mit einer Pietàgruppe und seitlichen Figuren der Anna selbdritt und der Hl. Elisabeth. Weiter finden sich ein Holzepitaph mit einer als Relief gestalteten Hiobsszene und ein Rotmarmorepitaph. Besondere Kunstwerke sind die Glasgemälde, seltene Beispiele dieser Gattung aus dem frühen 16. Jahrhundert in der Region. Auch das nördlich an die Kirche angebaute ehemalige Beinhaus mit seiner Wandmalerei, die eine Kreuzigungsszene zeigt, kann besichtigt werden.
Die Führung durch Richard Hellmeier ist um 14 Uhr.
Die Filialkirche St. Anna stand ursprünglich in freier Lage östlich außerhalb des Ortes. Weshalb so nahe bei der Pfarrkirche eine Filialkirche errichtet wurde, ist nicht bekannt. Auf die Bauzeit kann nach einer Datierung im Chorbogen auf das Jahr 1430 geschlossen werden. Die heute einheitlich weiße Raumfassung verdeckt frühere Ausmalungen. Möglicherweise im frühen 16. Jahrhundert entstand das große, von der Emporentreppe überschnittene Wandbild an der Langhaussüdseite. Schemenhaft noch erkennbar sind Kreuze mit einem Stadthintergrund. Der Hochaltar zeigt entsprechend dem Patrozinium Figuren der Hl. Anna sowie Maria mit Kind. Die Führung durch Richard Hellmeier ist um 11 Uhr.
Schaufenster

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