Amerang bis Vogtareuth: Sechs Kommunen im Landkreis haben die Hebesätze erhöht
Amerang, Großkarolinenfeld, Schechen und Vogtareuth haben jeweils um zehn Prozentpunkte erhöht – die Gemeinde Chiemsee sogar um 20 Prozentpunkte. Senkungen gab es keine: Sechs der 33 Kommunen in ganz Oberbayern, die im Vorjahr die Gewerbesteuer-Hebesätze erhöht haben, befinden sich im Landkreis Rosenheim, so die aktuelle Auswertung der IHK für München und Oberbayern zur Gewerbesteuer. Am stärksten drehte Breitbrunn am Chiemsee mit einem Plus von 35 Prozentpunkten an der Hebesatz-Schraube. „Augenmaß bei den Gewerbesteuern bleibt das A und O einer soliden Finanz- und Wirtschaftspolitik in den Gemeinden. Steigende Hebesätze erhöhen die Kosten für die Unternehmen und können Investitionen erschweren. In der aktuellen Dauerkrise mit ohnehin schon zahllosen Belastungen für die Unternehmen wäre das langfristig umso schädlicher für die Wirtschaft vor Ort“, sagt Andreas Bensegger, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Rosenheim.
Der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis stieg um zwei Prozentpunkte auf 344 Prozent und liegt nun knapp über dem Durchschnittswert aller 500 oberbayerischen Kommunen von 343 Prozent. Der Hebesatz der Stadt Rosenheim blieb konstant bei 400 Prozentpunkten.
Insgesamt nahmen die Kommunen im Landkreis Rosenheim im vergangenen Jahr über die Gewerbesteuer 201 Millionen Euro ein, rund 1 Million Euro mehr als im Jahr 2024. Von der angegebenen Summe müssen die Kommunen eine Gewerbesteuerumlage an Bund und Länder abführen, im vergangenen Jahr waren das fast 23 Millionen Euro. Die Netto-Gewerbesteuereinnahmen (nach Abzug der Umlage) standen 2025 für rund 39 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis. In der Stadt Rosenheim legten die Gewerbesteuereinnahmen 2025 auf 71 Millionen Euro zu, ein Plus von 23 Prozent. Davon gingen wiederum 6,5 Millionen Euro in die Bund-Länder-Umlage.
„Dass viele Gemeinden und Städte durch immer höhere Ausgaben finanziell unter Druck stehen, ist nachvollziehbar. Die Kommunen stehen vor einem schwierigen Spagat: Sie müssen ihre wachsenden Aufgaben finanzieren und gleichzeitig attraktive Standortbedingungen für Unternehmen sichern. Aus Sicht der IHK braucht es deshalb Lösungen, die sowohl die Handlungsfähigkeit der Kommunen als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken. Die Haushaltslöcher dürfen aber nicht auf dem Rücken der heimischen Unternehmen gestopft werden“, sagt Bensegger.
Oberbayerischer Spitzenreiter beim Gewerbesteuer-Hebesatz ist die Landeshauptstadt München mit 490 Prozent.
Den niedrigsten oberbayerischen Hebesatz von 230 Prozent veranschlagt neuerdings die Gemeinde Baierbrunn im Landkreis München.
Gesetzlich ist den Gemeinden bundesweit ein Mindesthebesatz von 200 Prozent vorgeschrieben, dieser Wert wird ab 2027 allerdings auf 280 Prozent steigen. Dies würde nach aktuellem Stand 13 Kommunen in Oberbayern betreffen, davon aber keine im Landkreis Rosenheim.
Basis der IHK-Auswertung ist der Stand der Gewerbesteuerhebesätze von 2025 – bereitgestellt durch das Bayerischen Landesamt für Statistik.
Schaufenster


Was bleibt denn den Kommunen außer der Gewerbesteuer? Die kommunalen Pflichtaufgaben kosten immer mehr, weil der „Staat“ immer mehr Kosten nach unten durchdrückt.
Von den Gemeinden muss der Landkreis finanziert werden und vom Landkreis der Bezirk.
Allen galoppieren die Kosten davon.
Nur die Bundesregierung hat das noch nicht kapiert.
Bei uns in Deutschland wird mittlerweile Geld überall hingeschoben, nur nicht da wo es im eigenen Land gebraucht wird.
Und dann wundert man sich über die Wahlprognosen für die AFD???