Hoodo Ibrahim für außergewöhnliches, gesellschaftliches Engagement gewürdigt

Im feierlichen Rahmen der Münchner Akademiker Plattform wurde jetzt die Rosenheimerin Hoodo Ibrahim (Foto) für ihr außergewöhnliches, gesellschaftliches Engagement gewürdigt.

Die examinierte Pflegefachkraft, die sich seit Jahren intensiv für Integration, Bildung und den interkulturellen Dialog einsetzt, erhielt den Integrationspreis der Institution im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik und Zivilgesellschaft.

Die Laudatio hielt die bayerische Landtagsabgeordnete Sanne Kurz von den Grünen, die Ibrahims Weg als eindrucksvolles Beispiel für Selbstbehauptung und Mut bezeichnete.

Hoodo Ibrahim, die 2014 als Geflüchtete aus Somalia nach Deutschland kam, hat neben ihrer fordernden Tätigkeit im Krankenhaus eine bemerkenswerte politische und soziale Laufbahn eingeschlagen. Sie engagiert sich unter anderem im Vorstand der Grünen in Rosenheim und setzt sich im Verein „Zeugen der Flucht“ für den Dialog an Schulen ein.

Sanne Kurz betonte in ihrer Rede die Vorbildfunktion der Preisträgerin:

„Hoodo Ibrahim baut Brücken, wo andere Mauern sehen. Sie ist das lebende Gegenmodell zu Ausgrenzung und Diffamierung. Sie zeigt uns allen: Wir gehören hierher, wir gestalten mit und wir übernehmen Verantwortung – im Beruf, in der Politik und im sozialen Miteinander für die Gesellschaft von morgen.“

Besonderes Gewicht erhielt die Verleihung durch die Würdigung seitens der Bayerischen Staatsregierung. 

Karl Straub, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, unterstrich den besonderen Charakter der Preisverleihung:

„Das Besondere hier ist, dass Menschen, die Zuwanderungsgeschichte haben, andere Menschen auszeichnen, die auch Zuwanderungsgeschichte haben. Also gerade nicht das Klassische, wo Menschen, die schon lange hier sind, das machen. Sondern man wird selbst aktiv, da wo Außergewöhnliches geleistet wurde.“

Hoodo Ibrahim, die Preisträgerin, sagt selbst:

„Die Auszeichnung hat mich sehr motiviert. Als Frau, als Rosenheimerin, als Afrikanerin – für meine Arbeit als Pflegefachkraft und meine Ehrenämter, sei es in der Politik oder in meinem Verein Zeugen der Flucht.

Einheit ist Stärke, Spaltung ist Schwäche.

Ich hoffe, diese Sichtbarkeit von Erfolg bringt viele dazu, sich zu engagieren. „

Ein zentrales Anliegen der Preisträgerin bleibt die Unterstützung ihres Vereins „Zeugen der Flucht“. Das Projekt gibt der abstrakten Debatte über Flucht und Migration ein Gesicht, indem es direkte Begegnungen zwischen Geflüchteten und Schülern ermöglicht.

Der Verein ist auf weitere Mitglieder und Spenden angewiesen, um diese wichtige Brückenarbeit fortsetzen zu können.

Hintergrund:

Die Münchner Akademiker Plattform ist ein Netzwerk von Akademikerinnen und Akademikern mit Migrationsgeschichte in Bayern, die sich für eine offene und gerechte Gesellschaft einsetzen, in der die Leistung aller gesehen wird. Der jährlich verliehene Preis ehrt Persönlichkeiten mit Zuwanderungsgeschichte, die sich trotz persönlicher Hürden in herausragender Weise für das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

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