Happy Birthday, Sparkasse Wasserburg

Happy Birthday, Sparkasse Wasserburg

Unter dem Motto „Oane von eich“ hat die Sparkasse Wasserburg gestern ihr 200-jähriges Bestehen mit einem feierlichen Festakt gewürdigt. Die Feierlichkeiten fanden genau dort statt, wo vor zwei Jahrhunderten die Geschichte der Sparkasse begann: im Wasserburger Rathaus.

Der Vorstandsvorsitzende Mischa Schubert hieß die zahlreichen Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft willkommen. In seiner Ansprache warf er die Frage auf, wie viele Banken er kenne, die heute noch am Ort ihrer Gründung ansässig seien – er kenne nicht viele. Schubert betonte die tiefe Verwurzelung der Sparkasse mit der Region: „Wir sind und bleiben oane von eich.“ Er erinnerte zudem an Joseph Heiserer, den Gründer der Sparkasse, ohne den es die Sparkasse heute nicht gäbe. Dessen Geschichte wurde den Gästen in einem Filmbeitrag nähergebracht. Neben den anwesenden Gästen begrüßte Schubert auch die drei ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Josef Forster, Richard Steinbichler und Peter Schwertberger.

Django Asül als Festredner

Da die eigentlich geladene Festrednerin, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, kurzfristig absagen musste, sprang Kabarettist Django Asül als „Oana von uns“ ein. In gewohnt humorvoller Manier und in roter Jacke erklärte er, dass er den Bayerischen Verfassungsorden erhalten habe und deshalb befugt sei, Ilse Aigner zu vertreten. Er stellte fest: „Auch wenn der Ministerpräsident oder Wirtschaftsminister gerne gekommen wären, ich bin da und zwar als oana von eich.“ Und das wiederum könne man laut Asül nur sein, wenn man etwas Gemeinsames habe. Denn, wo sich alle kennen, übernehme man auch gerne Verantwortung.

Er blickte scherzhaft auf die Historie der Sparkasse zurück und merkte an, dass eine Außenstelle wie Isen damals quasi als „Auslandsgeschäft“ gegolten habe – vergleichbar mit dem heutigen Malaysia. Ein 200-jähriges Bestehen gelinge nur, wenn man alles richtig mache. Das Erfolgsrezept liege darin, dass die Vorstandschaft vom Personal profitiere und umgekehrt. Für große Erheiterung im Saal sorgte auch seine Beschreibung der beiden Vorstandsmitglieder Mischa Schubert und Andreas Bonholzer, die aus „fremden Kulturen“, Oberfranken und Finsterwald, den Weg nach Wasserburg gefunden hätten. Abschließend blickte Django Asül bereits mit Vorfreude auf die 225-Jahr-Feier am 1. Oktober 2051.

Anerkennung durch Sparkassenverband und Politik

Stefan Proßler, Vizepräsident des Sparkassenverbandes Bayern, gratulierte herzlich und betonte, die Sparkasse Wasserburg könne voller Stolz auf das zurückblicken, was seit 200 Jahren geleistet wurde. Der Slogan „Oane von eich“ sei exzellent gewählt, da er für Vertrauen stehe, was sich auch in der stets erstklassigen Kundenzufriedenheit widerspiegle. Das Entscheidende seien die Menschen und vor allem die Mitarbeiter.

Bürgermeister Bastian Wernthaler, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates, stellte heraus, dass in Wasserburg die Uhren anders ticken. Die Frage, ob eine Stadt mit 13.000 Einwohnern eine eigene Sparkasse brauche, beantwortete er mit einem klaren „Ja“. Die Sparkasse sei ein wichtiger Identitätsfinder und fest im Leben der Stadt verankert – so gebe es vermutlich fast kein Kind, das nicht schon mit einem Trikot der Sparkasse im Sport aufgelaufen sei. Die Sparkasse fördere Kultur sowie Sport und sei ein extrem wichtiger Partner und Arbeitgeber. „Ohne die Sparkasse wäre Wasserburg nicht Wasserburg“, so Wernthaler.

Landrat Otto Lederer, Vorsitzender des Verwaltungsrates, gratulierte ebenfalls und nannte das Jubiläum sehr bemerkenswert. „Die regionalen Betriebe brauchen einen verlässlichen Partner“, so Lederer. Das Motto „Oane von Eich“ sei ein Versprechen, Verantwortung für die Region zu übernehmen.

Glückwünsche kamen auch aus den Nachbarlandkreisen. Richard Fischer, stellvertretender Landrat des Landkreises Mühldorf, betonte, dass Sparen und Vermögensaufbau keine Frage des sozialen Hintergrunds sein dürften und eine Sparkasse nah am Menschen sein müsse. Hans Wiesmaier, stellvertretender Landrat von Erding, überbrachte Grüße des Landrats und rief dazu auf, das Jubiläum als Aufbruch in die Zukunft zu sehen. Starke Wurzeln sorgten dafür, dass der Sparkasse kein Wind etwas anhaben könne.

Ehrung für Altbürgermeister Michael Kölbl

Zum emotionalen Höhepunkt des Nachmittags wurde die Ehrung von Altbürgermeister Michael Kölbl. Stefan Proßler freute sich, dass sich Kölbl immer in „seine“ Sparkasse eingebracht und die Aufgaben stets mit Ruhe, Gelassenheit und hoher Verantwortung bewältigt habe. Die Eigenständigkeit der Sparkasse sei ihm stets ein wichtiges Anliegen gewesen. Kölbl, der selbst seit 1962 Kunde ist, damals startete er mit einer Einzahlung von fünf Mark, sollte eigentlich die Bayerische Sparkassenmedaille in Gold überreicht werden. Er entschied sich jedoch dazu, den Gegenwert der Medaille an die Friedensflotte Bayern zu spenden. Seinen Nachfolgern gab Michael Kölbl mit auf den Weg: „Passt mir weiterhin gut auf die Sparkasse und ihre Eigenständigkeit auf.“

Zwischen den Reden zeigten Einspieler das vielfältige gesellschaftliche Engagement der Mitarbeiter im Wasserburger Leben, wie etwa bei der Stadtkapelle oder den Schäfflern. Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von den Wasserburger Turmbläsern.

Ein Jahr voller Begegnungen

Vorstandsmitglied Andreas Bonholzer ließ in seinen Dankesworten das ereignisreiche Jubiläumsjahr Revue passieren, in dem es zahlreiche Aktionen wie das Sparkassen-Wirtschaftsforum, eine Landwirtschaftsveranstaltung, den Vortrag „China – Anspruch und Wirklichkeit“, den Sparkassentag am Frühlingsfest sowie Teamausflüge nach Innsbruck und Berlin gab. Auch lokale Aktionen, unter anderem eine Ostereiersuche,  das „Sporty Weekend“ und 200 Freigetränke bei den WM-Spielen mit deutscher Beteiligung fanden statt. „Das Jubiläum wird nicht mit Worten, sondern Begegnungen gefeiert“, so Bonholzer. Er dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen des Jubiläumsjahres beigetragen haben.

Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde bei einem Stehempfang auf den 200. Geburtstag der Sparkasse angestoßen.

TANJA GEIDOBLER / Bilder: BODMEIER

 

 

 

 

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