Von Herbst-Belebung nichts zu spüren

Von konjunkturellen Eintrübungen geprägt und somit von einem Rückgang nichts zu spüren: Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote zum Ende des Monats September bei 3,2 Prozent und somit genau gleich wie vor einem Jahr im September und nur 0,1 Prozent weniger als im Sommer-Monat August. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 4.927. Hier sind 3.072 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 21 mehr als im Vormonat.
Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.855 arbeitslose SGB II-Kundinnen und -Kunden - somit 45 weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.681 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.824 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Die Arbeitslosenzahl im gesamten Agenturbezirk ist lediglich leicht um 54
Betroffene auf 10.500 Personen zurückgegangen. Damit waren 250 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr, und die Arbeitslosenzahl war auch höher als in den Vorjahren im September. Die Arbeitslosenquote betrug wie im August 3,3 Prozent und lag damit um 0,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, Dr. Nicole Cujai, sagt zur aktuellen Lage:
„Auf dem Arbeitsmarkt lassen sich unterschiedliche Faktoren beobachten: Einerseits sind seit März mehr Stellenangebote gemeldet als im jeweiligen Vergleichsmonat des Vorjahres. Dies deutet darauf hin, dass Betriebe aus unterschiedlichen Bereichen neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen. Sie wollen sich in einer Zeit, in der der Arbeitsmarkt durch einen starken Wandel geprägt ist, richtig für die Zukunft aufzustellen.
Im September waren beispielsweise in den Berufsgruppen
Maschinen- und Fahrzeugtechnik,
Mechatronik-, Energie- und Elektro sowie Lebensmittelherstellung und -verarbeitung, Gebäude- und versorgungstechnische Berufe und Verkauf mehr
zu besetzende Arbeitsplätze gemeldet als vor einem Jahr.
Andererseits ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit im September insgesamt geringer ausgefallen als in der Vergangenheit und war lediglich bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen (-83) leicht zu verzeichnen. Die Arbeitslosenzahl ist bei den jungen Menschen unter anderem gesunken, da einige junge Frauen und Männer kurzfristig noch eine betriebliche Ausbildung begonnen oder eine Arbeit aufgenommen haben. Der Stichtag war in diesem Jahr der 14. September. Er lag damit vor Beginn des Schuljahres am Folgetag und der Studiengänge im Oktober.
Wir rechnen deshalb damit, dass die Arbeitslosenzahl bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen in den kommenden Wochen weiter zurückgehen wird. Insgesamt deutet die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt weiterhin darauf hin, dass Personal-Verantwortliche bei Neueinstellungen zurückhaltend agieren.“
Dr. Cujai wendet sich – wie jeden Monat – auch direkt an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber: „In Zeiten des Fachkräftemangels sind Betriebe gut beraten, sich jetzt Ausbildungs-Absolventinnen und -absolventen zu sichern. Die demographische Entwicklung spricht für sich: Wer heute keine Berufseinsteiger/innen einstellt, hat morgen keine erfahrenen Fachkräfte, die die Transformation der Arbeitswelt mitgestalten können.
Wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, können wir die Kontaktaufnahme und die Arbeitsaufnahme durch individuell passende Maßnahmen unterstützen: Dies kann eine Probearbeit sein, um sich
gegenseitig kennenzulernen, genauso wie ein Zuschuss bei Arbeitsaufnahme oder eine Qualifizierung am Arbeitsplatz. Diese ist auch für Beschäftigte möglich. Kontaktieren Sie Ihre Ansprechperson beim Arbeitgeberservice diesbezüglich oder rufen Sie die Kolleginnen und Kollegen unter der kostenlosen Servicenummer 0800 / 4 5555 20 an. Diese beraten gerne. Übrigens bieten wir auch Unterstützungen an, damit Sie ihre Mitarbeitenden über die Wintermonate weiter beschäftigen können, wenn in Ihrem Betrieb in dieser Zeit weniger Arbeit anfällt.“
Dr. Cujai nimmt den September, in dem für zahlreiche Kinder die Betreuung in der Kindertagesstätte oder in der Schule begonnen hat, auch zum Anlass, sich an die Eltern zu wenden, deren Betreuungssituation sich verändert hat, und erklärt:
„Vielleicht ist es Ihnen nun möglich, wieder in den Beruf einzusteigen.
Personalverantwortliche suchen Arbeits- und Fachkräfte wie Sie und wir stehen
Ihnen gerne beratend und unterstützend zur Seite, wenn Sie wieder in das
Arbeitsleben zurückkehren möchten. Wir haben bei der Agentur für Arbeit und bei den Jobcentern Bereiche, die darauf spezialisiert sind, zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zu Fragen rund um den beruflichen Wiedereinstieg zu beraten.
Zudem werden in den kommenden Wochen mehrere Veranstaltungen für Sie
angeboten. Informationen dazu finden Sie unter www.arbeitsagentur.de/rosenheim.“
Ein Blick auf den Ausbildungsmarkt
Anfang September haben viele junge Frauen und Männer eine betriebliche
Ausbildung begonnen. Doch gibt es nach wie vor Jugendliche, die noch nach einer Lehrstelle suchen – und wiederum Betriebe, die nach einer Auszubildenden und/oder einem Auszubildenden suchen.
Der Agenturleiterin ist es wichtig, dass die noch Suchenden
zusammenfinden, da in zahlreichen Berufen der sofortige Start in die
Ausbildung noch möglich ist. Sie wendet sich auch wieder direkt an die jungen Frauen und Männer, die noch einen Ausbildungsplatz suchen:
„Schreibt am besten gleich eine Mail an unsere Berufsberater (Mail:
Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de). Diese helfen bei der Suche
nach einem passenden Ausbildungsplatz und bei der Bewerbung. In diesem
Zusammenhang weise ich besonders auf die Vorzüge eines Praktikums hin. Dieses bietet die gute Möglichkeit, die berufliche Orientierung zu festigen und sich für eine Ausbildung in dem entsprechenden Betrieb zu empfehlen.
Ausbildungsplatzsuchende und Personalverantwortliche können sich unverbindlich kennenlernen und schauen, ob es fachlich und menschlich passt.
Gerne können sich auch Betriebe für ihre Ausbildungs- und Praktikumsstellen an die Ansprechpersonen beim Arbeitgeberservice wenden. Diese informieren auch über Unterstützungsmöglichkeiten während der Ausbildung, beispielsweise beim Berufsschulstoff oder im zwischenmenschlichen Bereich.“
Tipp:
Am 24. Oktober findet von 10 bis 16 Uhr in der Auerbräu-Festhalle in Rosenheim die „Karrieremesse – meine Zukunft!“ statt
(https://www.meinezukunft.ag/rosenheim). Auch hier sind Ansprechpersonen der Agentur für Arbeit vor Ort und stehen gerne für Fragen zur Verfügung.
Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:
Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent (Vormonat: 5,2 Prozent – September 2025: 5,1 Prozent). Derzeit sind 2.031 Bürgerinnen und Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kundinnen und -Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen um 9 auf 1.083. Für 948 arbeitslose SGB II Kundinnen und -Kunden, zwei weniger als im August, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.970 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.532 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im September eine
Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent auf (Vormonat: 2,7 Prozent – September 2025: 2,4 Prozent). Das entspricht 1.955 beschäftigungslosen Bürgerinnen und
Bürgern. Davon sind 1.312 Männer und Frauen, 29 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 643 Betroffene, 2 mehr als im August, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet.
Insgesamt betreut das Jobcenter 2.007 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.514 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.587 Bürgerinnen und Bürger arbeitslos
gemeldet, was einer Quote von 2,8 Prozent (Vormonat: 2,8 Prozent – September
2025: 2,9 Prozent) entspricht. Davon sind 1.068 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 13 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen und -Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 519 Menschen arbeitslos gemeldet, drei mehr als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.207 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 955 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/09/30/von-herbst-belebung-nichts-zu-spueren/
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