Einzigartige Amphibien: Alpensalamander

Einzigartige Amphibien: Alpensalamander

Nicht nur der Lebensraum, auch die Lebensweise des Alpensalamanders ist besonders, denn als einziges heimisches Amphib ist er lebendgebärend. Jetzt nach den Eisheiligen lockt ihn besonders warm-feuchtes Wetter aus seinen Verstecken. Die Verbreitung im Landkreis Rosenheim ist bisher nur teilweise dokumentiert. Die Gebietsbetreuung Rosenheimer Alpen möchte dies ändern und bittet um Mithilfe. Wanderer sind aufgerufen, Sichtungen der Tiere mit Foto und Standort an gebietsbetreuung.alpen@lra-rosenheim.de zu melden.

Der Alpensalamander lebt vorwiegend in den Alpen vom Rhonetal in der Schweiz bis zu den Julischen Alpen. In Deutschland kommt er nur in Südbayern und im äußersten Südosten Baden-Württembergs vor. Er bewohnt feuchte, kühle Bergmischwälder und fühlt sich auch in alpinen Grasflächen oder zwischen kleinen Sträuchern oberhalb der Baumgrenze wohl. Wichtig für ihn sind Felsspaltensysteme mit vielen Versteckmöglichkeiten und eine konstante Bodenfeuchtigkeit, die er individuell mit seinem Duft markiert. Große Wanderungen macht der Alpensalamander nicht. Das „Bergmandl“ ist extrem ortstreu. Sein Aktivitätsradius umfasst nur wenige Quadratmeter.

Der Alpensalamander ist einzigartig unter den heimischen Amphibien. Als Einziger legt er keine Eier, sondern bringt seine Jungen vollentwickelt zur Welt. Damit ist er unabhängig von Laichgewässern. Die Tragzeit beträgt zwei bis vier Jahre, ein Rekord unter den Landwirbeltieren., Die kleinen Alpensalamander mit einer Größe von nur vier bis fünf Zentimetern gehen dann ab Juni selbstständig ihres Weges. Die Geschlechtsreife erlangen die Weibchen erst mit ca. 5 Jahren. Bei einer Lebenserwartung von etwa 15 Jahren hat der Alpensalamander eine sehr niedrige Produktionsrate.

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Als opportunistischer Räuber frisst er Käfer, Fliegen, Raupen, Würmer, Spinnen und Asseln. Trotz seiner Giftdrüsen unter der Haut hat er Feinde. Aus der Luft drohen vor allem Elster, Kolkrabe und Alpendohle, während ihm am Boden Kreuzotter und große Erdkröten gefährlich werden können. Noch größere Gefährdungen sind allerdings auf den Menschen zurückzuführen. Vor allem die zunehmend intensivere Waldbewirtschaftung mit neuen Forststraßen zerstört den Lebensraum. Auch unachtsame Auto- und Fahrradfahrer werden ihm zum Verhängnis. Ebenso bedroht potenziell ein Hautpilz, die Salamanderpest (Bsal), den Alpensalamander.

„Die Populationsdichte ist aktuell noch gut, doch angesichts der geringen Reproduktionsrate und der Gefährdungen kann sich das schnell ändern. Wer dem „Regenmandl“ nach Regenfällen begegnet, sollte respektvoll Abstand halten“, weiß Katharina Amelung, Gebietsbetreuerin in den Rosenheimer Alpen.

Um die Fragilität alpiner Lebensräume durch die zunehmende Freizeitnutzung, aber auch den Klimawandel in den Fokus zu rücken, hat die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) den Alpensalamander (Salamandra atra) zum Lurch des Jahres 2026 gewählt.

Foto: Kwet/DGHT

Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/05/21/einzigartige-amphibien-alpensalamander/

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Kommentare

  1. Um mein Haus in 83564 Soyen sehe seit meinem Einzug 2018 regelmäßig Salamander.
    Leider wiederholt in den Kellerschächten, etc. Aktuell , heute 08.10.2026 habe ich 2 Exemplare leicht dehydriert im Treppenhaus aufgefunden. ….. Wo kann ich die Sichtung offiziell melden?

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    • Hallo Guenter, schön dass Sie auf so etwas achten. Generell wäre es für Wildtiere (zB. Igel) und Amphibien hilfreich, Kelleraußentreppen (und Teiche/Schwimmbecken) mit einer Aufstiegshilfe auszustatten, damit Tiere welche hinuntergekommen sind auch wieder rauß können und bei Kellerschächten, diese mit engmaschigem Gewebe (gibt es fertig mit Rahmen) abzusichern. Natürlich ersetzt das nicht das gelegentliche Nachsehen. Danke für Ihr Engagement.

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