Neue Räume für anspruchsvolle Kunst

Vernissage in der Wasserburger „Burgstube"

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burgstube_kÜber 100 Gäste kamen am Freitag zur ersten Vernissage in der traditionsreichen Künstlergaststätte „Zur Burgstube“ in der Färbergasse. Mit den Künstlern Rudl Endriß und Manuel Michaelis hatten sich die Wirtsleute Mandy Baltes und Florian Hampel für ihre Ausstellung zwei in der Region bekannte Künstler ausgesucht. Gastredner Andreas Pytlik freute sich über „neue Räume für anspruchsvolle Kunst in Wasserburg“. 

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Er gab aber auch zu bedenken, dass es gerade in der Künstlerstadt Wasserburg einen oft inflationären Umgang mit dem Begriff Kunst gebe, und dass es Achtsamkeit erfordere, um sich im großen Angebot mit Qualität und Anspruch zu behaupten.

Besonders das Wirtshaus als Galerie erfordere hier eine besondere Umsicht. Mit den beiden Künstlern sei ihnen dies hervorragend gelungen.

Rudl Endriß entführt mit seinen Skulpturen die Besucher in eine verzauberte Welt, die trotz der Schwere des Materials, Stein und Holz, eine geradezu poetische Leichtigkeit vermitteln. So scheint „der Wunderer“ geradezu ein Spiegelbild für den Betrachter zu sein.

Die großformatigen Gemälde des Malers Manuel Michaelis scheinen auf den ersten Blick mit ihrer realistischen Darstellung einen Gegensatz zu den Skulpturen zu bilden. Und doch vermitteln die oft alltäglichen Motive eine fast surreale Sicht auf die Welt.

Die beiden Künstler gemeinsam haben in den historischen Räumen mit moderner Kunst eine Atmosphäre geschaffen, die zum Träumen und Wundern einlädt.

Die Wirtsleute verwöhnten ihre Gäste mit kleinen Suppenköstlichkeiten, was viele dazu verführte, auch andere Köstlichkeiten zu versuchen. Und so feierten die Besucher bis tief in die Nacht ihre neue Kunststätte und das „alte“ neue Wirtshaus.

Die Ausstellung dauert noch bis 31. Dezember und ist Dienstag bis Samstag von 16 bis 22 Uhr geöffnet.

 

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2 Gedanken zu „Neue Räume für anspruchsvolle Kunst

  1. Was versteht Herr Andreas Pytlik unter einem inflationären Umgang mit dem Begriff Kunst? Es gibt sehr viele Formen der Kunst und sie liegt auch immer im Auge des Betrachters. Leider muss man in Wasserburg als Neuling in der „Künstlerszene“ damit rechnen, dass man hinterrücks schlecht gemacht wird… und zwar nicht nur von „normalen“ Bürgern, sondern auch von bereits etablierten Künstlern aus Wasserburg. Das finde ich sehr schade. Mag sein, dass ein Maler z.B. die Fotografie bzw künstlerische digitale Fotografie als weniger anspruchsvoll empfindet als seine eigene Kunst. Trotz alledem denke ich: Leben und leben lassen! Wenn die Werke von Neulingen nicht mehr als Kunst gesehen werden dürfen, dann stirbt sie irgendwann aus. Und jeder hat eine Chance verdient, sich zu behaupten!

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  2. Schräger Vogel

    Kunst an sich ist in seiner Definition subjektiv. Kunst ist das, was man selbst als Kunstwerk betrachtet. Kunst hat ein nahezu unendliches Repertoire an Ausdrucksweisen und Darstellungsformen.
    Kunst ist von unzähligen Gefühlen und Emotionen abhängig und die Gesellschaft erfreut sich seit vielen Jahren daran. Kunst drückt die Gefühle des Künstlers aus. Wichtig ist, dass das Werk aus dem Erschaffer herauskommen darf und dass es eben der Mensch, der es schuf, als Kunst ansieht. Die wohl größte Kunst besteht darin, tolerant zu sein.

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