Große Auszeichnung für den Bach-Chor

Landkreis Rosenheim verlieh gestern an ihn den Kulturpreis 2015 - Festakt in Wasserburg

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bach 1Dreißig Jahre nach seiner Gründung ist der Wasserburger Bach-Chor mit seiner Leiterin Angelica Heder-Loosli mit dem Kulturpreis des Landkreises Rosenheim 2015 ausgezeichnet worden. Im Historischen Saal des Wasserburger Rathauses ehrte Landrat Wolfgang Berthaler am gestrigen Abend zudem den Pianisten Thomas Schuch mit dem Kulturförderpreis sowie die Galerie des Marktes Bruckmühl und die Galerie am Markt in Neubeuern mit Kultursonderpreisen. Die Laudationes hielt der Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring.

In seiner Begrüßung sagte Landrat Berthaler, jede Preisverleihung zeigt, wie reichhaltig und qualitativ hochwertig unsere Kultur im Landkreis ist. Für den Kreistag, der die Preisträger bestimmt, ist das nicht immer einfach. Sowohl der Landrat als auch Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl schwärmten vom historischen Rathaussaal als würdigen Rahmen für die Kulturpreisverleihung. Kölbl gratulierte allen Preisträgern und ergänzte, es ist uns eine Ehre, die Kulturpreisverleihung durchführen zu dürfen.

Eine Liaison zwischen Seele und Körper

Kulturreferent Maier-Gehring lobte den Bach-Chor als musikalische Institution in der Region. Offenbar haben sich da zwei Seiten gefunden, die Sängerinnen und Sänger auf der einen und die Chorleiterin auf der anderen Seite. Der Kulturreferent äußerte sich begeistert vom Jubiläumskonzert des Bach-Chores in Au am Inn, bei dem wieder zu erleben war, wie glücklich die Symbiose sein kann zwischen einem Chor exzellent geschulter Laien und einer professionellen, hochmusikalischen und sensiblen Chorleiterin.

Der Laudator zitierte aus einem Gespräch mit Heder-Loosli, in dem sie die Wichtigkeit der Musik betonte, weil sie einen Einklang herzustellen vermag zwischen Seele und Körper. Musik ist so viel Göttliches, die mit dem Körper, mit dem Singen zum Ausdruck gebracht wird. Die Chorleiterin sprach mit großem Respekt von ihren Choristen: Es sind tolle Persönlichkeiten; Laien, die man meist besser mitreißen kann als Profis.

Heder-Loosli jedenfalls scheint sehr zufrieden. So konnte Maier-Gehring verkünden, dass sie sich noch auf viele Jahre mit dem Bach-Chor freut. Angelica Heder-Loosli nutzte die Dankrede, um ihrem Chor eine Liebeserklärung zu machen: Ich hoffe, ihr seid zufrieden mit mir, ich bin es mit euch meistens auch. Ich liebe euch. Der Kulturpreis des Landkreises Rosenheim 2015 ist verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro.

Von der Musik leben können

Der diesjährige Kulturförderpreisträger Thomas Schuch hat ein klares Ziel, er möchte von der Musik leben können. Kulturreferent Christoph Maier-Gehring besuchte ihn in Stephanskirchen. Dort lebt er zusammen mit seiner Lebensgefährtin, der Cellistin Katarina Schmidt, und Töchterchen Evelina. Thomas Schuch wurde in der Familie von klassischer Musik infiziert. Sein Vater ist Klavierlehrer am Ignaz-Günther-Gymnasium und gab seinem Sohn ab dem fünften Lebensjahr Klavierunterricht.

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Unser Foto zeigt Thomas Schuch zusammen mit Leo Betzl, Jazz-Pianist aus Großkaro ...

Sein großes Talent bewies Thomas Schuch, als er nach dem Abitur auf Anhieb den Sprung an die Musikhochschule München schaffte, obwohl in seinem Semester gerade einmal drei Studenten aufgenommen wurden. Inzwischen ist das achtjährige Bachelor-Studium abgeschlossen, Thomas Schuch ist jetzt im ersten Semester des Masterstudienganges.

Einige Preise hat der 23-jährige bereits gewonnen, beispielsweise den Hans-Sikorski-Gedächtnispreis, bei Jugend musiziert, den Brahms-Wettbewerb sowie 2014 den Steinway-Preis für junge Künstler des Steinway-Hauses. Thomas Schuch, das hat ihm der Laudator entlocken können, hofft idealerweise auf eine Karriere als Solist. Sein Traum sei es, mit einem eigenen Flügel auf Konzertreise zu gehen. Die Ehrung mit dem Kulturförderpreis 2015 ist verbunden mit einem Preisgeld von 2.500 Euro.

Würdigung des Ehrenamtes

Den Kultursonderpreis vergibt der Landkreis Rosenheim nur, wenn es gilt, besonderes ehrenamtliches Engagement zu würdigen. Mit der Galerie Markt Bruckmühl und der Galerie am Markt, Neubeuern, wurden zwei Galerien vorgeschlagen, bei denen sich ehrenamtliches und kommunales Engagement auf wunderbare Weise ergänzen.

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Es gehört schon viel Mut dazu, sagte Maier-Gehring, wenn kleine Kommunen solche Unternehmungen in Angriff nehmen. Dass dieses Wagnis gelingen kann, zeigen die beiden Preisträger. Die Galerie in Bruckmühl besteht seit gut 21 Jahren und die in Neubeuern seit über elf Jahren. Das künstlerische Niveau beider Galerien verdient, bei allen Unterschieden in den inhaltlichen Konzepten, allen Respekt, lobte der Laudator. Er stellte zudem fest, dass die Akzeptanz bei den Besuchern in beiden Galerien ungebrochen hoch ist.

In Bruckmühl unterstützt ein Galerie-Förderverein den regelmäßigen Galeriebetrieb. Pro Jahr gibt es sechs Ausstellungen. In Neubeuern dagegen wird auf die Struktur eines Vereins verzichtet. Der Neubeurer Künstlerkreis, der derzeit aus 24 Künstlern besteht, hat eigene Regeln aufgestellt und die Aufgaben nach Fähigkeiten und Vorlieben verteilt. So gelingt es, jährlich zehn Ausstellungen zu zeigen.

Für ihre Region und weit darüber hinaus leisten beide Galerien einen wichtigen Beitrag zur ästhetischen Bildung im ländlichen Raum, sagte Maier-Gehring, sie bringen Menschen Bildende Kunst näher. Den Kultursonderpreis des Landkreises, dotiert mit jeweils 1.500 Euro, nahmen für Neubeuern Siglinde Berndt und für Bruckmühl Ursula Reinartz entgegen. Reinartz bedankte sich für die Auszeichnung, es freut und ehrt uns und es ist ein Ansporn. Ähnlich sah es Berndt, der Preis ist ein Zeichen dafür, dass unsere langjährigen Bemühungen nicht unbemerkt blieben und er ist eine Verpflichtung, weiter im Sinne der Kultur tätig zu sein.

 

Der Landkreis Rosenheim vergibt die Kulturpreise jährlich, um Bürgerinnen und Bürger oder Gruppen zu ehren, die sich besondere Verdienste um die Kultur im Landkreis erworben haben.

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