Gegen die Raserei hinauf zur Burg

Anwohner der Wasserburger Altstadt beschweren sich bei Bürgerversammlung

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IMG_2713Der Verkehr in der Wasserburger Altstadt – ein unendliches Thema mit eben so vielen Facetten. Natürlich wurde darüber auch bei der Bürgerversammlung am Montag im Feuerwehrgerätehaus (wir berichteten) gesprochen. Im Fokus: Die Schmidzeile (unser Foto) und die Ledererzeile. Zu Letzterer bemängelten Anwohner das ständige und gefährliche Parken in zweiter Reihe, das tägliche Chaos beim Aus- und Einparken und den damit verbundenen Spießrutenlauf  für die Fußgänger. Aber auch die Schmidzeile sorgt nach ihrer Sanierung für Gesprächsstoff …

Dorle Irlbeck, den Wasserburgern von ihren zahlreichen Aktivitäten in der Stadt und als Trägerin der Heiserer-Medaille bekannt, monierte, dass die Anwohner durch mangelnde Stellplätze und die ungünstige Verkehrsführung nach der Sanierung nur unter größten Gefahren ihre Pkw vor den Häusern entladen könnten.

„Man kann sein Auto da nirgends kurz abstellen, um zum Beispiel mal einen Getränkekasten aus dem Kofferraum zu holen. In der Schmidzeile wohnen viele ältere Menschen, die sind da wirklich hilf- und ratlos, weil man mit dem Auto nicht stehen bleiben kann,“ so die Wasserburgerin.

Weitere Kritikpunkte von den Anwohnern waren die nächtlichen Autorennen, die sich Jugendliche die Burg hinauf lieferten. Vorgeschlagen wurden Tempokontrollen oder festinstallierte Messstellen.

Bürgermeister Michale Kölbl räumte ein, dass die Sanierungsmaßnahmen tatsächlich nicht ganz nach den Wünschen der Stadt abgelaufen seien. „Grundsätzlich ist es so, dass die Schmidzeile eine Staatsstraße ist. Darüber sind wir einerseits froh, sonst kämen die Unterhaltskosten für die Innbrücke auf die Stadt zu, andererseits fehlt uns natürlich dadurch der Zugriff auf die Straße, für die der Freistaat zuständig ist.“ Man habe das Problem aber erkannt und werde prüfen, wie für Abhilfe gesorgt werden könne.

Einer mobilen oder sogar festinstallierten Tempokontrolle musste der Bürgermeister fürs ganze Stadtgebiet vorerst eine Absage erteilen. „Wir haben derzeit nur das Recht, den ruhenden Verkehr zu überwachen.“

Allerdings stellte der Bürgermeister auch in dieser Sache eine Lösung in Aussicht: „Wir sind im Gespräch mit dem Zweckverband der Verkehrsüberwachung Oberland, die den fließenden Verkehr in unserer Region kontrollieren darf.“

Zur Lederer- und Schmidzeile versprach der Bürgermeister nochmals genau einen Blick auf die Problematik werfen zu wollen. „Wir haben vor kurzem erst die Verkehrsbefragung durchgeführt und sind dabei, an einem Konzept zu arbeiten.“  HC

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Ein Gedanke zu „Gegen die Raserei hinauf zur Burg

  1. Im Bezug auf die Autorennen und das rasante Fahren hätte der Wasserburger Block doch eventuell den Vorschlag einer Sperrstraße vorbringen können, Fahrverbot nach 2 Uhr im gesamten Stadtgebiet?

    Und für das Auslade-Problem könnte ich mir ein Ausladeverbot-Verbot vorstellen. Und dass so etwas wie nicht ganz im Sinne der Stadt gebauten Straßen verhindert wird, wäre doch ein Bauverbot für den Freistaat ganz sinnvoll, oder nicht?

    Falls das alles nicht fruchtet und sich der Konflikt nicht beilegen lässt, muss man vielleicht auch das gesamte Stadtgebiet Wasserburg zum 24h Anwohner und Fahrzeug Sperrgebiet erklären.

    Das Leben ist einfach zu gefährlich und ich fühle mich von der Anwesenheit meiner Mitmenschen und ihrem Eigentum einfach gestört!

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