Auszeichnung für beste Inszenierung

Belacqua: Preisgelder für Metropoltheater und Darsteller Sebastian Gerasch

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ba2„Wenn der Theaterleiter zu Beginn einer Vorstellung die Bühne betritt, bedeutet das normalerweise, dass etwas passiert ist.“ Dem war aber am Samstag im .theater wasserburg‘ nicht so. Im Gegenteil: Diese Eröffnung durch Theaterleiter Uwe Bertram sorgte für den ersten von zahlreichen Lachern an diesem Abend, der im Zeichen zweier Auszeichnungen stand: Eine ging an Jochen Schölch (Foto) für die Metropoltheater-Inszenierung „Schuld und Schein“, die zweite an Schauspieler Sebastian Gerasch als „bester Darsteller“. Gekürt worden waren die beiden im Rahmen der 10. Wasserburger Theatertage im Frühjahr dieses Jahres.

Uwe Bertram übernahm als Hausherr und Ausrichter der Wasserburger Theatertage die Begrüßung der Geehrten und der Laudatoren. Den Preis an Jochen Schölch überreichte Wolfgang Hauck. Der Vorsitzende des Verbandes Freie Darstellende Künste Bayern e.V.  betonte, dass die profesionelle Privattheaterszene nicht unbedingt gut mit Geld ausgestattet sei und daher viele Risiken auf sich nehme, um eine Produktion zu stemmen. Umso erfreulicher sei es, dass der Verband in der Lage sei, mit einer Auszeichnung auch einen Beitrag in finanzieller Form leisten zu können.

Just an diesem Abend hätten sich die Gespräche von Theaterleuten vor der Saaltüre fünf Sekunden lang um Ästhetik gedreht, die restliche Zeit um Finanzierungsmodelle und Sozialabgaben. Er selbst habe beim Verband den ehemaligen Banker einer chinesischen Bank angestellt, der auf „Besinnungsurlaub“ in Landsberg am Lech war, also einen sogenannten Freigänger. Daher erlaube er sich die Einschätzung, es sei wohl kein Investment-Banker im Publikum, da ihm niemand mit einem offenen Ärmelknopf am maßgeschneiderten Jackett begegnet sei. Geld sei für ihn etwas, was auch mit einer persönlichen Einschätzung verbunden sei, was man davon hält, es sei also letztlich eine Glaubensfrage. Und „Schuld und Schein“, die Inszenierung, für die es das Preisgeld gab, ein Aufklärungsstück dazu. Ein Stück mit allen Abgründen und Höhen. Im Beisein von Jochen Schölch drückte Wolfgang Hauck auf den Knopf und überwies die 4000 Euro direkt online – über einen Beamer für alle sichtbar.

Regisseur Jochen Schölch gab unumwunden schmunzelnd zu: „Das erste Schöne ist, dass der Preis dotiert ist.“ Er dankte dem Verband, der dafür sorge, dass „wir zusammen stärker sind“, er dankte Uwe Bertram und seiner Mannschaft dafür, es jedes Jahr zu leisten, die Wasserburger Theatertage auszurichten, und er band sein Ensemble und sein Team hinter den Kulissen in seinen Dank für die Auszeichnung ein.

Zum Stück „Schuld und Schein“, dessen Autor Ulf Schmidt ungefiltert fiese Finanziers und gutgläubige Gegängelte vorführt, habe er oft gehört, das sei doch „völlig überhöht“. Das müsse er verneinen: „Nein, das ist keine inhaltliche Zuspitzung. Das ist die Realität.“

Bevor dieses Stück an diesem Abend noch einmal im .theater wasserburg gezeigt wurde – auch ein Teil der Auszeichnung – bekam Schauspieler Sebastian Gerasch sein Preisgeld. Kulturreferent Christoph Maier-Gehring überreichte ihm die 1000 Euro vom Landkreis Rosenheim im Namen des  Landrats Wolfgang Berthaler. Sebastian Gerasch habe die Jury in Wasserburg im Rahmen der Inszenierung „Hysterikon“ des Kleinen Theaters-Kammerspiele Landshut mit mehreren Männerrollen überzeugt: „Sie haben das ganz wunderbar gemacht.“ Sebastian Gerasch dankte der Jury, dem Landkreis Rosenheim und seinem ehemaligen Lehrer an der Schauspiel-Akademie: Jochen Schölch. Und setzte sich mit ins Publikum, um seine Schauspiel-Kollegen „Schuld und Schein“ spielen zu sehen. Den Abend beendete tosender Applaus und das eine oder andere Gespräch über Geld bei einem Gläschen Prosecco an der Bar. SE

 

 

 

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