Auch Lehrer lernen nie aus

Wasserburger Lehrkräfte zu Gast im Ägyptischen Museum

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Aegypten BildLandkreis – Ein sitzendes Paar, aus Stein gemeißelt, etwa 40 Zentimeter hoch und mehr als 3000 Jahre alt. Dazwischen ein Kind, von dem nur noch die Füße erhalten sind. War es ein Mädchen oder ein Bub? Behutsam führte die promovierte Ägyptologin Elvira Zorn Wasserburger Lehrer im Museum in München in die Typologie der Ägyptischen Kunst ein. Das weibliche Geschlecht, erklärte sie, wurde meist weiß oder hell dargestellt, das männliche eher mit dunkleren Farben. Die Farbe der Füße verrät also, dass es ein Knabe gewesen sein musste.

Aegypten BildIn ihren Reliefs vermieden die Ägypter die Perspektive, wählten stets die aussagekräftigere Ansicht: Der Kopf wird im Profil dargestellt, das Auge, wie es von vorne zu sehen ist, der Oberkörper wirkt mächtiger in der Vorderansicht, Beine und Füße aber kommen besser zur Geltung, wenn sie von der Seite gezeigt werden. Darum wirken Personen im Relief immer so „komisch“ verdreht.

Stand/Schreit-, Sitz-, Knie- oder Würfelfiguren geben Zeugnis vom Berufsstand oder von der Position in der ägyptischen Hierarchie.

Immer tiefer stieg die Führerin in die Geheimnisse der Ägyptischen Kunst ein – die Symbolik eines im Original ausgestellten Totenbuchs, die religiöse Bedeutung der Amulette, die Veränderungen der Schriftzeichen in den verschiedenen Epochen.

Den Lehrkräften des BLLV-Kreisverbandes Wasserburg schwirrten ob der hochkarätigen Informationen nach zwei Stunden die Köpfe und man freute sich, dass die Vorsitzende Edith Krieger-Gartner gleich in der Nähe des Ägyptischen Museums München ein Lokal reserviert hatte, in dem man seine Eindrücke austauschen und in die Gegenwart zurückfinden konnte.

Frank Neugebauer

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