„Wir wollen keine Neon-Stadt“

Bei Bau- und Werbeanlagensatzung sollen Bürger mitarbeiten

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huber_rathaus_kWasserburg – Sie ist in die Jahre gekommen und muss um viele moderne Belange erweitert werden: Die aus dem Jahr 1974 stammende Satzung für Bau- und Werbeanlagen der Stadt Wasserburg. Mit ihr wird jetzt nach 40 Jahren eines der wichtigsten Regelwerke der Stadtverwaltung komplett neu überarbeitet. Ein Entwurf, den der Stadtrat einstimmig abgesegnet hat, liegt jetzt zur weiteren Beratung vor. Und in die sollen alle Bürger möglichst eng mit einbezogen werden.

Über den Entwurf diskutieren können alle Bürger am Montag, 7. Oktober, 18.30 Uhr, im historischen Rathaussaal.  

Die Bau- und Werbeanlagensatzung als eines der wichtigsten Instrumente zum Erhalt der Qualität der historischen Altstadt wurde in den vergangenen Monaten intensiv überarbeitet. Die Satzung regelt zahlreiche Fragen zur Gestaltung von Gebäuden und baulichen Anlagen in der Altstadt. „Wir möchten aus der Altstadt weder ein Museum, noch eine Neon-Stadt machen“, versicherte Bürgermeister Michael Kölbl bei einem Gespräch mit der Wasserburger Stimme am Dienstag. Vielmehr versuche man mit der neuen Satzung eine einvernehmliche Lösung mit möglichst vielen Verbänden, Vereinen, Bewohnern und Hauseigentümern zu schaffen. „Deshalb haben wir in den vergangenen Wochen möglichst viele Institutionen mit eingebunden und wollen jetzt den direkten Dialog mit dem Bürger.“ Er hoffe, so Kölbl, dass am nächsten Montag möglichst viele Interessenten in den Rathaussaal zur Diskussion kommen.

Der Entwurf beinhaltet Teilbereiche, die bei Bauvorhaben vor 40 Jahren noch wenig oder gar nicht relevant waren. Zum Beispiel: Bau von Solaranlagen, Anbringen von Außen-Isolierungen an Häusern oder das Verbauen von Holzfenstern. Auch hat natürlich in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts noch niemand an digitale Werbeanlagen gedacht. „Das alles soll jetzt die neue Satzung, die Anfang kommenden Jahres – also auf jeden Fall noch in dieser Legislaturperiode – in Kraft treten soll“, so Kölbl.

Keine Mühen zu groß

Hauptverantwortlich für den Entwurf, der ausführlich mit dem Stadtrat und dem Bauausschuss diskutiert wurde, ist Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann. „Wir haben uns da wirklich viel Arbeit gemacht. Mittlerweile arbeite ich mit dem zehnten oder elften Entwurf. Diese Satzung ist aber so wichtig, dass uns keine Mühen zu großen waren.“ So habe man bei Stadtbegehungen beispielsweise mit dem Denkmalamt noch viele Details entdeckt, die Regelungsbedarf gehabt hätten. „Ich habe mich in den letzten Monaten ständig mit dem Entwurf beschäftigt. das macht aber auch Spaß, immerhin wird die Satzung mein Handwerkszeug“, so Herrmann. Das Motto sei, so der Bürgermeister ergänzend: Zeitgemäßes Wohnen in einer historischen Altstadt. BS

Damit sich die Bürger schon mal über die neue Satzung informieren, bieten wir an dieser Stelle eine Gegenüberstellung von Alt und Neu: 

130930 Entwurf Neufassung Gestaltungssatzung (2)

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