„Für die Stadt setzen wir auf Kooperation“

CSU ohne Bürgermeisterkandidat - Gespräch mit Vorsitzender

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fr_fischer_02Die CSU in Wasserburg wird ohne eigenen Kandidaten in die Kommunalwahl 2014 gehen. Das ist das Ergebnis der Aufstellungsversammlung, die am Montag im Paulaner über die Bühne ging. Der Ortsverband hat außerdem einen herben Verlust zu verzeichnen: Ortsvorsitzender Peter Windmaier wird in seinem Heimatort Eiselfing als Bürgermeisterkandidat antreten und steht den Wasserburgern 2014 nicht zur Verfügung. Wir sprachen mit der neuen Vorsitzenden Elisabeth Fischer über die kommenden Wahlen: www.wasserburger-stimme.de

„Wir haben lange über einen eigenen Kandidaten diskutiert und waren uns letztlich einig: Es macht wenig Sinn“, sagt Elisabeth Fischer, die neue Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Wasserburg. Das habe zum einen damit zu tun, dass ein eigener Kandidat allenfalls einen Achtungserfolg gegen den amtierenden Bürgermeister verzeichnen könnte. „Wir wissen doch, wie stark ein Amtsbonus wirken kann.“ Zum zweiten arbeite man mit Michael Kölbl sehr gut zusammen. „Wir setzen da im Sinne der Stadt ganz auf Kooperation.“ Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass Kölbl auf die Vorschläge der CSU eingehe und mit der CSU offen und fair diskutiere. „Natürlich fliegen auch mal die Fetzen, aber wir raufen uns immer wieder zusammen. Viele Entscheidungen im Stadtrat fallen einstimmig“, so Fischer.

Als wichtigste Aufgabe der CSU im Stadtrat sieht die neue Vorsitzende die Förderung der heimischen Wirtschaft, des Handwerks und des Einzelhandels. „Die SPD setzt sich immer wieder ehrgeizige Ziele im sozialen Bereich, übersieht dabei aber, wie diese sich eigentlich finanzieren – aus unserer starken Wirtschaftskraft.“ Deshalb werde sich die CSU genau auf diesem Sektor weiter stark engagieren. „Ohne unsere heimischen Betriebe geht da nichts.“

In diesem Zusammenhang ärgert sie auch das Vorgehen der Bahnbefürworter, die nach wie vor auf die Reaktivierung der „Bockerlbahn von Reitmehring in die Altstadt“ pochten. „Ich kann das nicht verstehen, dass klare Entscheidungen des Stadtrats auf Steuerkosten umgangen werden.“ Eine Reaktivierung der Bahnlinie sei sinnlos, weil die Burgau und das Burgerfeld nicht angebunden seien und gefährde zudem den Standort der Firma Meggle in Reitmehring. „Und das womöglich für eine Wochenend-Bahn.“

Ihrem Vorgänger im Amt des CSU-Ortsvorsitzenden, mit dem sie sehr eng und gut zusammengearbeitet habe, wünscht Elisabeth Fischer für seine Kandidatur „nur das Allerbeste“. „Für Peter ist es ein Traum, in seiner Heimatgemeinde antreten zu können. Ich bin mir sicher, er wird sich durchsetzen.“ BS

Die  CSU-Kandidatenliste für die Stadtratswahl 2014: 

Oliver Winter

Elisabeth Fischer

Otto Zwiefelhofer

Andreas Aß

Heidrun Engelhardt

Wolfgang Schmid

Markus Bauer

Wolfgang Smasal

Georg Machl

Hiltraud Port-Inninger,

Norbert Lambacher

Dr. Benedikt Ball

Michaela Halt

Otto Nüßle

Peristera Baumgartner

Paul Höfler

Isolde Brandl

Anton Westner

Ariane Waller

Michael Widl

Jörg Herwegh

Peter Fichter

Marianne Bachmayr

Robert Zeislmeier

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3 Gedanken zu „„Für die Stadt setzen wir auf Kooperation“

  1. Rainer Kurzmeier

    Liebe Wasserburger CSU,

    da muss ich die sehr geehrte Frau Vorsitzende doch noch einmal auf eine wichtige Spielregel in unserer Demokratie hinweisen: Die Stadt Wasserburg als kommunale Selbstverwaltung kann nur solche Beschlüsse fassen, die sich innerhalb des Rahmens unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung bewegen. Der von Frau Fischer angesprochene Beschluss des Stadtrates vom Juli 2011, die Altstadtbahn zu entwidmen, muss sich aber am Bundesrecht, in diesem Falle a Allgemeinen Eisenbahngesetz, messen lassen. Das hat halt ein wenig gehakt, die Bahnbefürworter orientieren sich aber am geltenden Eisenbahnrecht. Das tut jetzt ja auch die Stadt Wasserburg, darum verhandelt sie mit den Bewerbern zur Streckenübernahme.

    Im übrigen handelt es sich hier um keine Bockerlbahn, sondern um die natürliche Fortsetzung einer höchst vitalen Bahnstrecke von und nach München. Natürlich fährt der Zug an der Burgau und am Burgerfeld vorbei, aber er würde halt von München oder Rosenheim aus direkt in die Altstadt fahren. Selbst das städtische Gutachten zeigt ein gewisses Fahrgastpotential, man muss sich aber an der Gesamtstrecke orientieren und nicht am letzten Ende.

    All das ist vielen Wasserburgern schon bekannt, es findet ja ein gewisses Umdenken hin zu einer nachhaltigen Mobilität statt. Manche sagen, dieses Umdenken sei auch schon in der CSU angekommen, denn schließlich gibt sich unser Ministerpräsident -völlig zu Recht – als Freund des öffentlichen Nahverkehrs. Schließlich ist in Bayern auch schon viel passiert in den letzten Jahren: 70 Prozent mehr Fahrgäste als 1995 (Quelle BEG). Dies Denke kommt irgendwann mal auch in Wasserburg an, da bin ichg ganz zuversichtlich… Vielleicht auch bei der CSU-Ortsvorsitzenden, daran glaube ich ganz fest 🙂

    Bei der Wiedereröffnung der Altstadtbahn bekommen dann alle Stadtratsmitglieder selbstverständlich eine Freifahrt, und jede/jeder war von Anfang an dafür…

    Mit freundlichen Grüßen

    Rainer Kurzmeier

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  2. Wolfgang Smasal

    Nachhaltige Mobilität in Wasserburg

    Es stimmt, die Wasserburger CSU sieht die Altstadtbahn oder auch Bockerlbahn sehr kritisch.
    Das nicht etwa, weil wir uns einer nachhaltigen Mobilität verweigern, sondern schlicht aus Gründen der Vernunft und Verantwortung für die Finanzen der Stadt Wasserburg und die Interessen der Fa. Meggle und deren Mitarbeitern.

    Wenn Herr Braun von der Bayernbahn die Kosten für die Instandsetzung der Strecke mit 1,5 Millionen kalkuliert und dagegen das Gevas Gutachten von 9-11 Millionen ausgeht, kann man, so man denn will, schon das flaue Gefühl nachvollziehen, das so mancher CSU Stadtrat bei der Sache hat.
    Wer trägt das finanzielle Risiko dieser Wochenendbahn die kaum einem Wasserburger, und nur wenigen Touristen nutzt? Der zukünftige Betreiber oder die Bürger und Steuerzahler von Wasserburg?
    Die Anbindung von Wasserburg mit dem Bus von Reitmehring funktioniert so gut, dass man sich auf ein finanzielles Abenteuer wie dieses nun wirklich nicht einlassen muss. Aus der Formulierung dass ein “gewisses Fahrgastpotential“ besteht, kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen. Dass aber weder die Burgau noch das Burgerfeld mit der Bahn erschlossen werden, sollte auch den Bahnbefürwortern klar sein.

    Mit einem Freifahrtschein für die Bockerlbahn wie von Herrn Kurzmeier vorgeschlagen, werden sich die Wasserburger Stadträte kaum gewinnen lassen. In Wasserburg gibt es eine Reihe sozialer Projekte, kultureller Einrichtungen und nicht zuletzt das Badria die nicht der Finanzierung der Altstadtbahn zum Opfer fallen dürfen.

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    1. Als Vorstandsmitglied der Nußdorfer CSU mit 40jähriger Parteizugehörigkeit und zugleich mit unserer Firma Beteiligter am möglichen Betreiberkonsortium der Altstadtbahn hat die Haltung der Wasserburger Parteifreunde mein Weltbild schwer erschüttert. Ich habe es früher für Hirngespinste linker Gruppen gehalten, dass Großkonzerne mit Drohungen um Gewerbesteuer und Arbeitsplätze demokratisch gewählte Gremien zur Durchsetzung ihrer einseitigen Interessen unter Druck setzen. Ein Ausgleich der Interessen der Firma Meggle mit dem Weiterbetrieb der Altstadt wäre ohne weiteres möglich, doch davon will man nichts wissen. Ebenso wenig Interesse bestand bei der Wasserburger CSU an Gesprächen mit mir über Hintergrundinformationen zum Gevas Gutachten, z. B. über die möglichen anteiligen Trasseneinnahmen für die Stadt Wasserburg aus der Strecke oder warum die Bahn nach Waging mit 600 täglichen Fahrgästen über 20 km Strecke fährt, für die Wasserburger Bahn mit nur 4 km Streckenlänge höhere Passagierzahlen dagegen ein Ausschlusskriterium für Nahverkehr sein sollen. Dass die Chiemgauer Lokalbahn mit ca. 80 000 Euro Kosten statt der von der DB AG prognostizierten 9 Millionen reaktiviert wurde passt auch nicht ins allgemeine Weltbild der Gutachtergläubigkeit. Mit dem „gut funktionierenden Busverkehr“ haben wir auch unsere eigenen Erfahrungen gemacht. Früher ist die Nußdorfer CSU öfter mit Kinderreisegruppen im Rahmen des Ferienprogramms nach Wasserburg gefahren. Schon bei Kartenbestellung wurden wir darauf hingewiesen, dass der Bus nur eine begrenzte Kapazität habe und die ganze Reisegruppe eventuell gar nicht mitfahren könne. Nachdem es mehrmals Spitz auf Knopf stand, ob der Zug pünktlich erreicht wird und vielleicht 50 Eltern telefonisch informiert werden müssen, dass ihre Kinder später heimkommen, verzichten wir auf derartige Abenteuer, bis die Wasserburger Altstadt wieder vernünftig erreicht werden kann. Andere Reisegruppen werden unter diesen Umständen auch lieber andere Ziele ansteuern. Mögliche Einnahmen von Gaststätten, Geschäften und dem Betreiber der Innschiffahrt sind halt nicht so wichtig, von den Interessen der Wasserburger Bürger, die bequem von der Altstadt ihre Ziele in Rosenheim und München erreichen wollen, ganz zu schweigen. Sollte die Rücksichtnahme auf die Interessen der Großkonzerne auf Kosten der Interessen kleiner Mittelständler und einfacher Bürger künftig auch anderswo zum Credo der CSU gehören, werde ich meine Partei nach 40 Jahren verlassen müssen.

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