Ein schmerzlicher Schritt

An Weihnachten Abschieds-Gottesdienst für die Klarissen-Kapuzinerinnen

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Abschieds-Gottesdienst für die Klarissen-Kapuzinerinnen von St. Sebastian in Rosenheim: Prälat Lorenz Kastenhofer, Leiter der Hauptabteilung Liturgie und geistliches Leben im Erzbischöflichen Ordinariat München, feiert den Gottesdienst am zweiten weihnachtsfeiertag – Montag, 26. Dezember. Und zwar um 10.15 Uhr in St. Sebastian gemeinsam mit Bruder Marinus Parzinger (unser Foto) – Provinzialminister der Deutschen Kapuzinerprovinz, der auch die Predigt hält – sowie mit Daniel Reichel, Dekan des Dekanats Rosenheim, und Andreas Zach, Pfarrer von St. Nikolaus in Rosenheim. Die Klarissen-Kapuzinerinnen haben sich nun entschieden, nach Kloster Mallersdorf zu ziehen, wo sie ihr Apostolat der Ewigen Anbetung fortführen werden.

„Leider sind unsere Bemühungen, die Gemeinschaft zu stärken, gescheitert. Das ist schmerzlich, denn Rosenheim war und ist ein Ort, an dem unser Orden das Wohlwollen der Menschen erfahren hat“, sagt Bruder Marinus. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir bedauern sehr, dass wir uns aus Rosenheim zurückziehen müssen.“ Wesentlicher Grund sei der Mangel an Berufungen, so der Provinzialminister: „Wir würden uns etwas vormachen, wenn wir meinten, wir könnten alle Klöster so fortführen, wie wir es bisher kennen. Wir können Schließungen leider nicht vermeiden.“

Die Kapuziner von St. Sebastian sind in der Seelsorge tätig; sie feiern Gottesdienste, wirken als Beichtväter und unterstützen die Seelsorgearbeit in den umliegenden Pfarreien. In Rosenheim war der Orden bereits von 1606 bis zur Säkularisation 1803 vertreten, seit 1856 gibt es das Kloster bei der Kirche St. Sebastian in der Nähe des Friedhofs, zu dem aktuell drei Ordensmänner zählen.

Seit 1986 leben in dem Kloster bei St. Sebastian auch Klarissen-Kapuzinerinnen von der Ewigen Anbetung. Ihr Apostolat sind der Lobpreis Gottes und das Gebet für Kirche und Welt, die sie gemeinsam mit den Gläubigen in der eucharistischen Anbetung verwirklichen. „Die Schwestern waren eine verborgene Oase für die vielen Menschen, die in ihren Nöten Rat und Orientierung suchten. Die Begleitung zur Persönlichkeitsstärkung und Glaubensorientierung war sehr geschätzt“, sagt Äbtissin Schwester Renate M. Tiefenthaler. Durch den Weggang der Kapuziner müssen auch die derzeit drei Klarissen-Kapuzinerinnen Rosenheim verlassen.

Auch das Erzbistum München und Freising bedauert den Entschluss der beiden Ordensgemeinschaften, Rosenheim zu verlassen. „Ihr Wirken hat das geistliche Leben in der Stadt mitgeprägt“, sagt Prälat Lorenz Kastenhofer, Leiter der Hauptabteilung Liturgie und geistliches Leben im Erzbischöflichen Ordinariat München. „St. Sebastian war ein Ort der Anbetung, der Sammlung und Stille, aber auch ein Ort, an dem zahlreiche Menschen Hilfe und Zuspruch erfahren haben.“ Gleichzeitig respektiert das Erzbistum die Entscheidung: „Angesichts der sinkenden Zahl von Berufungen ist es gut, wenn Ordensgemeinschaften bewusst und in einem intensiven geistlichen Prozess die Weichen für ihr zukünftiges Wirken stellen.“ Nach dem Weggang der Ordensleute werde es nötig sein, Ideen zu entwickeln, wie das Klostergebäude und die Kirche weiter genutzt werden könnten, die den Ordensgemeinschaften durch das Erzbistum überlassen worden waren. (gob)

Hinweis: Ansprechpartner für Presseanfragen zum Kapuzinerorden ist Bruder Marinus,
E-Mail marinus.parzinger@kapuziner.org, Tel. 089/27 82 71-0.

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