„Das war ein vorgezogenes Finale“

TSV Wasserburg siegt über den SV Halle Lions mit 79:64

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basketballEin Spitzenspiel sollte es werden. Was sich den über 700 Fans in der Badria-Halle aber dann bot, war mehr als das: ein richtiger Kracher! Sowohl der SV Halle Lions als auch der TSV Wasserburg boten über 40 Minuten Spitzenbasketball auf höchstem Niveau. Letzten Endes hatte der TSV Wasserburg verdient die Nase mit 79:64 (46:40) vorne.

In der Badria-Halle herrschte eine Stimmung wie man es sonst nur von Playoff- oder Finalbegegnungen her kennt. Die Fans hielt es oft nicht mehr auf den Sitzplätzen bei dieser letzten Bundesliga-Begegnung vor der Weihnachtspause. „Es war mit Abstand das Spiel mit dem höchsten Niveau in der Bundesliga“, strahlte Wasserburgs Coach Bastian Wernthaler nach der Schlusssirene. „Von der Stimmung in der Halle und der Härte des Spiels war das ein vorgezogenes Finale. Der SV Halle ist ein unheimlich starker Gegner, den wir höchstwahrscheinlich im Finale wiedersehen werden. Wir mussten hart kämpfen aber wir haben sehr gut gespielt“, so das Resümee des Trainers.

Und in der Tat kündigte schon das erste Viertel von einer spannenden Begegnung, in der der Tabellen-Erste dem Zweiten nichts zu schenken hatte. Und den Wasserburger Spielerinnen glückte viel. Vor allem die Spielerin mit der Nummer 5, Anne Breitreiner, machte in diesem Match das Parkett zu ihrer Bühne. Insgesamt war sie für weit über ein Drittel aller Wasserburger Punkte verantwortlich. Viermal sahen die Fans ihre legendären Zauber-Dreier, die schon schnell zur ersten Führung nach vier Minuten (13:6) führten.

Aber die starken Haller Damen beeindruckte das wenig. Auch sie präsentierten bestes und druckvolles Basketball, fanden immer wieder den Weg zum Wasserburger Korb, kamen immer wieder nah heran. Im zweiten Viertel schafften sie zudem nicht nur den Ausgleich, sondern lagen nach einem Treffer von Tiffany Porter-Talbert in der 14. Minute auch einmal vorne (29:30). Porter-Talbert ist in der Badria-Halle vor allem aus ihrer Wasserburger Zeit als feste Größe bekannt, wenn es um sichere Punkte oder erkämpfte Rebounds geht. Sie kennt das Wasserburger Spiel genau und das machte es den Wasserburgerinnen nicht immer leicht.

Beide Mannschaften gaben ein enorm hohes Tempo vor. Svenja Brunckhorst, über 40 Minuten für den Wasserburger Aufbau verantwortlich, und Emma Cannon ließen dabei immer wieder die Haller Defense im Regen stehen. Die Lions hatten aber ihrerseits den Anschluss an die Wasserburger Führung auch nach dem dritten Viertel noch nicht verloren (60:54).

Erst im letzten Viertel gelang es dann den Innstädterinnen die Qualitäten zum Einsatz zu bringen, die sie im Moment vom übrigen Feld der Bundesligisten unterscheiden und auszeichnen: Durch den breiten und qualitativ hochwertig besetzten Kader sind nicht nur die Möglichkeiten der Rotation im Spiel wesentlich besser. Auch ist die Mannschaft an den Eurocup-Begegnungen der letzten Wochen gewachsen. „ Dadurch können wir länger mit hoher Intensität spielen“, meint Wernthaler.

Die letzten fünf Spielminuten setzte sich der TSV Wasserburg immer mehr von seinem schärfsten Kontra-henten im Kampf um den Titel ab. Ein 12:2-Run verschaffte eine komfortable 18-Punkte-Führung, die es im Anschluss nur noch zu verwalten galt.

Jetzt hat sich der deutsche Meister erst einmal die Ferien mehr als verdient. Doch bevor die Basketball-Damen in der Bundesliga wieder ran müssen, steht die nächste Runde im Pokal an. Wie soeben bekannt gegeben wurde, steht der nächste Gegner fest. Am 5. Januar 2014 empfängt der TSV Wasserburg den Herner TC in der heimischen Badria-Halle.

Aber auch Abteilungsleiterin Gaby Brei freut sich jetzt aber erst einmal auf die nächsten zwei Wochen. Mit kleinen Präsenten bedankte sie sich nach dem Spiel bei all den zahlreichen Helfern, die das Erlebnis „Basketball Wasserburg“ überhaupt erst möglich machen. Für die Spielerinnen ging es im Anschluss an das Spiel erst einmal zum Feiern in Wasserburgs „Schranne“.

Es spielten: Anne Breitreiner (30 Punkte), Emma Cannon (14), Svenja Brunckhorst (9), Stephanie Wagner (8), Iva Roglic (6), Melissa Jeltema (5), Tiina Sten (4), Rebecca Thoresen (3), und Miriam Zeller. MJV

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