„Pfarrheime sollen Orte der Integration werden“

Kardinal Reinhard Marx überbrachte 10.000 Euro für die Flüchtlingshilfe

image_pdfimage_print

marxKardinal Reinhard Marx war heute im Landkreis zu Gast und hat zugesagt, dass das Erzbistum München und Freising seine Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe weiter verstärken wird. „Wir werden Schritt für Schritt unser Programm erweitern, auch finanziell“, so der Erzbischof von München und Freising heute bei einem Treffen mit Flüchtlingen und Helfern in der Pfarrei St. Georg in Stephanskirchen. Anlässlich seines Besuches überbrachte der Erzbischof auch eine Spende über 10.000 Euro für die Flüchtlingshilfe in der Region. In Stadt un d Landkreis Rosenheim leben derzeit mehr als 3000 Flüchtlinge.

Die Asylsozialberatung leisten neun Mitarbeiter der Caritas sowie neun Mitarbeiter von Diakonischem Werk und Bayerischem Roten Kreuz. Die für die Finanzierung der neun Mitarbeiter der Caritas notwendigen Eigenmittel stellt das Erzbistum München und Freising zur Verfügung. Die Asylsozialberater leisten Hilfestellung im Umgang mit Behörden, beraten zu Arbeit und Ausbildung und vermitteln Deutschkurse.

Rund 2000 Ehrenamtliche engagieren sich in Stadt und Landkreis Rosenheim für Flüchtlinge. Sie werden begleitet von zwei Mitarbeitern der Caritas, die zu drei Vierteln aus Mitteln des Erzbistums München und Freising finanziert werden. Sie bieten Fortbildungen an, helfen bei Aufbau und Organisation von Helferkreisen und vermitteln bei Konflikten.

Bei dem Besuch informierten Vertreter der Caritas über ihr Engagement, Vertreter des Helferkreises der Pfarrei präsentierten die Arbeit der Ehrenamtlichen. Landrat Wolfgang Berthaler, die Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim, Gabriele Bauer, sowie der Erste Bürgermeister der Gemeinde Stephanskirchen, Rainer Auer, sprachen Grußworte. 

Kardinal Marx bekräftigte, die Erzdiözese bleibe bei ihrer Willkommenskultur: „Wir müssen nun in die nächste Phase hineinkommen, die Phase der Integration. Wir müssen den Flüchtlingen helfen, dass sie hier bei uns leben und bleiben können.“

Bildung spiele bei der Integration eine zentrale Rolle: „Schule und Bildung sind dazu da, dass wir die Möglichkeiten entdecken, die in uns stecken.“ Das Erzbistum München und Freising werde weiterhin versuchen, neue Unterkünfte für Flüchtlinge bereitzustellen. Der Erzbischof betonte, dass „unsere Pfarrheime auch Räume sind für Begegnung und für Bildung, Orte der Integration und des Austausches, und dass wir diese Pfarrheime deswegen auch für unsere pfarrliche Arbeit und für die kommende Phase der Integration brauchen“.

Kardinal Marx dankte den Ehrenamtlichen für ihr Engagement: „Vielen herzlichen Dank an alle ehrenamtlichen Helfer! Lasst euch nicht entmutigen!“

Er sei „wirklich begeistert davon, was in den Pfarreien alles passiert, dass die Pfarreien Kristallisationspunkte der Hilfe geworden sind und dass wir neu entdecken: Auch dafür ist Kirche da.“ Der Erzbischof hatte sich zuvor ausführlich mit den Flüchtlingen über ihre Erfahrungen ausgetauscht und sich über ihre Situation informiert. Auch zahlreiche Helfer waren zu dem Treffen gekommen.

Im ehemaligen Pfarrhaus und in einem Appartement der Pfarrei St. Georg im Stephanskirchener Ortsteil Schloßberg wohnen rund 30 christliche und muslimische Flüchtlinge aus Eritrea und Nigeria. Ein Helferkreis der Pfarrei engagiert sich für sie und weitere Flüchtlinge vor Ort. Rund 50 Ehrenamtliche zwischen 20 und 75 Jahren gehören zum Helferkreis, neben Katholiken auch Protestanten und Bekenntnislose. Paten kümmern sich jeweils um einen oder mehrere Flüchtlinge und dienen als Ansprechpartner für alle Fragen des Alltags. Die Flüchtlinge werden gezielt in das pfarrliche und öffentliche Leben einbezogen, wenn sie eine Anerkennung oder Duldung erhalten, unterstützt sie der Helferkreis bei der Suche nach einer Wohnung und einem Arbeits- oder Ausbildungsplatz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

9 Gedanken zu „„Pfarrheime sollen Orte der Integration werden“

  1. Die örtlichen Pfarrer müssten nur ihre Häuser öffnen, Kirche im Burgerfeld unterkellert, Pfarrheim in der Stadt massig Platz. Da hört man aber kein erstes „Hier“ als Hilfe der Kirche.

    1

    0
    Antworten
    1. Ich habe auch eher das Gegenteil von „unserer“ Kirche am Ort gehört. Dabei ist eh kaum was los in unseren Pfarrheimen, ausser ein paar Chöre und gelegentlich ein Seniorennachmittag ist niemand drin.
      Schade, schade, Herr Dr. Schinagl!

      Da könnten Sie sich bei den Evangelischen was abkucken! Vielleicht wie teilen geht oder Nächstenliebe!?

      1

      0
      Antworten
    2. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

      0

      0
      Antworten
      1. Es ist schon traurig. In Wasserburg stehen zwei Pfarrsäle leer. Stadtpfarrer Schinagl sitzt alleine in seinem riesigen Pfarrhaus, aber Flüchtlinge sollen andere aufnehmen.

        Danke an die evangelische Kirche, die hier vor Ort engagiert hilft!

        1

        0
        Antworten
        1. Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten! (Oscar Wilde )
          Wenn gleich ich kein Kirchen-Kämpfer bin, sei dir das Zitat oben herzlichst gewidmet.

          Allein der Pfarrsaal St. Jakob wurde sofort zur Verfügung gestellt, um die aus der Realschulturnhalle verbannten Sportler aufzunehmen.

          Was denn noch? Sag doch dann, Julius H., wie viele sollen rein? Was geben die sanitären Anlagen her? Betreust du sie über Weihnachten und danach?

          0

          0
          Antworten
          1. Das ist der Witz: Die Sportler werden „aufgenommen“. Flüchtlinge eben nicht, schon sehr großherzig!

            1

            0
        2. Woher wollen Sie denn wissen, dass diese Räumlichkeiten leer stehen? Wo soll dann der Kirchenchor proben, wo die Ministranten Ihre Stunden abhalten, Proben der Stadtgarde etc. etc. Es reicht allmählich, dass man sich jetzt schon vorschreiben lassen muss, wer wieviele wo unterzubringen hat. Und im übrigen: Besuchen Sie doch erst einmal das Pfarrhaus, dann wüssten Sie auch, wie die Raumaufteilung dort aussieht. Aber es ist ja leicht, über etwas zu urteilen, obwohl man keinen blasssen Dunst davon hat. Letzten Endes wird auch die Erzdiözese entscheiden, was zu tun ist. Über die Unterbringungen in den Turnhallen bin ich ebenfalls in keinster Weise erfreut, da dies sowohl für die Migranten, aber auch für den Schulbetrieb keine befriedigende Lösung darstellt. Mögliche Lösung ???

          0

          0
          Antworten
      2. es macht zudem einen unterschied, ob man nach dem Sport etc. nach Hause gehen kann und duschen oder ob man 24 Stunden dort wohnt, ohne ausreichende sanitäranlagen „wohnen“ soll…

        0

        0
        Antworten
  2. Es geht bei der Öffnung der Kirchenräume nicht nur um Raum, um Flüchtlingen Wohnraum zu bieten, gerade für die Flüchtlinge in den Turnhallen wäre Raum, um sich tagsüber aufzuhalten, mehr als nötig.

    Oder wer will schon 24 Stunden über Wochen hinweg mit Hunderten auf so beengtem Raum zusammen leben?
    Gerade für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wären Raum und Beschäftigungsangebote nötig, um der Tristesse und Langeweile zu entkommen und „dummen Gedanken“ jeglicher Art vorzubeugen.

    0

    0
    Antworten