Soyen: 48 Flüchtlinge kommen am 15. Dezember

Über 200 interessierte Bürger beim Asyl-Infoabend der Gemeinde - Sachliche Diskussion

image_pdfimage_print

asyl3Soyen soll sich solidarisch zeigen – das war nicht nur die Hauptaussage von Bürgermeister Karl Fischberger, sondern auch der Tenor bei der großen Info-Veranstaltung der Gemeinde Soyen zum Thema Asyl am gestrigen Abend, zu der über 200 Bürger in den Saal beim Fischerwirt gekommen waren. 48 Flüchtlinge wird die Gemeinde demnächst aufnehmen, die im Container-Modul im Gewerbegebiet Richtung Lengmoos wohnen werden (wir berichteten bereits). 

Bürgermeister Karl Fischberger hatte zu dem Info-Abend geladen. Dr. Manuel Diller vom Landratsamt stand ebenso Rede und Antwort, wie einige weitere Sprecher von Hilfseinrichtungen.

asyl8 Dr. Manuel DillerDiller (links) sagte eingangs seiner Ausführungen, der Wohnungsmarkt sei für Flüchtlinge im Landkreis mittlerweile komplett leergefegt. Es müsse auf andere Unterbringungsmöglichkeiten ausgewichen werden. Für Soyen seien zunächst 48 Asylbewerber geplant, die am 15. Dezember erwartet würden. „Vorausgesetzt, die Container werden rechtzeitig geliefert.“ Andernfalls würden echte Probleme drohen, sagte er ernst. „Es wird Winter. Die Gefahr, dass wir Erfrierungstote bekommen, steigt.“

Die meisten Flüchtlinge kämen übrigens aus Syrien, Afghanistan und Afrika. Diller schilderte Einzelschicksale der Flüchtlinge und deren Fluchtrouten – vom Heimatort bis zur Erstaufnahme. Die Flüchtlinge, deren Unterbringung in Soyen geplant sei, kämen voraussichtlich direkt aus der Erstunterbringung in der Turnhalle Raubling. „Darunter sind gut ein Viertel Familien.“

Potenziellen freiwilligen Helfer versicherte Diller, sie seien über die Ehrenamtsversicherung geschützt. Jeder Asylbewerber erhalte übrigens rund 330 Euro monatlich – was unter dem Hartz4-Satz liege.

asyl6 Roman TalerRoman Taler, Ehrenamtsbeauftragter des Landkreises Rosenheim, war ebenfalls zum Info-Abend nach Soyen gekommen. Seine Aufgabe ist es, die Freiwilligen zu lenken und zu begleiten. Er klärt zudem Probleme mit den Ämtern. Taler versicherte, auch den Soyener Helfern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Die anschließende Diskussionen verlief ruhig und sachlich. Die Soyener diskutierten fair miteinander und es gab nur wenige Bedenken zur Flüchtlingsunterbringung. 

Die häufigste Frage war die nach dem Standort in Soyen. Der Bürgermeister dazu: „Uns ist keine einzige freie Wohnung in der Gemeinde gemeldet worden. Nur Grundstücke wurde angeboten.“ 

So sei es dazu gekommen, dass sich das Landratsamt, aus zwei Angeboten das passende auswählt habe. „Ein Gemeinderatsbeschluss war dabei nicht notwendig.“

po/Fotos: po

asyl5

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.