Erste Autobahn-Demo im Freistaat

Wegen der Vignetten-Kontrollen ab Kufstein - Landrat mit dabei

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NeiderhellLandkreis – Mehr als tausend Demonstranten hatten sich an diesem Sonntag auf der Inntalautobahn versammelt, um gegen die Vignettenkontrollen bei Kufstein zu protestieren, das teilte die Polizei mit, die ein Großaufgebot vor Ort geschickt hatte. Mit dabei: Landrat Josef Neiderhell. Nichts hatten die Debatten, Appelle und Briefe verschiedenster Politiker und Interessensgruppen aus dem Landkreis bewirkt. Seit Sonntag null Uhr wird auch bis Kufstein-Süd die Autobahnvignette kontrolliert. Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) war hart geblieben und hob die Sonderregelung nach 15 Jahren auf.

Es könne „keine Ausnahmen für gewisse Abschnitte geben“, sagt Bures. Der Freistaat Bayern erlebte heute eine Premiere: Noch nie zuvor war eine Demonstration auf einer Autobahn genehmigt worden

Landrat Josef Neiderhell beteiligte sich an der Demonstration auf bayerischer Seite. Wegen zweier zeitgleich stattfindender Protestkundgebungen auf deutscher und österreichischer Seite wurde die Inntalautobahn an diesem Sonntagvormittag zwischen Kiefersfelden und Kufstein in beide Richtungen gesperrt. Größere Verkehrsbehinderungen blieben aus und auch die Versammlung auf deutscher Seite verlief ohne Zwischenfälle, so dass die Polizei ein durchwegs positives Resumee ziehen konnte. Anlass für die Protestkundgebungen waren die Ankündigungen der österreichischen Betreiberfirma ASFINAG, ab diesem Sonntag, 1. Dezember, die Vignetten-Kontrollen zwischen der Landesgrenze zu Österreich und der Ausfahrt Kufstein-Süd einzuführen.

Der Versammlungsleiter konnte fast 1.000 Interessierte, die meisten davon Kiefersfeldener Bürger, für sein Anliegen mobilisieren. Pünktlich um 10 Uhr marschierten die Demonstranten auf die gesperrte Autobahn bis zur Landesgrenze, wo mehrere Redner ihre Anliegen vorbrachten. Es kam laut Polizei zu keinerlei Störungen oder Zwischenfällen. Auf deutscher Seite waren am Vormittag rund 40 Polizeibeamte im Einsatz, die sich neben der Betreuung der Kundgebung vor allem um die Bewältigung der Verkehrsaufgaben kümmerten.

Genau nach Zeitplan wurde der Verkehr auf der Inntalautobahn in Richtung Tirol um 9.30 Uhr gesperrt und an der Anschlussstelle Kiefersfelden ausgeleitet. Auf der Staatsstrasse durch Kiefersfelden in Richtung Kufstein kam es bis Mittag aber kaum zu Verkehrsbehinderungen. Die meisten Autofahrer hatten wohl in den vergangenen Tagen aus den Medien von der bevorstehenden Autobahnsperrung gehört und mieden diesen Bereich. Ebenso wurden nur vereinzelt Lkw-Fahrer festgestellt, die problemlos für die Dauer der Sperrung im Bereich der Tank- und Rastanlage ihre Fahrzeuge abstellen konnten. Bereits um 11.30 Uhr konnte Polizeieinsatzleiter Andreas Schober von der Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim melden: „Sperrung aufgehoben, der Verkehr rollt wieder.“

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