Kompliment, Albaching, für dieses Theaterstück

Ein fröhlicher Abend mit einer starken Botschaft: Der Theater- und Musikverein Albaching bringt die klassische Komödie „Der Talisman“ noch vier Mal auf die Bühne im Bürgersaal. Eine Posse von Nestroy - voller Humor, Verwechslungen und überraschender Wendungen. Nicht nur das Publikum hatte viel zu lachen, sondern auch das Ensemble selbst - wie unser Foto zeigt. Und erstmals führt dabei Magdalena Haneberg (ganz rechts) die Regie - zudem selbst mitspielend. Überragend in der Hauptrolle: Michael Binsteiner.
Mit seinem Lehrstück über Vorurteil und Ausgrenzung, Karrierestreben und Überbewertung von Äußerlichkeiten hat Nestroy im Jahre 1840 eine seiner reizvollsten und aktuellsten Satiren geschaffen. Bissiger gesellschaftlicher Spott - eine Vorverurteilung nur wegen der Haarfarbe - verpackt in Situationskomik.
Aber die Zeit, auch das erzählt diese so zeitlose Inszenierung, ändert manchmal leider genau gar nichts - das Vorurteil überlebt auch die Jahrhunderte.
Wir waren bei der ausverkauften Premiere dabei. Unser Bericht, unsere Bilder ...
Fotos: Renate Drax

Eine wahrlich starke Inszenierung ist gelungen. Jedes Detail für sich, von der Ausstattung über das Schauspiel bis hin zur Musik – alles reflektiert in Albaching den Kern des Nestroy’schen Stücks.
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Darum geht’s:
Titus Feuerfuchs – ein rothaariger, junger Mann – kommt aufs Land, um mit knurrendem Magen sein Berufsglück zu suchen. Doch das Vorurteil wiegt schwerer als das Mitgefühl für einen, der ganz unten ist. Titus‘ feuerroter Schopf löst bei seinen Mitmenschen Abscheu und Antipathien aus, lediglich die ebenfalls rothaarige und gleichsam ins Außen gedrängte Salome hat etwas für den armen Kerl übrig. Wie es das Glück so will, rettet Titus der Friseur Monsieur Marquis und bekommt anstelle ersehnter Almosen in Form von Barem einen Talisman, der sich schon bald als viel wertvoller entpuppt: Marquis schenkt Titus eine seiner schwarzen Perücken und fortan mogelt sich der wortgewandte Titus binnen Rekordzeit nach oben. Von der Gärtnerin zur Kammerfrau, von der Kammerfrau zur Fürstin – eine Frau nach der anderen wickelt der plötzlich allseits Begehrte um den Finger … mehr wird aber noch nicht verraten.

Chapeau, Magdalena Haneberg: In der Rolle der Salome – taumelnd zwischen Tragik und Komik, zwischen selbstbewusster Kessheit und der Verletzlichkeit der Außenseiterin – gelingt auch ihr eine bewegende, schauspielerische Leistung. Und das, obwohl sie erstmals zudem auch die Regisseurin der Theateraufführungen ist …
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Und Chapeau, Michael Binsteiner: Schein und Sein so absurd nah beieinander – er spielt die Hauptrolle des rothaarigen Titus mit unfassbar viel Text und Präsenz. Mit einer Körperlichkeit, einer Lebendigkeit, die in Erinnerung bleiben wird. Sonderapplaus für ihn.


Besonders schön: Musikalisch immer wieder ergänzt wird zwischendrin das Stück mit sehr gut passenden Texten aus Austropop und bayerischen Liedern von Wolfgang Ambros, STS oder auch Dreiviertelblut. Peter Pfitzmaier spielt Gitarre, Franz Konrad singt dazu – siehe Foto. Bei der Premiere fehlte Paula Langer, die ebenfalls hier mit auftritt.
Und nicht zu vergessen alle anderen des Ensembles auf der Bühne – da geht, ein jeder für sich und voll und ganz in seiner Rolle auf, übersetzt die Eigenarten der jeweiligen Figuren ganz im Geiste des Volkstheaters. Ob grobschlächtig oder affektiert, ob pseudo-edel oder derb, jede und jeder findet die passende Haltung zu seiner Figur … Ein Glücksfall für eine Laienbühne.
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Gemeint sind (im Bild oben von links) Sebastian Friesinger jun., Herbert Binsteiner, Stefan Fleidl und Ronja Langer.
Sowie ebenso (im Bild unten von links) Luise Heinz (als Nachwuchs-Spielerin erstmals mit dabei), Brigitte Voglsammer, Hans-Jürgen Wagner und Michaela Ott.


Nicht zu vergessen zudem sie als eingespieltes Team – beispielgebend für alle hinter den Kulissen: Im Bild unten von links Bärbel Pfitzmaier, die für die tollen Kostüme gesorgt hat, Sylvia Liebmann, die gemeinsam mit Alex Langer als Regie-Assistentinnen mithalfen, und Christa Schwimmer, die für die Maske verantwortlich zeichnet.

Die weiteren Aufführungstermine:
- Freitag, 6. November, 20 Uhr
- Samstag, 7. November, 20 Uhr
- Sonntag, 8. November, 18 Uhr
- Freitag, 13. November, 20 Uhr
Karten gibt es noch online unter theater-albaching.de sowie – TIPP – eigens zusätzlich am morgigen Mittwoch, 4. November, von 18 bis 20 Uhr im Bürgersaal Albaching.
Der Eintrittspreis beträgt zehn Euro und acht Euro ermäßigt für Schüler, Studenten und Menschen mit Beeinträchtigung. Falls nicht ausverkauft, sind auch jeweils Karten an der Abendkasse erhältlich. Einlass ist eine Stunde vor Beginn.
Weitere Informationen: theater-albaching.de oder auf Instagram theater.albaching
Ein Paar weitere Impressionen zur Premiere





















Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/11/03/morgen-in-albaching-eine-premiere-bei-der-premiere/
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