Investitionen in Gesundheit und Zukunft

Der Bericht aus dem Inn-Klinikum, der Beschluss zur Fortführung der kostenfreien Fahrradmitnahme in den Regionalzügen sowie die Weiterführung des Förderprogramms Bildungskommunen waren zentrale Themen der jüngsten Sitzung des Mühldorfer Kreistags.
Das Inn-Klinikum Altötting und Mühldorf hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit von 23,1 Millionen Euro abgeschlossen und damit das geplante Jahresergebnis um rund eine Million Euro unterschritten. Auch für 2026 strebt das gemeinsame Kommunalunternehmen der Landkreise Mühldorf und Altötting eine weitere Verbesserung an: Das Defizit soll unter 20 Millionen Euro sinken. Über die wirtschaftliche Entwicklung, die Auswirkungen der geplanten Einsparungen im Gesundheitswesen und die weitere strategische Ausrichtung berichtete Vorstandsvorsitzender Thomas Ewald in der Kreistagssitzung.
Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sei es gelungen, das Defizit gegenüber dem Vorjahr weiter zu reduzieren, so Ewald. Für 2026 sei das angestrebte Ergebnis nach aktuellem Stand erreichbar. Auch für 2027 sehe das Inn-Klinikum Potenzial für eine weitere Ergebnisverbesserung. Ziel sei es, das Ergebnis auf einem ähnlichen Niveau wie 2026 zu halten.
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Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Krankenhäuser bleiben herausfordernd. Insbesondere das geplante Sparpaket der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), dessen Maßnahmen ab 2027 greifen sollen, wird sich nach aktueller Einschätzung des Inn-Klinikums deutlich auswirken. Ewald zufolge könnten die zusätzlichen Belastungen für das gemeinsame Kommunalunternehmen rund neun Millionen Euro pro Jahr betragen.
Umso wichtiger seien weitere Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Einsparpotenziale sieht das InnKlinikum insbesondere bei den Sachkosten. Die Zusammenarbeit mit den Kliniken Südostbayern (KSOB) biete dabei konkrete Möglichkeiten: Durch ein größeres gemeinsames Beschaffungsvolumen könnten bessere Rahmenverträge mit Lieferanten abgeschlossen werden. Davon solle die gesamte Versorgungsregion profitieren.
Neben der wirtschaftlichen Stabilisierung treibt das Inn-Klinikum die Weiterentwicklung seiner medizinischen Angebote voran. Das Versorgungsangebot wurde neu geordnet, bestehende Strukturen wurden gestärkt und zusätzliche Leistungen geschaffen. Die Notfallzentren in Altötting und Mühldorf verzeichnen nach Angaben des Inn-Klinikums stetig steigende Fallzahlen. Mit ihrer neu strukturierten Ausrichtung leisten sie einen wichtigen Beitrag zur regionalen Notfallversorgung.
Am Standort Mühldorf wurde in dieser Woche ein OP-Roboter in Betrieb genommen. Das moderne Medizintechniksystem soll in der Urologie sowie in der Allgemein- und Viszeralchirurgie zum Einsatz kommen. Damit erweitert das InnKlinikum sein technisches Angebot und stärkt den Standort um eine weitere innovative Behandlungsmöglichkeit. Auch der moderne Neubau mit Komfortbereich unterstreiche die Weiterentwicklung des Klinikstandorts. Darüber hinaus soll das Gesundheitsangebot in Mühldorf weiter ausgebaut werden. Geplant ist der Start eines orthopädischen Reha-Zentrums. Zudem soll das Weaningzentrum, in dem Patientinnen und Patienten schrittweise von einer künstlichen Beatmung entwöhnt werden, als wichtiger Teil der Pneumologie zertifiziert werden.
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Für die kommenden Jahre setzt das Inn-Klinikum darauf, das Vertrauen der Bevölkerung in die medizinische Versorgung vor Ort weiter zu stärken und die Patientenzufriedenheit zu verbessern. Dazu sollen organisatorische Abläufe optimiert, die Kommunikation und Vernetzung mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegeeinrichtungen intensiviert und die Infrastruktur kontinuierlich modernisiert werden. Das erklärte Ziel des Inn-Klinikums ist es, wirtschaftliche Verantwortung mit einer leistungsfähigen und modernen Gesundheitsversorgung zu verbinden – damit das Inn-Klinikum auch künftig die „Klinik des Vertrauens“ für die Menschen in der Region ist.
„Der Weg stimmt, wir sind auf Kurs“, sagte Landrat Max Heimerl. Und weiter: „Der Kurs stimmt aber nicht nur wirtschaftlich, sondern auch mit Blick auf die Qualität der Medizin. Und das ist für die Bürger in der Region nun einmal entscheidend. Aber auch dahingehend können wir mit Stolz sagen: Wir verbessern uns ständig!“
Landkreis bewirbt sich um Anschlussförderung für „Bildungskommunen“
Der Landkreis Mühldorf will sein etabliertes kommunales Bildungsmanagement mit „Lernen vor Ort“ weiterführen und bestehende Netzwerke nachhaltig sichern. Der Kreistag hat die Beantragung einer Anschlussförderung im Bundesprogramm „Bildungskommunen“ für den Zeitraum vom 1. Januar 2027 bis zum 30. Juni 2029 einstimmig befürwortet. Die Verwaltung wurde beauftragt, den Förderantrag fristgerecht einzureichen.
„Die zweite Förderphase der Bildungskommunen ist auch in finanziell schwierigen Zeiten eine Chance, unsere Angebote über das Bildungsmanagement aufrechtzuerhalten. Denn wenn alle Bildungsinstitutionen gut zusammenarbeiten und ihr Wissen austauschen, profitieren am Ende vor allem die Kinder, Jugendlichen und Familien bei uns vor Ort davon. Und das ist mir wichtig“, sagte Landrat Max Heimerl.
Mit „Lernen vor Ort“ verfügt der Landkreis über eine zentrale Anlaufstelle für Bildungsfragen. Sie vernetzt Kindertageseinrichtungen, Schulen und weitere Bildungsinstitutionen, koordiniert Aktivitäten in der Bildungsregion und unterstützt die Bildungsplanung mit Daten aus dem Bildungsmonitoring. Seit Januar 2023 werden ausgewählte Aktivitäten im Rahmen des Bundesprogramms „Bildungskommunen“ gefördert.
In der ersten Förderphase wurden unter anderem die Datengrundlage für die Bildungsplanung um kleinräumige Sozialstruktur- und Rahmenbedingungsdaten erweitert und deren Einsatz für die Planung und Steuerung erprobt. Zudem wurde das Bildungsportal Inn-Salzach neu aufgestellt: Unter dem Namen mit.dabei – Dein Portal für Beratung, Bildung und Unterstützung finden Bürger unter mitdabei.lra-mue.de Bildungs- und Beratungsangebote im Landkreis. Weitere Schwerpunkte waren die Entwicklung von Leitlinien für die Bildungsregion sowie der Aufbau der Handlungsfelder Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Inklusion und Teilhabe. Dazu wurden unter anderem Fachtage, Fortbildungen und Netzwerktreffen organisiert sowie Praxis- und Handlungsleitfäden erarbeitet.
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Mit der geplanten Anschlussförderung sollen die aufgebauten Strukturen und Kooperationen fortgeführt und verstetigt werden. Der Landkreis setzt dabei weiterhin auf die Schwerpunkte Bildung für nachhaltige Entwicklung und Inklusion. Darüber hinaus sollen die Leitlinien „Bildung gemeinsam gestalten“ stärker in die Praxis umgesetzt werden. Sie beschreiben wichtige Zukunftskompetenzen wie Dialog- und Konfliktfähigkeit, den kritischen Umgang mit Informationen, Resilienz, Eigeninitiative und digitale Grundfähigkeiten.
Die Förderung in Höhe von 143.108 Euro umfasst Personalmittel sowie Sach- und Reisekosten und entlastet den Landkreishaushalt für die kommenden 2,5 Jahre. Der entsprechende Antrag muss dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Oktober 2026 vorliegen. Die Entscheidung über die Weiterförderung wird bis Ende des Jahres erwartet. Die Einplanung der notwendigen Mittel in den jeweiligen Haushaltsjahren steht unter dem Vorbehalt der Förderbewilligung.
Kreistag beschließt Fortführung der kostenfreien Fahrradmitnahme in Regionalzügen
Der Kreistag hat einstimmig beschlossen, die kostenfreie Fahrradmitnahme in den Regionalzügen der Südostbayernbahn (SOB) auf unbestimmte Zeit fortzuführen. Damit bleibt das seit mehr als 25 Jahren bestehende Angebot für die Bürger erhalten. Die jährlichen Kosten für den Landkreis steigen 2027 von derzeit 16.108 Euro auf 16.683,06 Euro. Grundlage ist eine jährliche Anpassung des Ausgleichsbetrags um 3,57 Prozent. Die kostenfreie Fahrradmitnahme erleichtert die Verbindung von Bahn und Fahrrad im Alltag und in der Freizeit und unterstützt damit eine umweltfreundliche Mobilität. Auch das Projekt „Mühldorfer Radl-Stern“ profitiert von der Fortführung.
Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/20/investitionen-in-gesundheit-und-zukunft/
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