„Jahrhundert-Fund“ am Inn bei Teufelsbruck

„Jahrhundert-Fund“ am Inn bei Teufelsbruck

Als der mit 148 Zentimetern Länge und 35,73 Kilogramm Gewicht wohl größte in der Neuzeit je gemessene Huchen am Inn bei Teufelsbruck tot angeschwemmt wird, sind der Jungfischer Leonhard Hanslmeier (9) und sein Vater Thomas (Jugendwart beim Anglerbund ISARIA München) die ersten Fischereiberechtigten vor Ort. Sofort war ihnen klar, dass es sich um einen Jahrhundertfisch handelt.

Mit dieser Länge und Gewicht zählt der im Inn bei Teufelsbruck gefundene Huchen zu den außergewöhnlichsten dokumentierten Großhuchen Bayerns. Der Landesfischereiverband Bayern gibt die Maximallänge der Art mit rund 150 Zentimetern an. Bekannte Großfische der jüngeren Vergangenheit, darunter ein 141 Zentimeter langer und 30,5 Kilogramm schwerer Huchen aus dem Inn bei Rosenheim, waren deutlich kleiner und leichter.

Huchen sind eine Besonderheit und Rarität in den oberbayerischen Gewässern. Ehemals in vielen großen, schnell fließenden Strömen beheimatet, ist der große Salmonide nur noch an sehr wenigen Fließgewässern Deutschlands beheimatet. Das gefundene Tier war weiblich, eine Obduktion offenbarte eine Eierstockentzündung als Mortalitätsursache. Entsprechend stolz ist der Anglerbund ISARIA München über die stabilen Bestände der Großfische im heimischen Inn zwischen Wasserburg und Mühldorf. „Wir als Anglerbund ISARIA investieren sehr viel finanzielles und ehrenamtliches Engagement in den Erhalt der heimischen Arten im Inn. Besonders der genetische Erhalt der Inn-Äsche und des Huchens sind in unserem Verein tief verankert und ist essenziell für den Fortbestand dieser bedrohten Fischarten“ sagt der 1. Vorsitzende des Vereins, Dr. Markus Huber. Man habe eine eigene Fischzucht, in der sehr auf die genetische Reinheit der bestandsstützenden Maßnahmen geachtet werde und arbeite auch mit einem Team rund um Dr. Christoffer Nagel vom Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie der TU München (TUM) in verschiedenen Forschungsprojekten zusammen. Die TUM wird auch die genetische Analyse und Altersbestimmung des jetzt gefundenen Rekordhuchens übernehmen.

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„Der Fund des Rekordhuchens beweist, dass die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarvereinen, der TU München und dem Kraftwerksbetreiber VERBUND Innkraftwerke, der durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen und die Anlage von naturnahen Umgehungsgewässern, die Schaffung neuer Jungfisch-Habitate und Laichplätze maßgeblich vorantreibt, Früchte trägt“, fügt Dr. Markus Huber hinzu.

Der Rekordfund liegt mittlerweile beim Spezialisten und Fischpräparator Christian Hofinger im österreichischen Ohlsdorf: ein Präparat soll den Fisch für die Zukunft erhalten, damit er auch von einer breiten Öffentlichkeit betrachtet werden kann.

Über den Huchen

Der Huchen (hucho hucho) ist der größte dauerhaft im Süßwasser lebende Lachsartige (Salmonide) Europas. Als Spitzenprädator ist er eine sogenannte Schirmart für intakte Flussökosysteme. Er ernährt sich von anderen Fischen, große Exemplare u.a. von Forellen bis 30 Zentimetern Länge. Huchen benötigen saubere, sauerstoffreiche und kalte Gewässer mit tieferen Gumpen als Rückzugsort und schlammfreie Kiesbänke für die Eiablage.

Über den Anglerbund ISARA München

Der Anglerbund ISARIA München wurde 1908 in München gegründet. Der Verein steht für eine nachhaltige Angelei und sieht den Kern seiner Aufgabe im Natur- und Gewässerschutz. Er bewirtschaftet neben einigen Stillgewässern im Alpenvorland auch einen Abschnitt des Inns. Ein besonderes Augenmerk des Vereins liegt im Erhalt der autochthonen Inngenetik von Äsche (Thymallus thymallus) und Huchen (Hucho hucho). Eine eigene Zucht von Jungfischen wird durch diverse Biotopschutzmaßnahen (Kiesbank-Pflege, Gewässerstrukturierung) ehrenamtlich unterstützt.

Beispielbild: Andreas Hartl LFL Bayern 

Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/16/jahrhundert-fund-am-inn-bei-teufelsbruck/

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