Zwei Testzentren für die Stadt

Projekte der TSV-Fußballer und Johanniter starten - Breite Zustimmung im Hauptausschuss

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Die Stadt Wasserburg wird ab Montag ein eigenes Corona-Schnelltestzentrum erhalten. Die Johanniter sind kurz vor dem Abschluss aller nötigen Vorbereitungen für eine Teststation mit Drive-in an der Priener Straße (Foto). Am 1. April soll dann auch für die Altstadt ein Testzentrum eröffnet werden. Die Fußballer des TSV Wasserburg stellen dafür nicht nur das Sportheim an der Landwehrstraße als Räumlichkeit zur Verfügung, sondern helfen auch tatkräftig mit. Für beide Projekte sagte gestern der Hauptausschuss bei seiner Sitzung die volle Unterstützung der Stadt zu. 

„In Sachen Corona-Tests haben sich die Ereignisse in den letzten Tagen quasi überschlagen”, sagte Bürgermeister Michael Kölbl, der dem Hauptausschuss gestern die Projekte der Johanniter und der TSV-Fußballer vorstellte. „In der Altstadt haben wir intensiv nach einem Standort für das Testzentrum gesucht. Allerdings ohne Erfolg.”  Letztlich sei das Sportheim an der Landwehrstraße, das die Fußballer angeboten hätten, jetzt die beste Lösung. „Auch, wenn es fußläufig und für Gehbehinderte nicht ganz ideal liegt.” Auf jeden Fall aber begrüße man das Engagement der TSV-Fußballer in vollem Umfang. „Wir sollten alles Nötige dafür tun, dass das Testzentrum im April seinen Betrieb aufnehmen kann.”

Mit dem Driv-in-Testzentrum an der Priener Straße böten die Johanniter eine Alternative, die bestens mit dem Auto erreichbar sei. „Und die Johanniter werden wohl schon kommenden Montag starten, wenn die noch ausstehenden Genehmigungen aus Rosenheim rechtzeitig eintreffen, wovon wir ausgehen.”

Das Testzentrum der Johanniter sei übrigens mit dem Wasserburger BRK abgesprochen. „Das Rote Kreuz konzentriert sich auf andere Orte, steht aber in Wasserburg Gewehr bei Fuß, sollten die beiden städtischen Testzentren überlastet werden.” Eine Konkurrenzsituation befürchtet der Bürgermeister nicht: „Wenn sich täglich wie prognostiziert 2,5 Prozent der Bevölkerung testen lassen, würde das in Wasserburg schon 300 Tests am Tag ausmachen. Da ist das Umland noch gar nicht eingerechnet. Der Bedarf ist also groß.”

Lob gab es vom Bürgermeister für Fußballer und Johanniter gleichermaßen: „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir solches Engagement in der Stadt haben und dass wir das unterstützen können. Das ist in Zeiten von Corona endlich auch mal was Erfreuliches.”

Wolfgang Janeczka (SPD) nahm als erster für seine Fraktion Stellung. Linke und SPD hatten einen eigenen Antrag zur Errichtung eines Testzentrums eingebracht (wir berichteten). „Wir sind da jetzt quasi überholt worden. Das macht aber nichts. Wichtig ist, dass was passiert.” Es gebe derzeit nur zwei Strategien im Kampf gegen Corona: „Impfen und testen.” Nachdem es beim Impfen immer wieder Verzögerungen gebe, sei das Testen um so wichtiger. „Und da helfen die Selbsttest eher wenig. Wer sich da mal Beipackzettel und Bedienungsanleitung angeschaut hat, wird feststellen, dass das nicht jedermanns Sache sein wird.” Deshalb seien die Tests durch Profis sehr wichtig.

 

Das sieht auch Heike Maas (CSU) so, die sich besonders über das Engagement der Wasserburger Fußballer freute. „Es ist großartig, wie sich die reinhängen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sie ja keine Profis auf dem Gebiet sind.” Maas weiter: „Wir begrüßen beide Projekte sehr. Mit Selbsttests tun sich viele Menschen schwer. Da sind die beiden Testzentren eine echte Hilfe.”

„Testen, testen, testen. Das ist, was uns im Augenblick bleibt”, sagte Werner Gartner (SPD). Derzeit müsse man durch Tests so viele Corona-Infizierte wie möglich erfassen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Eine Lanze brach Edith Stürmlinger (Bürgerforum) für den Standort an der Landwehrstraße. „Ich finde, das Sportheim  liegt durchaus zentral. Der Parkplatz am Gries ist nur 300 Meter weg. Und man kann auch mit dem Auto vorfahren und jemanden aussteigen lassen. Das ist kein Problem.” Das TSV-Sportheim und der Zugang seien zudem absolut barrierefrei. „Der Standort für das Testzentrum ist in meinen Augen sehr gut gewählt.”  Auch Stürmlinger dankte den TSV-Fußballern und Abteilungsleiter Kevin Klammer für deren Initiative und gab der Verwaltung noch eine Anregung mit auf den Weg: „Vielleicht könnte man eine der drei Parkbuchten am Bauhof für das neue Testzentrum reservieren.”

 

Der Hauptausschuss der Stadt gab schließlich ohne Gegenstimme grünes Licht für beide Testzentren. Die Verwaltung bietet für beide Projekte nach Möglichkeit und im „verhältnismäßigen Rahmen” ihre Unterstützung an.

 

 

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10 Kommentare zu “Zwei Testzentren für die Stadt

  1. Endlich mal Licht am Ende des Tunnels, was Tübingen und Rostock schon monatelang machen, wo die Inzidenz so niedrig ist wie nirgends, hier in der Republick, Respekt Wasserburg 👍, endlich läufts

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  2. Super! Eine gute Nachricht.

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  3. Und was kostet dann ein Test?

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  4. @Birgitta Franz: Was genau läuft denn jetzt endlich? Ich sehe nur Politiker die versagen und nichts auf die Kette bekommen. Und nur weil jetzt zwei Testzentren eingerichtet wurden läuft noch lange nichts. (Keine Kritik an den TSV und die Johanniter)

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  5. Ich finde es echt gut das die Schulen wieder geschlossen werden. Dort ist nähmlich der Haupt infefektionsherd. Für die Betreuung der Kinder ist durch die Eltern gesorgt die sich Urlaub nehmen müssen. Ein normaler Urlaub ist fieses Jahr sowieso nicht drin.

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  6. Wenn das mal nicht nach hinten losgeht … falsch-positive Corona-Tests und die (hochheilige) Inzidenz wird niemals sinken.

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  7. Lieber Nachbar
    Sie haben zwar Recht auf ihre Meinung aber diese kann ich in keinster Weise befürworten. Schule Infektionsherd Nr1!!!!

    Ich bin froh wenn die Schule wieder öffnet und würde es unabhängig von den Zahlen machen. Bildung ist sehr wichtig und es wird für die meisten schwer das verpasste einigermaßen aufzuholen.

    Urlaub bedeutet nicht alles zu verbrauchen für die Betreuung. Das habeb sogar unsere Politiker begriffen und den Leuten bissl unter die Arme gegriffen.

    Ehrlich gesagt mit ihrer Einstellung dürften sie garnicht vor die Tür treten vor lauter Angst.

    Urlaub ist ausserdem möglich und wird auch gemacht. Ob Italien Kroatien Frankreich Türkei oder Mallorca wird kurzfristig entschieden.

    Nix für ungut und allen beste Gesundheit

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    1. da gebe ich dem Josef vollkommen Recht, anscheinend hat Herr Nachbar keine Kinder und hat die Schule, nie vermisst!
      Herr Nachbar sollte sich lieber mal in einen Supermarkt zur Verfügung stellen und dort auf die Abstandregeln schauen, denn das sind die waren Infektionsherde!

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  8. Natürlich läuft es noch ned so wie man es erhofft, Persönlichkeiten wie Palmers in Tübingen oder Madsen in Rostock so jemand brauchen wir an oberster Stelle und nicht unsere Trantüten von Politikern, die auch noch sehr gut bezahlt sind oder durch Neben Tätigkeiten sich sehr gut bezahlen lassen :/

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  9. @Nachbar wenn Sie den Wochenbericht lesen dann steht da 6 % in Schulen und Kindertageseinrichtungen (und das diese Woche mit 16 Fällen aus dem Fussballinternat, da gehen die Kinder nicht nur zum Unterricht, sondern wohnen und Essen auch dort) 9% am Arbeitsplatz und 46% im Privaten Umfeld. Wie können dann Schulen die Hauptinfektionsherde sein?
    Und es ist ja ganz einfach dass sich die Eltern Urlaub nehmen. manche Arbeitgeber sind da total begeistert und dann können sich manche Eltern gleich bald eine neue
    Arbeitsstelle suchen.
    Haben Sie auch Kinder, die Sie betreuen müssen, wenn die nicht in die Schule können?

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