Die sanfte Revolution im Kuhstall

Seit vielen Jahren besuchen die ehemaligen Landwirtschaftsschüler am Kirchweihmontag einen landwirtschaftlichen Vorzeigebetrieb. So fanden sich in diesem Jahr über 600 interessierte Besucher, überwiegend Landwirte mit Familien und Freunden, am neuen Milchviehstall des Biobetriebes Koller in Berbling ein. Der Stall wurde als Wohlfühlstall für Mensch und Tier konzipiert. Dabei wurden die Empfehlungen des bekannten Landwirtschaftsberaters Christian Manser aus der Schweiz umgesetzt, der bei allen Überlegungen zum Stallbau das Wohl der einzelnen Kuh in den Mittelpunkt stellt.
Mitarbeiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten empfingen die Gäste, teilten ein Informationsblatt zum Betrieb aus und achteten darauf, dass alle Besucher über die ausgelegten Desinfektionsmatten gingen, bevor sie den Stall betraten. Der Vorsitzende des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung Josef Grandl eröffnete die Veranstaltung, begrüßte die vielen Gäste aus Nah und Fern und bedankte sich im Besonderen bei Familie Koller für die Gastfreundschaft.
Anna Bruckmeier, Leiterin des AELF Rosenheim, beglückwünschte die Familie zum neuen Wohlfühlstall. Das gut durchdachte Konzept, das auf der Grundlage von neuen Erkenntnissen darauf fokussiert sei, dass es allen Kühen im Stall, auch den schwächeren gut gehe, sei eine sanfte Revolution im Kuhstall. Gesunde Kühe, die sich im Stall wohl fühlen, wären leistungsbereiter und damit auch wirtschaftlicher. Ebenso wichtig sei es aber auch, dass die Landwirte mit dem System gut zurechtkommen. Anna Bruckmeier wies darauf hin, dass es gelungen sei, den Schweizer Berater Christian Manser als Referenten für den Rosenheimer Milchviehtag am 03. Dezember zu gewinnen.
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Anschließend stellten Betriebsleiter Alois Koller und Hofnachfolger Emanuel Koller den Betrieb vor. Da die alte Hofstelle im Dorf viel zu beengt ist, wurde der neue Stall in 200 Meter Entfernung gebaut. Zum Biohof gehören ein Außenbereich mit Futtertisch und der Zugang zu einer angrenzenden Weide. Der Stall wurde im November 2025 bezogen und bietet Platz für 73 Milchkühe. Das Jungvieh wurde ausgelagert und wird auf Partnerbetrieben aufgezogen. Auf dem Dach des neuen Stalles wurde eine PV – Anlage installiert, die einen großen Teil des eigenen Strombedarfs abdecken kann. Priorität wurde auf die Wirtschaftlichkeit gelegt. Die Investition muss der Betriebsleiter tragen und ist langfristig finanziert.
Beim Betriebsrundgang gingen Monika Schaecke vom AELF Rosenheim und Emanuel Koller auf die Besonderheiten des Stalles ein. Er ist ungewöhnlich hoch, nach Westen und Osten offen und deshalb sehr luftig. 6 Ventilatoren sorgen an heißen Sommertagen für zusätzliche Luftbewegung. Die Kühe haben zum Liegen und Fressen viel Platz. Die Liegeflächen werden zudem mit verrottetem Pferdemist eingestreut und sind sehr weich und bequem. Die Pflege der Liegeboxen ist mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden, der gerne in Kauf genommen wird, da die Kühe dies mit einer guten Milchleistung belohnen und zudem sehr sauber sind. Im Stall gibt es nahezu keine Sichtbarrieren. Das wirkt beruhigend auf die Kühe, die bekanntlich vom Wesen her Fluchttiere sind. Das Melken erfolgt über ein automatisches Melksystem, das den Bedürfnissen der einzelnen Kuh sehr entgegenkommt.
Nach dem Betriebsrundgang war die Veranstaltung noch nicht zu Ende. So blieben die Gäste noch lange zum Ratschen beieinander und ließen den Tag bei Kaffee, Kuchen, Bratwürsten und bayerischer Musik ausklingen.
Text und Bild: Wolfgang Hampel, Behördenleiter a.D. am AELF Rosenheim

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Werden die anderen Tiere auf dem Hof auch so gut versorgt?
Z. B. die Hofkatzen? Sind die kastriert? Ich frag für einen Freund…