Der emissionsfreie „Filzenexpress“ kommt

Der emissionsfreie „Filzenexpress“ kommt

Es geht um eine Elektrifizierung des „Filzenexpress“ von Ebersberg nach Wasserburg: Die Gemeinde Pfaffing möchte die Öffentlichkeit dazu nun über die Auslegung der Unterlagen im Planfeststellungsverfahren  informieren. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft plant gemeinsam mit dem Freistaat Bayern den Streckenabschnitt vom Bahnhof Ebersberg zum Bahnhof in Reitmehring / Wasserburg zu elektrifizieren.

Das Bauvorhaben beinhaltet den Neubau einer Oberleitungsanlage auf dem eingleisigen, bisher nicht elektrifizierten Streckenabschnitt. Vor fünf KJahren wurde ein Investitionsvolumen von 32 Millionen Euro genannt. Dann kam der geschützte Kiebitz ins Spiel ...

Nach dem ursprünglichen Zeitplan hätte der Filzenexpress bereits heuer von Dieseltriebwagen auf elektrische Züge umgestellt werden sollen – vor zwei Jahren hätte es losgehen sollen. Es wurde aber festgestellt, dass einige Paare des streng geschützten Kiebitzes an der Strecke nisten. Da es zunächst nicht gelang, Flächen für eine Umsiedelung zu finden, konnte der Oberleitungsbau nicht beginnen. Aber schon 2024 wurde bemerkt, dass die Vögel offenbar selber Ersatzquartiere gefunden hatten – eine faunistische Untersuchung bestätigte das 2025.

Geht nun alles nach Plan, könnte man 2029 / 2030 fertig sein mit dem Bau.

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Die aktuelle Beteiligungsplattform zu den Planunterlagen erreicht man unter folgendem LINK.

Die Einwendungsfrist endet am 27. November.

Weitere notwendige Maßnahmen für die Elektrifizierung sind zum Beispiel die Auflassung von drei Bahnübergängen mit Neubau von Längswegen oder die Verlängerung des Bahnsteiges am Haltepunkt Edling.

Zu diesem Vorhaben wurde eine Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt. Weitere Untersuchungen gab es zum Natur- und Artenschutz, zu den elektromagnetischen Emissionen sowie zu bauzeitlichen Schallimmissionen und Erschütterungen. 

Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/19/der-emissionsfreie-filzenexpress-kommt/

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Kommentare

  1. Das ist ja eine erfreuliche Entwicklung – höchste Zeit wird es , dass der Filzenexpress barrierefrei wird. Auch, weil gerade im Raum Wasserburg und Steinhöring viele mobilitätseingeschränlkte Fahrgäste ohne den erschwerten Zugang mittels Kletterpartie mitfahren möchten.
    Nun werden also die Bahnsteige auf 96 cm über Schienenoberkante erhöht. Allerdings sind sie mit dann 140 m immer noch zu kurz für die neu bestellten S-Bahn-Triebwagen mit 210 m Länge. Also braucht es auf dem Filzenexpress auch weiterhin Sonderfahrzeuge – wie bei einigen Außenästen der S-Bahn auch. Mit der Baureihe 423, die derzeit in der Münchner S-Bahn eingesetzt wird, passt alles. Wenn aber die Baureihe 424 verwendet werden soll, die andernorts abgängig ist und wohl nach München umgesetzt wird, schaut es anders aus: Die hat nur 76 cm Einstiegshöhe. Statt hinauf fällt man dann beim Einsteigen halt hinunter.
    Aber da fließt noch viel Wasser den Inn hinunter, bis es soweit ist. Erstmal wurde nur das Planfeststellungsverfahren (wieder) eingeleitet. Da kann man mit mindestens zwei Jahren bis zum Beschluss – also der Baugenehmigung – rechnen.
    Damit beginnt die Klagefrist. Pro Instanz sind da ein bis zwei Jahre Verzögerungen locker drin. Danach kann die Ausführungsplanung fertiggestellt und die Arbeiten ausgechrieben werden. Da gibt es viele Fristen von der Ankündigung bis zur erfolgten Auftragsbekannmachung einzuhalten, bis man einen Auftragnehmer hat.
    Und der muss dann erst mal bauen. Dazu wird der Filzenexpress dann gesperrt. Aber das stehen wir auch noch durch.
    Insgesamt ein richtiger Schritt für die Region Wasserburg, der halt um Jahrzehnte verspätet kommt – besser spät als nie.
    Wenn dann die Express-S-Bahn fährt, wird man feststellen, dass diese 5 Minuten länger braucht von Reitmehring bis zum Ostbahnhof als die durchgehenden Filzenexpresszüge heute. Dafür halten sie halt unterwegs öfter (z.B. in Haar oder Trudering), was mehr Verknüpfungsmöglichkeiten für die Reisenden bringt und damit vielleicht für den gesamten Weg eine Verbesserung darstellt.
    Richtig gut für den Umstieg zur U-Bahn bzw. am Hauptbahnhof wird es erst mit Eröffnung der der eierlegenden Wollmilchsau Zweite Stammstrecke – hier würde dann auch eine Verbesserung für meinen Arbeitsweg eintreten – allerdings habe ich nur mehr fünf Jahre zu arbeiten :)
    Reisende aus München werden uns Reitmehriger auch mit der Express-S-Bahn fragen, wo denn nun die schöne Altstadt ist. Wir werden wohl weiterhin antworten müssen: Hättste mal den Bus genommen! Die Altstadtbahn wollte der Stadtrat nicht mehr!
    Das Verlangen der Fahrgäste nach einer umsteigefreien Verbindung in die Altstadt bleibt also bestehen.
    Rainer Kurzmeier, Fahrgastverband PRO BAHN Wasserburg

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