Spatenstich am Tag des 200. Einsatzes

Mit dem feierlichen ersten Spatenstich auf dem ehemaligen Gärtnereigelände hat der Bau des lang ersehnten neuen Wasserburger Feuerwehrhauses offiziell begonnen. Das rund 19,7 Millionen Euro teure Großprojekt, das als modernes Kompetenzzentrum die Sicherheit in der Region nachhaltig stärken soll, steuert auf eine geplante Fertigstellung im Herbst 2028 zu. Vor zahlreichen Gästen, darunter die vielen Feuerwehrmitglieder, Altbürgermeister Michael Kölbl, Vertreter der Stadtverwaltung und des Stadtrats, diverse Projektpartner sowie die Familie Hausberger als Verkäufer des Grundstücks an die Stadt, würdigten die Verantwortlichen den zähen, aber erfolgreichen Weg bis zu diesem wegweisenden Meilenstein.
Bürgermeister Bastian Wernthaler eröffnete die Feierlichkeiten und sprach von einem „historischen Moment für unsere Stadt“. Der Spatenstich markiere den Übergang eines langen Prozesses von der Theorie in die handfeste Praxis, nachdem sich der Stadtrat seit dem Jahr 2000 immer wieder mit dem Projekt beschäftigt hatte. „Wenn wir also heute symbolisch den ersten Schub Erde aus dem ehemaligen Gärtnereigelände heben, dann geht ja wirklich ein jahrzehntelanger Weg des Wartens, Planens und Kämpfens in die Realität über“, betonte der Rathauschef.
Das rund 90 Jahre alte und seit 1981 genutzte bisherige Gebäude habe endgültig ausgedient, und nach umfassenden Standortsimulationen habe sich das Areal auf der Halbinsel als ideal erwiesen. Wernthaler hob den überörtlichen Charakter des Neubaus hervor, der mit Atemschutzwerkstatt und Schlauchpflege ein „echtes Kompetenzzentrum für die ganze Region“ werde. Die immense Bausumme sei bestens angelegt: „Das ist natürlich eine wirklich enorme Summe, aber sie ist gut angelegt, weil sie schlicht in die Sicherheit der Wasserburgerinnen und Wasserburger geht.“ Mit den hoffnungsvollen Worten „Mögen die Bagger rollen, ich wünsche unfallfreie Bauarbeiten“, schloss er seine Ansprache.
Feuerwehrkommandant Timo Paul zeigte sich sichtlich bewegt und dankte allen Wegbereitern, die das Projekt in den vergangenen Jahrzehnten vorangetrieben haben. Wie unverzichtbar die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr ist, untermauerte er mit einer tagesaktuellen Zahl: „Heute Mittag haben wir einen Einsatz gehabt, das war heute genau der 200. Einsatz in diesem Jahr! Dass das exakt am Tag des Spatenstichs ist, ist für mich irgendwo auch ein Zeichen, dass unsere Arbeit einfach wichtig ist und dass der Neubau zeigt, dass das Ganze wertgeschätzt wird.“
Für Paul ist das neue Haus nicht nur eine Erleichterung der stetig wachsenden Aufgaben, sondern auch ein starker Motivationsträger. Das moderne Gebäude solle den Teamgeist befeuern und als architektonisches Aushängeschild neue Mitglieder anlocken, die im Vorbeifahren begeistert feststellen, welch ein attraktives Umfeld das Ehrenamt hier bietet.
Den planerischen Abschluss der Reden bildete Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann, die sich für die intensive und stets konstruktive Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, den Architekten und den Fachbüros bedankte, deren vielschichtiges Wissen maßgeblich in die Planung eingeflossen sei. Sie skizzierte den Neubau als ein innovatives, überwiegend in Holzbauweise errichtetes Gebäude. „Damit sind wir also auch im Hinblick auf Klimaschutz, Ressourcenschonung und Verwendung nachwachsender Rohstoffe durchaus auf der Höhe der Zeit“, erklärte Herrmann.
Obwohl es sich um einen hochgradig kompakten Bau handele, komme die optische Qualität keinesfalls zu kurz: „Es ist ein Zweckbau. Es ist aber auch ein sehr gut gestalteter Zweckbau, und das eine schließt das andere nicht aus.“ Ein besonderes gestalterisches Merkmal sei die Dachform, welche die traditionellen Grabendächer der Wasserburger Altstadt aufgreife und das Gebäude als Bindeglied zur historischen Bebauung harmonisch einfüge. Für großen Beifall sorgte Herrmanns abschließende gute Nachricht des Tages: Die frisch eingegangenen Angebote aus der Submission für den Rohbau lägen erfreulicherweise sogar unter den kalkulierten Kostenberechnungen.
Unser Bild oben zeigt von links Robert Rainer (Feuerwehr-Vorstand), Wolfgang Schmid (Feuerwehr-Referent), Mechtild Herrmann (Stadtbaumeisterin), Monika Rieger (Dritte Bürgermeisterin), Michael Kölbl (Altbürgermeister), Bastian Wernthaler (Bürgermeister), Georg Machl (Zweiter Bürgermeister), Timo Paul (Kommandant), Markus Wieczorek (Tiefbaufirma) und Carsten Seyfferth (Architekturbüro Fritsch + Tschaidse)
Fotos: Stefan Bodmeier
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Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/09/09/spatenstich-am-tag-des-200-einsatzes/
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20 Millionen Steuergelder aus dem städtischen Haushalt für ein Feuerwehrhaus auszugeben und sich dann auch noch selbst feiern. Wahnsinn!!!
Am alten Standort an der Stadtmauer der nur 500m entfernt liegt, konnten seit 1981 auch alle Einsätze getätigt werden…
Und früher sind die Leute mit der Kutsche auch überall hingekommen …
Aber jetzt mal im Ernst:
Ich freue mich für unsere tollen freiwilligen Helfer, dass sie mal etwas Aktuelles bekommen.
Ich finde, das haben sie sich mehr als verdient.
Das andere Gebäude ist nicht mehr zeitgemäß, und man sollte in eine so wichtige Institution definitiv investieren. Die Feuerwehren kommen in Deutschland sowieso meist viel zu schlecht weg und müssen Einsätze teils mit uralten Fahrzeugen bewältigen.
Das sollte so nicht sein, ist aber traurige Realität.
Die Steuergelder sind zumindest sinnvoll investiert als jenes welches unser (noch) Bundeskanzler ausgibt. Das alte Feuerwehr Haus ist nicht mehr zeitgemäß und viel zu klein.
Kaum ein Artikel im Internet bleibt mehr verschont. Und wenn der Bezug zum Thema auch noch so weit entfernt ist: Der Herr Bundeskanzler muss für alle als Sündenbock dienen.
Wird vermutlich wirklich Zeit, dass er bald hinschmeißt und die Schlauberger und Experten, von denen wir in Deutschland scheinbar ganz viele haben, einfach mal machen lässt.
Hallo ‚Steuern‘
Der Neubau ist für die Feuerwehr Wasserburg und auch für die Wasserburger Bürger eine wichtige Investition um die Sicherheit aller zu fördern.
Gerne können Sie sich selbst ein Bild über den Zustand des aktuellen Gebäudes machen.
Vielleicht gefällt Ihnen unsere Arbeit und Sie treten in unsere Feuerwehr ein.
Eine Mitgliedschaft ist jedoch leider nicht anonym möglich.
Vielen Dank an alle Beteiligten, die dieses Projekt begleitet haben oder noch begleiten werden.
Sehr gut Timo, gut und knapp in die richtigen Worte gefasst.
Wahnsinn wozu dieser Austeritäts- bzw. Spar- Wahn führt, inzwischen sind sogar Investitionen in etwas existenzielles wie die Feuerwehr scheinbar Verschwendung.
Wahnsinn, dass man nicht mehr fragen/ kritisieren darf, ob sie ein Projekt 20 Mio kosten muss, und da sind wir noch nicht bei der Endabrechnung.
Ob es „nur“ 20 Mio. kostet?
Meiner Erfahrung nach kommen am Ende noch mind.
10 o/o drauf.
Da aber das Feuerwehrwesen eine kommunale Pflichtaufgabe darstellt, gibt es da wenig bis gar nichts zu kritisieren. Wenn die öffentliche Hand baut, werden die Angebote halt ausgereizt, es gibt ja einen beträchtlichen Zuschuss vom Freistaat Bayern. Sicher ginge es billiger!
Aber in Anbetracht der vielfältigen Aufgaben unserer Feuerwehren ist es müßig darüber zu diskutieren.
Es ist ja nicht nur das „ausrücken“ , die Arbeit im Innendienst wie Materialpflege und Instandhaltung muss auch gemacht werden.
Das gesellschaftliche ist auch ein Bestandteil der Feuerwehraufgaben.
Die Freiwilligen brauchen auch ein gewisses Maß an Anerkennung ihrer sicher nicht immer leicht zu verkraftenden Aufgaben.
Es ist schon ein Unterschied, ob man eine Katze vom Baum holt oder einen Verunfallten aus dem Wrack herausschneidet.
Sind wir doch froh über den Standort in Altstadtnähe zum Schutz der Bürger der Stadt Wasserburg und darüber hinaus.
Es ist sicher wichtig und richtig, dass die Feuerwehr gut ausgestattet ist.
Jedoch werden derzeit auch andernorts neue Feuerwehrhäuser gebaut, die in den Kosten, Größe und Ausstattung für viele Bürger nicht plausibel erklärbar sind.
Zum Beispiel St. Wolfgang und Obertaufkirchen …
In St Wolfgang werden insgesamt 6 Feuerwehren zusammengelegt – (St Wolfgang, Pyramoos,Lappach, Schönbrunn, Jessling und Gatterberg) – daher dieses immens große Gebäude. Obertaufkirchen hat aufgrund der Autobahn einen erweiterten Einsatzbereich – das selbige war mit Lengdorf.
Budget 5,8 Mio
Hat Sonnia, Elisa – oder wie er sich immer nennt – Urlaub?
Seit heute ist er / sie wieder aktiv in anderen Artikeln ;-).