Wasserburg war über 30 Jahre seine zweite Heimat

Wasserburg war 32 Jahre lang seine zweite Heimat, in Sarajevo ist der Künstler, der noch im vergangenen Jahr beim AK48 seinen „Zyklus der Götter“ ausstellte, nun verstorben. Džeko Hodžić wurde 76 Jahre alt.
1994 kam er, verursacht durch den Bürgerkrieg in seiner Heimat, nach Wasserburg und entwickelte schnell eine große Liebe für diese Stadt und auch für den AK68. Nach dem Ende des Bürgerkriegs in Bosnien-Herzegowina kehrte er zurück nach Sarajevo, doch seine Liebe für Wasserburg blieb lebendig. Regelmäßig stellte er beim AK 68 seine Werke aus.
Im Jahre 2000 nahm der AK68 dann erstmalig am Sarajevo Winter Festival teil, einer großen Ausstellung in der bosnischen Hauptstadt. Dies hatte Džeko Hodžić organisiert und auf den Weg gebracht. Damit war der AK68 aus Wasserburg einer der ersten ausländischen Kunstvereine nach dem bosnischen Bürgerkrieg, die in Sarajevo ausstellen konnten. In einem Gespräch mit Andreas Pytlik vom AK68 haben wir auch erfahren, dass Džeko Hodžić nicht nur an den Ausstellungen partizipierend teilgenommen habe, sondern „sich auch eingebracht und mitorganisiert“ habe. Die letzte große Zusammenarbeit zwischen dem AK68 und Džeko Hodžić fand im vergangenen Jahr im September statt, als der AK68 im istrischen Grožnjan ausstellte.
Zum Weiterlesen nach unten scrollen.
2025 hat er auch seinen „Götterzyklus“ mit nach Wasserburg gebracht und hier ausgestellt. Im Gespräch bezeichnete er diesen Zyklus als „Hilferuf“. Er wollte die griechischen Gottheiten anflehen zu helfen, damit die Feindseligkeiten auf dem Balkan aufhören können. Im Gespräch sagte er: „Wir haben in Bosnien drei Religionen, Katholiken, Orthodoxe und Muslime. Und daneben haben wir auch noch Atheisten.“ Er ergänzte: „Der Krieg war äußerlich zu Ende, aber in den Köpfen lebte der krieg weiter.“
In Gesprächen hat Džeko Hodžić immer wieder betont, dass er kein Gast in Wasserburg sei. „Ich bin nicht Gast in Wasserburg, ich bin hier zu Hause!“ Mitglied beim AK68 ist er seit 1994 gewesen und er hat niemals Mühen gescheut, Bilder aus Bosnien-Herzegowina nach Deutschland zu bringen. Da in Bosnien die Bilder von Džeko Hodžić als Kulturgut betrachtet werden, dürfen sie nicht ausgeführt werden. Er erwirkte dann aber eine temporäre Ausfuhrgenehmigung von zwei Jahren. Heute sei es etwas einfacher, die entsprechenden Erlaubnisse zu bekommen, schwierig bleibe es aber weiterhin.
Nun ist Džeko Hodžić in Sarajevo gestorben. Der Künstler hatte in Bosnien-Herzegowina einen großen Namen, sogar das Fernsehen hat in der vergangenen Woche die Meldung über seinen Tod in den Abendnachrichten verkündet. Außerdem war er Mitglied des Kunstbeirats und des Vorstands des ULUBiH, Gründer und Vorsitzender der Versammlung des Verbandes der bildenden Künstler des Kantons Sarajevo sowie Mitglied des Rates der Internationalen Künstlerkolonie Počitelj.
Wasserburg wird diesen unprätentiösen Künstler vermissen, hat er doch mit seinem Charme, seiner immerwährenden Fröhlichkeit und seinem hintergründigen Witz die Menschen zum Schmunzeln gebracht.
Fotos: AK68 Wasserburg
Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/21/wasserburg-war-ueber-30-jahre-seine-zweite-heimat/
Zum Weiterlesen nach unten scrollen.









Zwei Bilder mit Wasserburger Ansichten dieses Künstlers hängen in der
Sammlung „Wasserburg aus fünf Jahrhunderten“ im Spital.