Zu spät in Fahrt gekommen

Zu spät in Fahrt gekommen

Zwei Tage nach der 5:6-Niederlage am Freitag in Weiden offenbarten die Starbulls Rosenheim auch im gestrigen Sonntags-Heimspiel am zehnten DEL-Spieltag gegen die Lausitzer Füchse gravierende Defensivprobleme und lange Zeit fehlenden Torinstinkt.

Die Folge war ein 0:5-Rückstand, den die Grün-Weißen mit viel Engagement in der Schlussphase fast noch aufgeholt hätten, am Ende aber eine 3:5-Heimniederlage quittieren mussten.

Vor 3.577 Zuschauern in der SPIE Arena starteten die Starbulls ohne den in Weiden verletzt ausgeschiedenen Topscorer Keaton Mastrodonato. Das Rosenheimer Tor hütete zum zweiten Mal in dieser Spielzeit Daniel Fießinger. Wie schon zwei Tage zuvor war für Dominik Kolb kein Platz im Line-up.

Die Grün-Weißen begannen optisch überlegen und hatten im ersten Spielabschnitt Scheibenbesitz- und Schussvorteile. Aber die Gäste aus Weißwasser hatten die besseren Chancen. Alexander Dosch scheiterte früh am Pfosten (6.), brachte die Gelb-Blauen aber kurz vor der ersten Pause in Führung. Die Starbulls spielten zwar in Unterzahl, ließen sich aber auf nicht ligawürdige Art und Weise übertölpeln. Keiner der vier Rosenheimer Feldspieler konnte Gästestürmer Christopher Theodore auf seinem Weg aus dem eigenen Drittel einfangen, den finalen Querpass vor dem Starbulls-Gehäuse verwertete der alleingelassene Dosch mühelos (18.).

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Gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs verlor Jordan Taupert in der Vorwärtsbewegung im eigenen Drittel den Puck, Adam Brady spielte ihn vor das Tor, Clarke Breitkreuz konnte das Spielgerät dort trotz Bedrängnis scharf machen und John Broda netzte aus kurzer Distanz zum 0:2 ein – gerade einmal 62 Sekunden waren gespielt. Und es kam noch schlimmer aus Rosenheimer Sicht: Ein von Luigi Calce zur Bogenlampe geblockter Schussversuch von Marlon Braun von der blauen Linie segelte über die Fanghand von Fießinger zentral ins Starbulls-Gehäuse – 0:3 (29.).

Nach wie vor hatten die Starbulls zwar mehr Torabschlüsse als die Gäste, große Aufgaben für Füchse-Keeper Lennart Neiße waren aber die Ausnahme. Die einzige Rosenheimer Großchance hatte Tomas Rubes, der einen Alleingang per Rückhand abschloss, aber nicht verwerten konnte (22.). Oft stimmten bei den Offensivbemühungen der Starbulls die Pässe oder die Annahmen nicht, sodass mögliche Chancen bereits im Vorfeld zunichte gemacht wurden.

In der Anfangsphase des Schlussdrittels schlug es im Rosenheimer Kasten zum zweiten Mal bei einer Füchse-Überzahl ein. Die Gäste konnten sich auf engstem Raum entfalten, als es im Slot eng wurde, gingen die Rosenheimer Klärungsbemühungen ins Leere, sodass Topscorer Jacob Schmidt-Svejstrup Maß nehmen und platziert in den linken Torgiebel zum 0:4 einnetzen konnte (43.). Und auch vor dem 0:5 klappte die grün-weiße Aufräumarbeit vor dem Tor nicht. Als schließlich Tim Heyter von der blauen Linie das rechte obere Gehäuseeck anvisierte, hatte Fießinger keine Sicht und war daher machtlos (47.).

Erst jetzt nahmen die Hausherren das Spiel noch einmal richtig in die Hand. Luigi Calce riss die Lücke für Shane Hanna, der am Torwart scheiterte, aber sofort nachsetzte und die Nachschussmöglichkeit erzwang, die Lewis Zerter-Gossage nutzte und auf 1:5 verkürzte (49.). Eineinhalb Minuten später er luchste sich Calce die Scheibe und bediente Jordan Taupert, der von der Seite auf das Tor zusteuerte und aus dem Handgelenk in den rechten oberen Winkel zum 2:5 einschweißte (50.).

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Zum ersten Mal in der Partie hatten die Hausherren nun deutlich Oberwasser. Die Gäste wankten und mussten zu unfairen Mitteln greifen. Im Powerplay zog Jordy Bellerive aus dem rechten Anspielkreis ab, Lennart Neiße war mit dem Schoner zur Stelle, aber der lauernde Fabian Dietz staubte reaktionsschnell zum 3:5 ab (55.).

Zerter-Gossage und Samir Kharboutli ließen Möglichkeiten zum vierten Rosenheimer Treffer aus. 70 Sekunden vor der Schlusssirene – die Starbulls spielten ohne Torwart und mit sechs Feldspielern – versenkte der unermüdliche Shane Hanna den Puck von der blauen Linie per Schlagschuss tatsächlich im Netz. Die Referees verweigerten dem 4:5-Anschlusstreffer aber die Anerkennung, obwohl die am Torraum stehenden Zerter-Gossage und Lukas Laub keinen physischen Impact auf den Gästekeeper nahmen.

Dem Sechs-Punkte-Maximal-Output bei nur einem Gegentor in zwei Spielen vor Wochenfrist ließen die Starbulls damit ein Null-Punkte-Wochenende mit elf Gegentreffern folgen. Mit nur zwölf Zählern aus elf Spielen rutschte das Team von Cheftrainer Jari Pasanen auf Tabellenrang elf ab.

Kommenden Freitag geht es nun auswärts gegen DEL-Absteiger Dresden, am Sonntag dann zu Hause gegen Oberliga-Aufsteiger Memmingen.

Foto: Starbulls

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