Die Löwen saugen alles weg

Bei der SpVgg Hankofen-Hailing ist es in dieser Saison Brauch, dass der Gästetrainer nach der Pressekonferenz einen Staubsauger des Premiumsponsors Einhell bekommt. Selten war ein Gastgeschenk besser gewählt als am gestrigen Samstag-Nachmittag - denn einerseits agierten die Löwen wie ein Staubsauger-Vertreter, der immer wieder anklopft, ehe er etwas verkauft. Andererseits spielten die Innstädter wie die personifizierten Staubsauger, denn sie saugten alles weg, was die Mittellinie überquerte.
So kam ein verdienter Wasserburger 2:0-Auswärtssieg zustande, bei dem Wasserburg mehrere Anläufe für die eigenen Tore nahm und sie Hankofen-Hailing keinen einzigen Torschuss erlaubten.
„Es war ein sehr intensives und hochklassiges Bayernligaspiel mit extrem vielen Torchancen“, analysierte Florian Heller, der als höflicher Gast ein „für uns“ wegließ. „Wir gehen nicht ganz unverdient in Führung und haben in der ersten Halbzeit auch noch die Möglichkeit auf das zweite und dritte Tor.“ Die Gäste meldeten sich schon nach drei Minuten an, als Janik Vieregg den mitgelaufenen Dominik Köck im Rückraum bediente, dieser aber an Torhüter Sebastian Maier scheiterte.
In der 9. Minute war Maier dann überwunden, als ihn Robin Ungerath überlupfte. David Schneider konnte den Ball noch von der Linie kratzen. Nachdem Maier in der 19. Minute einen Voglmaier-Freistoß aus dem Winkel fischte, war es in der 25. Minute so weit. Robin Ungerath brachte den Ball aus halbrechter Position mit einer Mischung aus Torschuss und Pass gefährlich an den zweiten Pfosten, wo Janik Vieregg zum 1:0 einschob.
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Hankofens Stadionsprecher sagte im Anschluss Wasserburgs „ersten Treffer“ so durch, als ob er noch mehrere weitere erwarten würde. Die Hausherren wurden nach dem Rückstand etwas besser und konnten sich allmählich vom Wasserburger Dauerdruck befreien. „Wenn wir in dieser Phase das 1:1 kassieren, hätte das Spiel einen anderen Drive bekommen können“, vermutete Heller. Für den Ausgleich fehlten jedoch die Chancen. Abgesehen von einigen Ecken brachten die Gastgeber keinen Ball in den Strafraum.
Eine dieser Hankofener Ecken sorgte in der zweiten Halbzeit für Gefahr, als Lino Volkmer im Luftkampf bedrängt wurde und den Ball fallen ließ. Im Gestocher konnte die Wasserburger Abwehr aber klären. Heller war klar, dass seine Mannschaft das zweite Tor brauchte, weshalb er die Akkus wechselte. Mit Vinzenz Egger, Leander Haunolder und später Matthias Rauscher kamen frische Kräfte, die allesamt einen wesentlichen Teil zum Sieg beisteuerten.
Die Löwen intensivierten ihre Bemühungen derart, dass jeder Hausierer vor Neid erblasst wäre, so oft klopften sie an der Tür von Torhüter Maier.
In der 67. Minute lief Haunolder, der jeden Zweikampf gewann, nach Hackenpass von Ungerath alleine auf Maier zu, scheiterte jedoch am Keeper. Nur eine Minute später war Köck frei durch, doch sein Abschluss passierte Maier, aber auch das Tor.
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„Und jetzt eine geile Flanke“, rief Robin Ungerath vor einem Halbfeldfreistoß in der 72. Minute. Danilo Dittrich wusste, was damit gemeint war und zirkelte den Ball auf den Kopf von Egger, der zum 2:0 einköpfte.
Ungerath selbst hatte das 3:0 auf dem Fuß, doch er schoss alleine vor Maier an den Pfosten. Die 377 heißblütigen niederbayerischen Fans klatschten jede Ecke und jeden Freistoß im Kollektiv ein und wurden auch bei jeder Angriffsbemühung laut, doch die Wasserburger Abwehr dämpfte spätestens am Sechzehner die Hoffnungen, sodass die Stimmung nie überkochte. Nur einmal wurde es wirklich brenzlig, als sich Lukas Weidlich durchgewurstelt hatte und kurz vor dem Anschlusstreffer stand. Der eine Minute zuvor eingewechselte Matthias Rauscher machte sein ohnehin langes Bein noch länger und klärte in höchster Not.
„Wir haben unser Spiel auf den Platz gebracht. Ich hätte mir gewünscht, dass wir im Ballbesitz noch etwas mehr Ruhe gehabt hätten, aber grundsätzlich von der Leidenschaft, der Mentalität und der Intensität her ein Riesenkompliment an meine Jungs“, lobte Heller, ehe er seinen Staubsauger packte und sich Richtung Bus aufmachte.
JAH
Wasserburg: Volkmer, Biegel, Grundner, Rubio Gonzalez, Fischer, Stellner, Dittrich, Köck, Voglmaier, Vieregg, Ungerath
Tore: 0:1 Janik Vieregg (25.), 0:2 Vinzenz Egger (72.)
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Schiedsrichter: Maximilian Ziegler (FC Lindach)
Zuschauer: 377
Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/18/die-loewen-saugen-alles-weg/
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