Wenn der Roboter frisches Popcorn verteilt

Beim fünften Tag der Forschung standen Robotik, Kreislaufwirtschaft und betriebliches Mobilitätsmanagement im Mittelpunkt. Etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstrichen das Interesse der Wirtschaft am Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.
Wie können humanoide Roboter mit ihrer Umgebung interagieren, pflanzliche Reststoffe zu neuen Materialien werden und Unternehmen ihre Mobilität nachhaltiger gestalten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der fünfte Tag der Forschung an der Technischen Hochschule Rosenheim.

„Forschung darf nicht im stillen Kämmerlein stattfinden. Wir wollen zeigen, welche Forschungsleistungen die TH Rosenheim bietet und wie Unternehmen mit uns zusammenarbeiten können“, sagte Wolfgang Alversammer (Foto), geschäftsführender Leiter des Zentrums für Forschung, Entwicklung und Transfer. Ziel sei es, Fragestellungen aus der Wirtschaft aufzugreifen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Der Tag der Forschung biete dafür eine Plattform, auf der neue Kontakte entstehen und Ideen für Kooperationen wachsen könnten.
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Drei humanoide Roboter im direkten Vergleich
Ein besonderer Anziehungspunkt waren drei humanoide Robotersysteme des Herstellers Dobot. Der Atom D verknüpft mithilfe eines trainierten KI-Modells Kamerabilder und Bewegungen. So kann er beispielsweise eigenständig Popcorn an Besucherinnen und Besucher ausgeben. Der Atom W bewegt sich dagegen auf einer autonom fahrenden Plattform mit Rädern. Dadurch muss er sein Gleichgewicht nicht wie ein laufender Roboter permanent ausbalancieren. Das kann den Energiebedarf senken und bietet Vorteile bei der sicheren Fortbewegung.
Zum Foto unten: Ergänzt wurde die Präsentation durch das Modell Lumo, das kurz zuvor erstmals öffentlich vorgestellt worden war. An der TH Rosenheim war es zum ersten Mal in Bayern zu sehen.

„Das Besondere ist, dass wir hier drei unterschiedliche humanoide Robotersysteme unmittelbar miteinander vergleichen können. Das macht aktuelle Entwicklungen greifbar und zeigt, wie vielfältig die Ansätze in der Robotik sind“, erklärte Professor Dr.-Ing. Andreas Straube, unter anderem Leiter des Innovationslabors Advanced Industrial Engineering am Campus Rosenheim.
Fitness-Studio für Roboter soll kommen
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Die TH Rosenheim möchte ihre Aktivitäten im Bereich Robotik künftig weiterentwickeln. Ein möglicher nächster Schritt ist der Aufbau eines sogenannten Robo-Gyms, in dem humanoide Roboter trainiert und an unterschiedliche Aufgaben herangeführt werden sollen.
Robotik verbindet verschiedene Disziplinen der Hochschule, darunter Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen. Der Tag der Forschung bot erstmals einen gemeinsamen Rahmen, um diese Aktivitäten einem breiteren Publikum aus Wirtschaft und Region vorzustellen.
Neue Materialien aus pflanzlichen Reststoffen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Kreislaufwirtschaft und innovativen Materialien. Vorgestellt wurden unter anderem Ansätze, Holz und andere pflanzliche Biomasse ohne Druck zu zerfasern, Biokunststoffe aus Holzreststoffen herzustellen sowie proteinbasierte Biopolymere aus Lebensmittelreststoffen und Algen zu entwickeln. Die Projekte zeigen, wie bislang wenig genutzte Rohstoffe als Ausgangsmaterial für neue Produkte dienen können. Auch das Zentrum für Kreislaufwirtschaft und Recycling in Waldkraiburg stellte seine Arbeit vor.
Die Forschungsansätze bieten Anknüpfungspunkte für Unternehmen, die Rohstoffe effizienter nutzen, Reststoffe verwerten oder nachhaltigere Materialien entwickeln möchten. Damit wurde deutlich, wie wissenschaftliche Erkenntnisse dazu beitragen können, neue Lösungen für konkrete Herausforderungen in der Praxis zu erarbeiten.
Nachhaltige Mobilität langfristig etablieren
Wie Unternehmen und Behörden ihre Mobilität nachhaltiger gestalten können, stand im dritten Themenbereich im Mittelpunkt. Professorin Dr. Wibke Michalk beleuchtete in ihrer Keynote, welchen Beitrag betriebliches Mobilitätsmanagement zu den Umweltzielen einer Organisation leisten kann. Dabei ging es auch um die Frage, warum es nicht genügt, neue Mobilitätsangebote lediglich bereitzustellen: Damit sich Gewohnheiten tatsächlich verändern, müssen Maßnahmen langfristig im Arbeitsalltag verankert werden.
In Workshops entwickelten die Teilnehmenden Ansätze, wie sich unterschiedliche Mobilitätsmaßnahmen in Unternehmen und Behörden umsetzen und dauerhaft etablieren lassen.
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Forschung und Wirtschaft zusammenbringen
Neben Fachvorträgen und Workshops bot eine Poster-Ausstellung Einblicke in weitere Forschungsprojekte der Hochschule. Die Veranstaltung richtete sich an Unternehmen, Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und Gemeinden sowie interessierte Privatpersonen aus der Region. Unterstützt wurde der Tag der Forschung vom Seeoner Kreis, einer regionalen Wirtschaftsvereinigung.
Für Wolfgang Alversammer ist der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher Forschung. Die vorgestellten Projekte bildeten dabei nur einen Ausschnitt der vielfältigen Aktivitäten an der TH Rosenheim. Der Tag der Forschung sollte nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch zeigen, welche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit bestehen – damit aus wissenschaftlichen Erkenntnissen konkrete Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft werden.
Fotos: Hochschule Rosenheim / Julia Hinterseer
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