O2 – can do? Edling ist stocksauer

O2 – can do? Edling ist stocksauer

O2 - can do. Auf fatale Weise wird dieser bekannte Werbeslogan von Netzbetreiber Telefonica die Gemeinde Edling in den nächsten 25 Jahren begleiten. Denn offenbar kann das Unternehmen mit der American Tower Corporation - genauer gesagt der ATC Germany als deutscher Tochtergesellschaft und quasi Bauherr - einen 50 Meter hohen Sendemasten bei Reischlhilgen aufstellen, wie es ihr und dem Landratsamt passt. Und außerdem gleich auch noch einen zweiten 40 Meter hohen Sendemasten im Weiler Linden ... viele der Räte wirkten sichtlich überrascht. Welche Standorte wurden überhaupt geprüft - welche öffentlichen Belange wurden abgewogen? Auf so manche Frage gab es gar keine Antwort. Nur so viel: Man wolle keinen Ärger, wie beide Firmen-Vertreter betonten. Es sei wohl einiges nicht optimal gelaufen ...

Der letzte Satz klang für ein paar Gemeinderäte in Edling wie Hohn. Wie berichtet wurde die Meinung der Gemeinde Edling komplett von der Standortwahl außen vor gelassen. Drei Jahre lang hatte man um Details und Informationen gebeten dazu - aber vergebens. Nun aber gestern Abend saßen zwei Vertreter von Telefonica und ATC Germany dem verärgerten Gemeinderat und zudem völlig verärgerten Anwohnern gegenüber. Von Anfang an war klar: Zu spät, denn der Bau hat in Reischlhilgen bereits begonnen und ein Baustopp scheint in weiter Ferne aktuell.

Fotos: Renate Drax

Der Masten an der Gemeindegrenze zu Pfaffing soll heuer noch stehen und nächstes Jahr in Betrieb gehen. gerne dann auch für andere Netzbetreiber. Telefonica-Referent Hilmar Möhlmann aus München (links neben 2. Bürgermeister Nicole Bauer-Schäfer, die die Sondersitzung in Vertretung von Matthias Schnetzer leitete – rechts Mario Felixberger, Key Account Manger von Funkmasten-Bauherrn ATC) erläuterte die Vorteile des superschnellen Mobilfunkangebots 5G. Die Zuverlässigkeit und hohe Geschwindigkeit sei für viele technische Anwendungen der Zukunft, vor allem in der Wirtschaft, unverzichtbar. Und er sagte, was sie antreibe, solche Masten zu errichten: Zum einen der Kunde und dessen Nachfrage und zum anderen die Politik – die aktuellen Auflagen verpflichten die Netzbetreiber unter anderem zur Erreichung einer Versorgung von bundesweit mindestens 99,5 Prozent der Fläche mit mindestens 50 Mbit/s ab 2030.

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Deutlich wurde Stefan Färber aus der CSU-Fraktion (im Bild unten rechts) und warf den beiden Firmen-Vertretern vor, dass es absolut keine Vorgehensweise sei, eine Gemeinde so hinzuhalten über Jahre. Erst die Baustelle eröffnen und dann erst danach den Dialog führen wollen: Wie schwach sei das – anstatt die Bürger anständig zu informieren bei Zeiten in einer Versammlung. Starker Applaus dafür aus dem Zuhörer-Raum.

Während Ferdinand Bacher von der ÜWG vor allem auch Informationen zur elektromagnetischen Strahlung fehlten, sagte es Florian Prietz von der UBG (im Bild unten links) so: Er fühle sich verarscht. Ein komplettes Info-Wirrwarr sei es gewesen. Vom Landratsamt habe es eine völlig falsche Kommunikation gegeben. Das ärgere ihn sehr. Wo seien denn die Informationen zur Standort-Suche, wo die zum Bedarf? Es sei doch gar nicht der aktuelle Bedarf, um den es gehe – man sei doch versorgt. Er habe keine Glaskugel – aber ihm komme da das autonome Fahren in den Sinn. Oder gar eine künftige Drohnen-Abwehr für die so ein großer Masten gebraucht werde? Auch Stefan Färber fragte dazu eigens nach.

So genau könne man das nicht sagen, wie das alles in Zukunft weitervermarktet werde, wand sich die Antwort von Mario Felixberger, Key Account Manger von Bauherr ATC herum um Konkreteres. Es sei auch nicht einfach ein geeignetes Pachtgrundstück zu finden. Dass der Verpächter bei Reischlhilgen aus der Nachbar-Gemeinde Ramerberg komme und eigentlich dort weitere Kapazitäten zum Verpachten gehabt hätte für Telefonica – das setzte dann dem Ganzen gestern die Krone der Entrüstung auf. So schilderten es jedenfalls einige Anwohner, die in der Sitzung Redeerlaubnis erhalten hatten. Große Verwunderung, als Hilmar Möhlmann von Telefonica daraufhin die neuen Edlinger Standorte an die Leinwand projizierte (siehe Foto unten) und zugab, dass der Weiler Linden unterhalb Steppach zwar durch die Nähe zur B304 ideal sei – der Standort bei Reischlhilgen aber nicht. Weiter südlich wäre besser (gewesen), betonte Möhlmann. Und was liegt weiter südlich: Ja, genau – die Gemeinde Ramerberg.

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Kommentare

  1. Drunter und drüber gehts in Edling zurzeit…

    Was ist denn da los?

    Antworten

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Auf dem letzten Erdenweg

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