EHC überrollte gestern die Landsberger

EHC überrollte gestern die Landsberger

Was am Freitag gegen Amberg trotz zahlreicher Möglichkeiten noch nicht funktionieren wollte, holten die Waldkraiburger Löwen am gestrigen Sonntag-Abend eindrucksvoll nach. Vor 1.098 Zuschauern im Landsberger Hungerbachdom setzte sich der EHC mit 10:1 gegen die River Kings durch und feierte einen auch in dieser Höhe verdienten Auswärtssieg.

Dabei ließen die Löwen von Beginn an keinen Zweifel daran, dass sie die Niederlage vom Freitag schnell vergessen machen wollten. Konzentriert in den Zweikämpfen, schnörkellos im Spielaufbau und konsequent vor dem Tor bestimmten sie die Partie nahezu über die gesamte Spielzeit. Auch Landsberg kam durchaus zu Möglichkeiten und traf unter anderem den Pfosten, doch Christoph Lode zeigte erneut eine stabile Leistung und ließ die Nadelstiche der Gastgeber weitgehend wirkungslos verpuffen.

Gerade einmal 36 Sekunden waren gespielt, als die Löwen erstmals jubeln durften. Mikko Haaparanta hatte das Auge für den freistehenden Felix Lode, der aus großer Distanz und nahezu von der blauen Linie zum 0:1 einschlenzte.

Waldkraiburg blieb auch danach hellwach. In der 8. Minute eroberte Jakub Šrámek nach einem Zweikampf an der rechten Bande die Scheibe, zog nach innen und schloss aus dem rechten Bullykreis ins kurze Eck zum 0:2 ab.

Werbeunterbrechung
Zum Weiterlesen nach unten scrollen.

Besonders sehenswert fiel das dritte Tor des Abends. Santeri Ovaska behauptete die Scheibe vor dem Landsberger Tor, wurde dabei bereits stark bedrängt und hätte selbst den Abschluss suchen können. Stattdessen behielt er selbst im Fallen den Überblick und legte noch einmal quer auf den heraneilenden Leon Decker. Dieser musste die Scheibe nur noch in die freie linke Torseite einschieben und sorgte nach 15 Minuten für den 0:3-Pausenstand.

Landsberg kam mit etwas mehr Schwung aus der Kabine und versuchte zu Beginn des zweiten Drittels, den Druck zu erhöhen. Die Waldkraiburger Defensive blieb jedoch aufmerksam und verteidigte die Angriffsbemühungen der Gastgeber konsequent weg.

Auf der Gegenseite schlugen die Löwen erneut zu. Andris Džeriņš spielte von der rechten Ecke des Angriffsdrittels auf Patrik Forsberg, der plötzlich völlig frei im Slot stand. Sein Abschluss prallte noch am Landsberger Torhüter ab, nahm anschließend jedoch einen hohen Bogen und landete zum 0:4 im Netz.

Nicht einmal zwei Minuten später folgte bereits das 0:5. Šrámek setzte sich im Landsberger Drittel fest, umrundete mit der Scheibe gleich zweimal das Tor, spielte anschließend den Doppelpass mit Bartek Bison und schloss eiskalt ab. Vom Gestänge sprang der Puck ins Tor.

Werbeunterbrechung
Zum Weiterlesen nach unten scrollen.

Für Michael Karg war der Arbeitstag damit beendet. Moritz Borst übernahm anschließend im Landsberger Tor – jener Borst, der vor Spielbeginn bei der Mannschaftsbesprechung auf dem Eis noch den rechten Torpfosten abgeleckt hatte. Ob dies tatsächlich zu seinem persönlichen Torhüterritual gehört, ist nicht überliefert. Geholfen hat es den „River Kings“ an diesem Abend jedenfalls nichts.

Den einzigen Landsberger Treffer des Abends erzielte Frantisek Wagner in der 28. Minute. Nach einem Schuss der Gastgeber lag die Scheibe gefährlich auf der Torlinie. Christoph Lode kratzte sie mit dem Schläger noch weg, allerdings direkt vor Wagner, der zum 1:5 einschieben konnte.

Beeindruckt zeigte sich Waldkraiburg davon nicht. Die Löwen spielten weiter nach vorne und stellten wenig später den alten Abstand wieder her. In Überzahl leitete ein langer Pass von Nico Vogl den Angriff ein, Džeriņš spielte weiter und Ovaska hielt nur noch den Schläger hinein – 1:6.

Dreieinhalb Minuten vor der zweiten Pause setzte auch Džeriņš seinen Namen auf die Torschützenliste. In einer unübersichtlichen Situation vor dem Landsberger Tor behielt der Lette den Überblick und bugsierte die Scheibe zum 1:7 über die Linie.

Wer nun erwartet hatte, die Löwen würden angesichts des deutlichen Spielstands im Schlussabschnitt ein paar Gänge zurückschalten, sah sich getäuscht. Waldkraiburg arbeitete weiter konzentriert, ging in die Zweikämpfe und spielte seine Angriffe aus, als wäre die Partie noch völlig offen.

Nicht einmal drei Minuten waren im letzten Drittel gespielt, als Šrámek erneut traf. Sein erster Versuch wurde noch geblockt, doch der Waldkraiburger Angreifer setzte nach und schob die Scheibe Borst durch die Beine zum 1:8.

Werbeunterbrechung
Zum Weiterlesen nach unten scrollen.

Fünfeinhalb Minuten vor Schluss fiel schließlich das 1:9. Nico Vogl brachte die Scheibe aus eigentlich sehr spitzem Winkel in Richtung Tor und Šrámek fälschte entscheidend ab. Für den Tschechen war es bereits sein vierter Treffer an diesem Abend.

Den Schlusspunkt durfte Patrick Zimmermann setzen. Im Vier-gegen-Vier eroberte er rund zwei Minuten vor Ende an der eigenen blauen Linie die Scheibe, behauptete sie gegen seinen Gegenspieler und machte sich auf den Weg in Richtung Landsberger Tor. Dort erinnerte der Verteidiger daran, dass er seine Karriere einst als Stürmer begonnen hatte, zog am Verteidiger vorbei und setzte den Puck sehenswert ins rechte obere Eck zum 1:10-Endstand.

So erlebte der Hungerbachdom am Allerheiligen-Abend eine ungewöhnlich einseitige Begegnung. Landsberg hatte zwar durchaus eigene Möglichkeiten, doch Waldkraiburg war an diesem Abend in nahezu allen Bereichen überlegen. Die Löwen spielten konzentriert, effizient und verzichteten darauf, trotz des frühen Vorsprungs unnötig kompliziert zu agieren.

Besonders bemerkenswert war dabei die Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. Zwei Tage zuvor hatten die Löwen gegen Amberg trotz zahlreicher Chancen lediglich einmal getroffen – in Landsberg war davon nichts mehr zu erkennen. Zehn Treffer bei neun verschiedenen Torsituationen, vier Tore allein von Jakub Šrámek und insgesamt fünf Scorerpunkte für Kapitän Nico Vogl sprechen eine deutliche Sprache.

In der Tabelle bleibt es indes weiterhin eng. Waldkraiburg steht mit 18 Punkten auf Rang vier, während die ersten drei Mannschaften jeweils 19 Zähler aufweisen. Zwischen Platz eins und Platz acht liegen gerade einmal sechs Punkte – entsprechend wenig Aussagekraft besitzt die aktuelle Reihenfolge noch. 

AHA

Foto: Yasmin Neumann

HC Landsberg – EHC Waldkraiburg 1:10 (0:3, 1:4, 0:3)

Tore: 0:1 (1.) F. Lode (Haaparanta, Forsberg), 0:2 (8.) Šrámek (Vogl, Bison), 0:3 (15.) Decker (Ovaska, Zimmermann), 0:4 (24.) Forsberg (Džeriņš, Haaparanta), 0:5 (26.) Šrámek (Bison, Vogl), 1:5 (28.) Wagner (Kalns, Freidenfelds), 1:6 (33.) Ovaska (Vogl, Džeriņš – PP1), 1:7 (37.) Džeriņš (Forsberg, F. Lode), 1:8 (43.) Šrámek (Vogl, Haaparanta), 1:9 (55.) Šrámek (Vogl, Houdek), 1:10 (58.) Zimmermann (Houdek, Bison).

EHC Waldkraiburg:
Tor: #32 Tobias Sickinger, #40 Christoph Lode.
Verteidigung: #6 Matej Houdek, #10 Felix Lode, #23 Tim Ludwig, #37 Patrik Forsberg, #50 Martin Kokeš, #81 Max Čejka, #98 Patrick Zimmermann.
Sturm: #7 Philipp Lode, #11 Bartek Bison, #13 Jakub Šrámek, #18 Santeri Ovaska, #25 Andris Džeriņš, #28 Mikko Haaparanta, #34 Leon Decker, #88 Nico Vogl, #92 Jakub Revaj.

Zuschauer: 1.098

Strafen: Landsberg 6 – Waldkraiburg 8.

   

Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/11/02/ehc-ueberrollte-gestern-die-landsberger/

Werbeunterbrechung
Zum Weiterlesen nach unten scrollen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Auf dem letzten Erdenweg

Newsletter-Abo

Durch Anklicken des Buttons „Anmelden“ erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihnen regelmäßig unsere aktuellen Artikel und Informationen zusenden. Sie können sich jederzeit von diesem Newsletter abmelden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.