Arbeitsmarkt regional: Noch keine generelle Trendwende

Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote für den Oktober wie genau vor einem Jahr bei 3,1 Prozent (September: 3,2 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 4.739. Hier sind 2.911 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 161 weniger als im Vormonat.
Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1.828 arbeitslose SGB II-Kundinnen und -Kunden registriert, 27 weniger als im September. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.591 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.756 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Die Arbeitslosenzahl ist im gesamten Agenturbezirk Rosenheim in den vergangenen Wochen auf 10.075 Personen zurückgegangen. Damit waren 425 Frauen und Männer weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat, aber 234 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent gesunken.
Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, Dr. Nicole Cujai, erklärt zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt: „Die Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen Wochen unter anderem zurückgegangen, da junge Menschen noch eine betriebliche Ausbildung aufgenommen haben. Weitere haben sich abgemeldet, da sie
eine höhere Schule (FOS/BOS) besuchen oder ein Studium begonnen haben.
Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl bei der Personengruppe der unter 25-Jährigen um 281 auf 965 zurückgegangen. Zudem hat es sich positiv ausgewirkt, dass Personal-Verantwortliche aus dem Urlaub gekommen sind: Sie haben Bewerbungsunterlagen gesichtet, Vorstellungsgespräche geführt und neue Arbeitsverträge abgeschlossen.“
Und auch die anhaltend milden Temperaturen im Oktober haben dafür gesorgt, dass in den saisonabhängigen Wirtschaftszweigen wie dem Baugewerbe, dem Garten- und Landschaftsbau sowie den Hotel- und Gaststättenberufen weitestgehend weiter gearbeitet werden konnte.
Die Agenturleiterin wendet sich direkt an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die Mitarbeiter über die Wintermonate entlassen wollen, weil
weniger Arbeit anfällt und sagt: „Ich möchte Sie einladen, mit ihrer Ansprechperson vom Arbeitgeberservice darüber zu sprechen, welche Möglichkeiten es gibt, um die Betroffenen weiter zu beschäftigen und sich so das Fachpersonal zu sichern. Sie erreichen die Kolleginnen und Kollegen auch unter der kostenfreien Servicenummer 0800 / 4 5555 20.“
Neben dem Saison-Kurzarbeitergeld können weitere finanzielle Hilfen
zur Verfügung stehen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.
Informationen unter
https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/wintergeld.de
Die Agenturleiterin weist darauf hin, dass neben der Beantragung von finanziellen Hilfen für Unternehmen auch die Arbeitsuchend- und die Arbeitslosmeldung sowie die Beantragung von Arbeitslosengeld (www.arbeitsagentur.de/arbeitslos-arbeitfinden/arbeitslosengeld) und weitere Anliegen (www.arbeitsagentur.de/eservices) bequem online erledigt werden können.
Sie geht auch auf die im Oktober veröffentlichten Regionale Arbeitsmarkt-Prognosen 2026/2027
(https://iab.de/regionale-arbeitsmarktprognosen-2026-2027-noch-keine
trendwende-auf-den-regionalen-arbeitsmaerkten/) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, der „Denkfabrik“ der Bundesagentur für Arbeit ein und erklärt:
„Die Kolleginnen und Kollegen gehen in ihrer Prognose davon aus, dass sich trotz der verbesserten Konjunkturaussichten auf dem Arbeitsmarkt noch keine generelle Trendwende zeigt. Für unseren Agenturbezirk bedeutet dies konkret, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung laut Prognose minimal um 0,1 Prozent zurückgehen könnte. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass die Zahl der Arbeitslosen in dem Zeitraum um 2,9 Prozent sinken wird – beide Prognosen weisen allerdings hohe Spannweiten auf.“
Abschließend erklärt Dr. Cujai: „Auch wenn die Prognose eine stagnierende sozialversicherungspflichtige Beschäftigung voraussagt, zeigt der prognostizierte Rückgang der Arbeitslosigkeit, dass der Arbeitsmarkt in unserer Region auch in der aktuell wirtschaftlich anspruchsvollen Zeit weiterhin Chancen bietet.“
Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:
Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent (Vormonat: 5,2 Prozent; Oktober 2025: 4,9 Prozent). Es sind 1.991 Bürger ohne Arbeit. Bei den Kunden, die nach dem SGB III durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, sank die Zahl der arbeitslos
gemeldeten Menschen um 44 auf 1.039. Beim Jobcenter Rosenheim Stadt sind 952 Kunden nach dem SGB II arbeitslos gemeldet, vier mehr als im
September. Insgesamt sind dort 1.971 erwerbsfähige Leistungsberechtigte registriert, die in 1.526 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote 2,5 Prozent (Vormonat: 2,6 Prozent; Oktober 2025: 2,2 Prozent). Das entspricht 1.844 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1.222 Männer und
Frauen, 90 weniger als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und
Wolfratshausen gemeldet. 622 Betroffene, 21 weniger als im September, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.974 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.505 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.501 Bürger arbeitslos
gemeldet, was einer Quote von 2,6 Prozent (Vormonat: 2,8 Prozent; Oktober 2025: 2,8 Prozent) entspricht. Davon sind 1.011 arbeitslose Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen gemeldet, 57 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Empfänger von Arbeitslosengeld II nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 490 Menschen arbeitslos gemeldet, 29 weniger als im September. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.172 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 921 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/30/arbeitsmarkt-regional-noch-keine-generelle-trendwende/
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