Noch drei Monate: Dann kommt für Mieze die Zwangs-Kastration

Es ist ein hochemotionales Thema und es wurde auch ein hochemotionaler Abend gestern im Pfaffinger Gemeindesaal: Der Info-Abend zur künftigen Zwangs-Kastration aller frei herumlaufender Katzen in der Kommune per offizieller Verordnung.
Das Leid manch freilebender Katze soll damit verringert werden, denn Pfaffing gehört zu einer unerfreulichen „Katzen-Hotspot-Gemeinde" (wir berichteten). Der Appell von den Vertretern von Veterinäramt, Landratsamt und vor allem auch Tierheim war eindringlich im Saal: „Lassen Sie uns alle zusammenarbeiten - es ist der richtige Weg." Es sei ein so wichtiger Abend heute, ergänzte Bürgermeister Josef Niedermeier.
Noch genau drei Monate lang ist Zeit, dann wird es ernst für die Katzen in der Gemeinde Pfaffing und für ihre Besitzer: In Pfaffing tritt - ebenso wie in Amerang, Feldkirchen-Westerham, Griesstätt und Tuntenhausen - zum 1. Februar 2027 die neue Katzenschutzverordnung des Landratsamtes in Kraft.
Für die Halter von Katzen, die völlig frei nach draußen dürfen, gelten dann künftig drei wesentliche Vorgaben: Die Tiere müssen kastriert, gekennzeichnet und in einem Haustier-Register registriert sein. Auf eigene Kosten. Der Staat - sprich die Gemeinde und damit der Steuerzahler - zahlen nur die Tiere, die nicht zugeordnet werden können.
Freiwillige Mitarbeiter der Tierschutzvereine werden ab Februar freilaufende Katzen mit einer Falle einfangen, kontrollieren und bei Bedarf, wenn noch nicht geschehen, einem Tierarzt zur Kastration und Kennzeichnung bringen. Danach werde die jeweilige Katze wieder an seinen Fundort, seine angestammte Gegend zurückgebracht - die Rechnung folge vom Landratsamt an den Halter. Aber man solle keine Angst haben, dass plötzlich der VW-Bus dastehe und die Tiere mitnehme. man kooperiere - so gut es hoffentlich gehe - erst einmal mit den Haltern und vor allem werde man sich dabei selbstverständlich auch ausweisen.
Wie unsere Fotos zeigen - die Gesichter im Pfaffinger Saal sprachen Bände. Ein paar Wortbeiträge ...
Fotos: Renate Drax

Zu einer ganz grundsätzlich verantwortungsbewussten Katzenhaltung gehört nicht nur die Versorgung mit Futter und Wasser. Unerlässlich sind auch bestimmte medizinische Maßnahmen wie Impfungen, Parasiten-Behandlungen und die Kastration vor der Geschlechtsreife – zumindest der Katzen und Kater, die Auslauf ins Freie haben. Im Namen des Tierschutzes.
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Leider sorgen nicht alle Besitzer dafür. Die Gemeinde Pfaffing hat seit geraumer Zeit hier ein großes Problem – wie berichtet. Vor allem offenbar durch einen nicht näher beschriebenen Einzelfall mit den Tieren in erbärmlichen Zuständen, wie es in einer der vergangenen Gemeinderatssitzungen vom Bürgermeister hieß (wir berichteten). Pfaffing zählt jetzt jedenfalls zu den fünf „Hotspots“ von insgesamt 46 Gemeinden im ganzen Landkreis. Dazu wird man durch eine hohe Anzahl wildlebender Katzen – trotz bisheriger Kastrations-Aktionen des Tierschutzvereins.

Dr. Ernst Andiel vom Rosenheimer Veterinäramt (Foto) dankte gestern Abend allen herzlich, die gekommen waren und somit Interesse bekundet haben. Er präsentierte erst die neue Katzenschutz-Verordnung im Detail und stellte sich dann – ebenso wie Veronika Ganslmaier vom Landratsamt – den Fragen der Bürger.
Und da kamen viele. Ganz zu schweigen von den grundsätzlichen Bedenken der Anwesenden, was alleine diese neue „Kontrolle des Tieres per Einfangen“ mit dem Liebling mache …
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Bei den Fragen ging es zum Beispiel darum, ob nun wirklich die geliebte Katze gar keinen eigenen Nachwuchs mehr bekommen dürfe – auch wenn man sichere Abnehmer-Haushalte wüsste? Die nächsten zwei, drei oder vier Jahre werde das so sein, so Dr. Andiel. Dann könnte es sein, dass Pfaffing aus der Schutzverordnung wieder herausfalle. Es sei nicht für ewig gedacht.
Gefragt wurde auch, ob eine Tätowierung der Katze ausreiche, dass man keinen Chip brauche? Nur, wenn die Tätowierung auch lesbar sei und das sei oft Ermessenssache, so der Sprecher des Veterinäramtes.
Und was, wenn man sich das viele Geld, dass jetzt notwendig sei, nicht leisten könne? Dann könne man sich vertrauensvoll an die Gemeinde wenden.
Eine Bürgerin wollte wissen, ob es nicht eine Möglichkeit wäre – mit Blick auf verunfallte Katzen am Straßenrand – dass die Gemeinde-Mitarbeiter vom Bauhof künftig per eigenem Chip-Lesegerät das Tier dann auch gleich zuordnen könnten und den Halter/die Halterin informieren? Das könne man den Mitarbeitern nicht zumuten – das wisse jeder, der ein verunfalltes Tier schon einmal nach einem Chip abgesucht habe, so Tilman Rieger, der gestern als Vorsitzender des Tierschutzvereins – der „Interessengemeinschaft Mensch und Tier“ zu Gast in Pfaffing war.

Ein Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber für dieses eine Tier verändert sich die ganze Welt …
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Bürgermeister Josef Niedermeier machte nicht zuletzt auf das Thema Finanzen aufmerksam – die Katzen-Problematik in Pfaffing habe die Kommune bereits eine Menge Geld gekostet. Auch das müsse man bedenken.
Wie berichtet, ist das Thema Finanzen für das Tierheim in Ostermünchen zudem äußerst prekär: Alarmierend sind die Kosten des Heims allein für die Gemeinde Pfaffing – heuer schon angewachsen auf über 9.000 Euro. Alarmierend aber auch die Tierarzt-Kosten für all die Katzen, die das Tierheim Ostermünchen allein für Pfaffing begleichen musste: Nämlich 26.000 Euro. Überproportional für Katzen, überproportional für Pfaffing. Und das ohne die Kosten für Unterbringung, Futter und so weiter gerechnet … Umso eindringlicher war Tilman Riegers Appell gestern in der Versammlung an alle Halter von Tieren, sich gewissenhaft zu kümmern
Ein paar Fakten zur neuen Situation ab Februar 2027:




Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/30/noch-drei-monate-dann-kommt-fuer-mieze-die-zwangs-kastration/
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Hiermit öffnen sie Tor und Tor für Tierfänger . Tiere von der Straße wegfangen ist das hinterletzte . Falls ich einen erwische, der sich an meiner Katze vergreift , leiste ich dem Tier Nothilfe . Also Finger weg von meinem Tier .
Morgen werden Hunde eingefangen – übermorgen Schafe Hühner und Pferde .
Was wurde aus diesem freien Land .