Landshut beendet den Wasserburger Höhenflug

Nach sechs Siegen in Folge musste der TSV 1880 Wasserburg erstmals wieder eine Niederlage einstecken. Die Löwen unterlagen in einem typischen Unentschiedenspiel der SpVgg Landshut mit 1:2. Beide Mannschaften waren mit völlig unterschiedlichen Ausgangslagen in die Partie gegangen.
Während die Innstädter mit der Siegesserie der letzten Wochen das Interesse von Internetportalen geweckt hatten, die das Fantasialand neu erfanden, reiste Landshut mit drei Niederlagen in Folge im Gepäck an. Manager Max Maier hatte deshalb unter der Woche getan, was kaum jemand mag, aber oft hilft: Er hatte Klartext gesprochen. Diese Gardinenpredigt hatte dazu geführt, dass die Niederbayern 90 Minuten in der Altstadt alles gaben.
Das mussten sie auch, denn die Hausherren bestimmten in den ersten 15 Minuten das Geschehen, doch dann ließ der Druck nach. Schon nach zwei Minuten kam Janik Vieregg aus spitzem Winkel gefährlich zum Abschluss und nach fünf Minuten musste Torhüter Daniel Mühl einen Volley von Dominik Brich artistisch über die Latte lenken. Als Vieregg in der neunten Minute einen Abpraller über die Linie drückte, schien die Begegnung ihren zuletzt gewohnten Lauf zu nehmen, doch Schiedsrichter Florian Islinger und sein Gespann hatten eine hauchzarte Abseitsposition gesehen.
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„Wir haben in der ersten Hälfte für unsere Verhältnisse ziemlich mutlos agiert“, monierte Florian Heller. „Deswegen sind wir auch nie wirklich ins Gegenpressing gekommen. Landshut konnte das sehr gut ausnutzen, weil sie die Spieler mit der nötigen Qualität im Kader haben.“ Die Gäste tasteten sich über Lucas Biberger in der 19. Minute per Fernschuss langsam heran und bekamen in der 21. Minute einen Foulelfmeter zugesprochen, da Maxi Biegel Simon Kirmeier im Strafraum gelegt hatte. Tobias Steer verwandelte eiskalt zum 1:0. Unmittelbar danach hätte Florentin Seferi nach einem Ballgewinn gegen Wasserburgs letzten Mann Jaume Rubio Gonzalez beinahe das 2:0 nachgelegt, doch Lino Volkmer parierte den Alleingang (24.).
Die größte Chance zum Ausgleich hatte in der 34. Minute Robin Ungerath, der zunächst einen Kopfball in Bedrängnis nicht richtig setzen konnte und den Nachschuss aus der Drehung aus kürzester Distanz über das Tor schoss. Der sonst treffsichere Stürmer konnte es selbst nach der Begegnung kaum fassen, dass er diese Chance liegengelassen hatte. Unmittelbar vor der Halbzeit ereignete sich eine Szene, die nicht nur den Freitagabend, sondern auch die kommende Woche beeinflusste: Nach Foulspiel an Rubio Gonzalez sah nicht der bereits verwarnte Biberger seine zweite gelbe Karte des Abends, sondern der Spanier wegen Reklamierens seine fünfte der Saison und muss somit in Deisenhofen die erste Gelbsperre der Vereinsgeschichte absitzen.
In Gleichzahl mühten sich die Löwen, fanden gegen die Landshuter Defensive aber kaum ein Durchkommen. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns mit Ball mehr zugetraut“, lobte Heller trotzdem die Angriffsbemühungen. Erfolgreich waren zunächst die Gäste: In der 60. Minute stand Seferi deutlich klarer als Vieregg in der ersten Halbzeit im Abseits, doch dieses Mal blieb die Fahne unten und Florian Grundner stoppte den durchgebrochenen Stürmer im Strafraum per Foulspiel. Tobias Steer verwandelte auch diesen Elfmeter. „Bei beiden Elfmetern sind wir zu weit weg von den Männern und müssen so spät reagieren, dass im Sechzehner ein Elfmeter zustande kommt“, beschrieb Heller die Situationen. Allen Beteiligten war klar, dass ein Wasserburger Anschlusstreffer Landshut den Sieg kosten könnte, doch das 1:2 durch einen Foulelfmeter von Thomas Voglmaier in der 92. Minute kam für den Ausgleich zu spät.
„Summa summarum war es eine sehr enge Partie, in der es um Nuancen ging und bei diesen Nuancen waren wir zweimal nicht ganz auf der Höhe“, bilanzierte Heller. „Die Niederlage geht in Ordnung, ein Unentschieden wäre mir natürlich lieber gewesen und das wäre auch drin gewesen und hätte die Leistung widergespiegelt. Für uns ist das aber kein Beinbruch.“
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Wasserburg: Volkmer, Biegel, Grundner, Rubio Gonzalez, Brich (62. Kononenko), Fischer, Dittrich, Haunolder (87. Rauscher), Voglmaier, Vieregg (73. Egger), Ungerath
Tore: 0:1 Tobias Steer (21., Foulelfmeter), 0:2 Tobias Steer (60., Foulelfmeter), Thomas Voglmaier (92., Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Florian Islinger (SpVgg Hainsacker)
JAH
Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/24/landshut-beendet-den-wasserburger-hoehenflug/
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