Löwen rennen Pfaffenhofen nieder

In der 93. Minute brandete in der Wasserburger Altstadt tosender Applaus, fast schon Jubel auf. Die Löwen hatten dabei nicht etwa wie in der Vorwoche in Schlading-Heining in der Nachspielzeit das Siegtor geschossen. Es hatte sich eine viel unspektakulärere, aber im Grunde ähnlich wichtige Szene abgespielt. Beim Stand von 2:1 für Wasserburg wollte Pfaffenhofens Außenverteidiger Manuel Riebold gerade einen der letzten Angriffe einleiten, ehe er den Atem von Robin Ungerath in seinem Nacken spürte und per Grätsche gestoppt wurde.
Diese Szene stand symbolisch für den Einsatz der Innstädter am Freitagabend, denn sie rannten und rannten und rannten. „Gestern war richtig viel Energie da“, hatte der elektrisierte Trainer Florian Heller beobachtet. „Und wenn wir das in einer Regelmäßigkeit schaffen, dann muss man erst einmal gegen uns gewinnen beziehungsweise gegen uns einen Punkt holen.“
Da die Löwen derart viel Power auf den Platz brachten, musste Pfaffenhofen die Heimreise mit leeren Händen antreten. Und das, obwohl die Gäste eine der besten Mannschaften waren, die seit langer Zeit an der Landwehrstraße 10 aufgekreuzt waren. „Wir hatten vor dem Spiel darüber gesprochen, dass wir unsere beste Leistung brauchen werden, um gegen Pfaffenhofen überhaupt die Möglichkeit zu haben, das Spiel zu gewinnen. Wie die Jungs auf dem Platz das umgesetzt haben, war sensationell“, lobte der Coach, der nach den hochintensiven 96 Minuten ebenso abgekämpft war wie seine Spieler.
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Von der ersten Sekunde an lieferten sich beide Teams einen Schlagabtausch, wie er oft im frühen Herbst zustande kommt, wenn die Spieler voll auf Betriebstemperatur sind. Nachdem Pfaffenhofen in der Anfangsphase immer wieder über die herausragenden Daniel Lungwitz und Michael Senger gefällig kombinierte, erlaubten die Hausherren nach 15 Minuten das Übertreten der Mittellinie bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte nicht ein einziges Mal.
Wasserburg drückte den Tabellenfünften tief in die eigene Hälfte und nach knapp einer halben Stunde erdrückten sie ihn. Nach einer Serie an gefährlichen Eckbällen und Freistößen erzielte Thomas Voglmaier in der 34. Minute das verdiente 1:0. Janik Vieregg hatte eine Biegel-Flanke geschickt auf Dominik Köck abgelegt, dessen Abschluss vom glänzend parierenden Moritz Köhler noch abgewehrt werden konnte. Den Abpraller legte sich Voglmaier einmal zurecht und schoss trocken ins kurze Eck ein. Dass der FSV Pfaffenhofen aber nicht einbrechen würde, zeigte sich kurz vor der Pause, als er doch einmal nach vorne kam und der eingelaufene Außenstürmer den Ball mit der Hacke an den Pfosten bugsierte.
Nach dem Seitenwechsel war Wasserburg nicht mehr so deutlich überlegen, erzielte aber in der 60. Minute dennoch das 2:0. Dominik Köck hatte eine zu kurz abgewehrte Ecke noch einmal in die Mitte geflankt, wo Ungerath einköpfte. Torhüter Köhler verhinderte mit einem Monsterreflex bei einem Kopfball des eingewechselten Vinzenz Egger das 3:0 (72.) und auf der Gegenseite machte Michael Senger mit einem Verzweiflungsschuss ins kurze Eck aus dem Nichts den Anschlusstreffer (76.). „Wir waren eiskalt und machen noch zwei Tore aus einer Abseitsstellung. Wir hatten schon auch mehr vom Spiel und das Ding geht auch verdient an uns“, bilanzierte Heller nach einer schadlos überstandenen Schlussphase.
Mit dem 2:1-Sieg gewann Wasserburg neun der vergangenen zehn Spiele. „Wir wissen schon auch, wo wir herkommen. Wir sind demütig genug, um das alles richtig einzuschätzen. Demzufolge sind es Momente, die wir mit dem aktuellen Tabellenbild genießen. Mehr ist es aber auch nicht“, ordnete Heller den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz ein.
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Wasserburg: Volkmer, Biegel, Grundner, Rubio Gonzalez, Brich, Stellner (80. Fischer), Dittrich, Köck (90. Kononenko), Voglmaier (82. Haunolder), Vieregg (69. Egger), Ungerath (94. Rauscher)
Tore: 1:0 Thomas Voglmaier (34.), 2:0 Robin Ungerath (60.), 2:1 Michael Senger (76.)
Schiedsrichter: Torsten Wenzlik (TSV Velden 1923)
JAH
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