Es wird ernst für Katzen-Besitzer

Im Landkreis Rosenheim tritt zum 1. Februar 2027 in fünf Gemeinden eine Katzenschutz-Verordnung in Kraft. Für Halterinnen und Halter von Katzen, welche unkontrolliert ins Freie dürfen, gelten dann künftig drei wesentliche Vorgaben: Die Tiere müssen kastriert, gekennzeichnet und in einem Haustier-Register registriert sein. Mit der frühzeitigen Veröffentlichung der Verordnung schafft das Landratsamt eine mehrmonatige Übergangszeit, in der Katzenhalter ihre Tiere entsprechend versorgen lassen können.
Wie berichtet, gilt die Katzenschutz-Verordnung dann in Pfaffing sowie auch in den Gemeinden Amerang, Feldkirchen-Westerham, Griesstätt und Tuntenhausen. Die fünf sogenannten „Hotspot-Gemeinden“ von 46 Gemeinden im Landkreis Rosenheim.
Ziel der Verordnung sei es, die unkontrollierte Vermehrung freilebender Katzen einzudämmen und damit das Leiden der Tiere langfristig zu verringern. Denn verwilderte Katzen seien häufig nicht medizinisch versorgt. Krankheiten, Parasiten, Verletzungen, Unterernährung und Inzucht könnten die Folge sein. Gleichzeitig könnten sich unkastrierte Tiere schnell vermehren: Katzen können zwei bis drei Mal im Jahr Nachwuchs bekommen.
Warum gilt die Verordnung nur in bestimmten Gemeinden?
Die Katzenschutz-Verordnung tritt in Gemeinden in Kraft, aus denen eine besonders hohe Zahl freilebender Katzen mit Schmerzen und Leiden gemeldet wurden – so zum Beispiel in Pfaffing.
Das Landratsamt hat deshalb gemeinsam mit den Gemeinden die Gebiete betrachtet, aus denen vermehrt freilebende und verwilderte Katzen gemeldet wurden. Die Verordnung gilt ausschließlich in den daraus ermittelten sogenannten „Hotspot-Gemeinden“. Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden wurde die konkrete Umsetzung der Verordnung ausgearbeitet.
Was müssen Katzenhalter beachten?
Wer in einer der betroffenen Gemeinden eine Katze hält und ihr unkontrollierten Freigang ermöglicht, muss ab dem 1. Februar 2027 dafür sorgen, dass das Tier
- kastriert,
- eindeutig gekennzeichnet und
- in einem Haustierregister registriert ist.
Die Kennzeichnung muss durch einen Mikrochip erfolgen. Ohrtätowierungen, die bei Bekanntgabe der Verordnung schon bestanden, verlieren ihre Gültigkeit nicht. Weil die Ohrtätowierung jedoch schwieriger abzulesen ist, mit der Zeit verblasst und bei der Anbringung eine zusätzliche Belastung für das Tier darstellen kann, empfiehl das Landratsamt bei rein durch Ohrtätowierungen gekennzeichneten Katzen die Nachholung der Kennzeichnung mittels Mikrochip. Die Kosten für die Kennzeichnung sowie die Kastration tragen die Tierhalter.
Was passiert mit freilebenden Katzen?
Die Verordnung schaffe eine rechtliche Grundlage dafür, freilebende Katzen ohne feststellbaren Halter einzufangen, zu kennzeichnen und kastrieren zu lassen. Das Landratsamt werde bei der praktischen Umsetzung mit den beteiligten Gemeinden und Tierheimen eng zusammenarbeiten.
Damit solle die Zahl freilebender Katzen in den betroffenen Gebieten langfristig sinken.
Gleichzeitig sollen Tierheime und Tierschutzvereine wie beispielsweise in Ostermünchen entlastet werden, die sich bislang in erheblichem Umfang um verwilderte und erkrankte Katzen kümmern.
Siehe auch:
Pfaffing hat ein Katzen-Problem – Wasserburger Stimme
Der vollständige Wortlaut der Katzenschutzverordnung ist im aktuellen Amtsblatt abrufbar unter
https://www.landkreis-rosenheim.de/aktuelles/#amtsblatt-amtsblaetter-2026
Eine Übersicht mit den wichtigsten Fragen und Antworten findet sich zudem auf der Webseite des Landratsamtes:



läuft noch:
Wie muss ich mir das vorstellen? Auf den Feldwegen hält dann ein Bus vom Landratsamt. Da springen 50 Beamte heraus und fangen die Katzen?
Dürfen die denn Katzen fangen, um zu prüfen, ob das Tier gechippt ist – oder nur dann, wenn sie sicher sind, dass sie nicht gechippt sind? Und müssen sie die Katzen erst fragen, ob sie sie anfassen dürfen?
Man darf gespannt sein, wie das Regelwerk aussieht :D :D
Ich sags dir: Wehe, einer fängt meine Katze (gechippt, kastriert).
So schnell kann der gar nicht schauen, kriegt er eine Strafanzeige.
Ähnliches ging mir auch schon durch den Kopf.
Ich möchte nicht, dass meine 2 kastrierten und gechipten Katzen am Ende total verängstigt sind oder sogar vor lauter Schreck nicht mehr heim finden, weil sie von fremden Menschen eingefangen wurden.
Finger weg von meinen Katzen!
Und auf welcher Rechtsgrundlage wollen Sie denn die Strafanzeige stellen? Vielleicht erstmal einen Baldriantee aufbrühen und die Nerven etwas abkühlen lassen.
Du vergisst, dass wir hier in Deutschland sind ;)
Aber gut, das scheitert ja eh schon vorher an der Umsetzung.
Verstehe nicht, warum nicht gleich der komplette Landkreis?
Es ist schon 10 nach 12!
Aber lieber lassen wir die Tierschutzvereine in den Ruin treiben!
Super! Endlich! Es gibt so viele Halter, die sich einen Scheiss um ihre Katzen kümmern. Die vermehren sich unendlich und dann verwahrlosen. Ganz wichtig wäre einfach die Kastration. Aber da werden sich Katzen angeschafft und dann hat man kein Geld für den Tierarzt. Das muss einem doch bewusst sein, dass Tiere Geld kosten. Jeder vernünftige Tierhalter weiß das und schafft sich nur ein Tier an, wenn man sich das auch leisten kann.
Jawoll!! volle Zustimmung und richtig, warum nicht gleich für den ganzen Landkreis:
Oder der Wasserburger Stadtrat könnte sich ja auch mal damit befassen – aber vorher
noch ein Frühstück mit den Katzenhaltern.
Ich weiß ja nicht, wo sie alle wohnen.
Wir wohnen ländlich. Bei uns im Wohngebiet gibt es ausschließlich gut versorgte und gepflegte Katzen und keine Jungtiere.
Die einzigen Orte, wo ich mickrige, struppige Katzen mit verklebten Augen sehe, sind diverse Bauernhöfe, wenn wir spazieren gehen. Von denen haben wir unsere Katzen bewusst nicht geholt, um das nicht auch noch zu unterstützen.
Wir haben unsere Promenadenmischungskatzen bewusst aus einem verantwortungsbewussten Privathaushalt.
Deshalb sind sie auch so gesund.
Es gibt aber ja durchaus auch Bauernhöfe mit gepflegten Tieren in normaler Anzahl.
Das darf man nicht verallgemeinern.
Warum reicht es nicht, dort anzusetzen, wo die Tiere nicht gut gehalten werden?
Wenn jetzt alle Tiere kastriert werden, stirbt die (gesunde) Hauskatze in 15 Jahren aus.
Das wäre doch schade.
Ich bin Landwirt und habe 1 Katze. Die ist sterilisiert, geimpft und wird alle 3 Mon. entwurmt, da sie jederzeit ins Haus darf.
Allerdings halten sich auf meinem Hof noch weiter mind. 8 Katzen auf, die zum Teil auch ihre Jungen bei uns im Heustadel zur Welt bringen. Die Katzen kommen aus der benachbarten Siedlung.
Vorbildlich!
Das ist wahrlich übel.
Unsere 2 Katzen, die zuhause gut versorgt sind, kämen nie auf die Idee, in einen Heustadel zu ziehen und ihn gegen das warme Wohnzimmer auszutauschen.
Nachdem die zwei Fellnasen umsorgte Familienmitglieder sind, kann ich mir nicht vorstellen, dass jemand so mit seinem Haustier umgeht.
Da fehlt es ja im Grunde am Charakter der Halter, das Tier als Lebewesen, nicht als Sache zu sehen.
Um diese Katzenflut beneide ich Sie wirklich nicht.
Es würde genügen, würde man dort ansetzen, wo es die meisten unkastrierten und vernachlässigten Katzen sieht:
Auf den Bauernhöfen.
Natürlich nicht auf allen, aber tatsächlich leider auf vielen.
In meinem Umfeld ist das jedenfalls so.
Die einzigen Katzen, die darüber hinaus sich alleine durchs Leben schlagen müssen und teilweise nicht einmal gefüttert werden, sind die einer ausländischen Familie. Die Katzen werden als Nutztiere angesehen, die sich um Mäuse zu kümmern haben.
Tya Sonnia, wenn’s so einfach wäre.
Auf meinem Hof tummeln sich viele Katzen, aber nur eine (sterilisierte, geimpfte u. entwurmte) gehört zu uns.
Weil auf einem Hof viele Katzen sind, heißt es noch lange nicht, dass sie dem Landwirt gehören.
Die landwirtschaftlichen Anwesen in der Region sind seit Jahren willkommene Anlaufstellen für alle herumstreunenden Katzen. Deren eigentliche Besitzer sind dann fein raus, denn beweisen kann man (bislang) nichts.
@Landwirt, das habe ich auch nicht behauptet und glaube ich Ihnen aufs Wort.
Ich habe einmal ein schwer krankes Kätzchen, welches wegen unbehandeltem Katzenschnupfen (ich habe es untersuchen lassen, auf dem Bauernhof ist ein hochaggressiver Keim und dort sollten auf keinen Fall die Inzucht und die Vermehrung so weitergehen, weil alle krank werden) versucht zu retten.
Ihm sind die Augen geplatzt, mussten entfernt werden.
Auch sonst hatte er Parasitenbefall.
Die Schmerzen müssen grausam sein (er erhielt Morphium) und hat es letztlich nicht geschafft.
Hotspot Amerang und bekannt.
Dort tummeln und sterben ganz elendiglich regelmäßig viele Katzen – die Halterin meint, das würde die „Natur“ schon regeln und sieht dem grausamen Treiben auf ihrem Hof zu.
Gott sei Dank gibt es vorbildliche Landwirte/Bauernhöfe, aber für jedes Tier das betroffen ist, ist es grausam und ja:
Die Tierheime wissen auch oft nicht mehr, wie sie das alles schaffen sollen.
Oft findet so etwas im Verborgenen statt, wie geht man damit um?