„Eine echte Bereicherung fürs Stadtarchiv“

„Eine echte Bereicherung fürs Stadtarchiv“

Nach der Pandemie „türmte sich vor mir sehr viel Zeit auf“. Peter Ludwig nutzte diese unter anderem, um seine in rund 20 Jahren entstandenen Foto- und Filmwerke zu sichten, zu ordnen und zu sichern. Er fasste den Entschluss, die durch sein Schaffen entstandene Dokumentation der Stadt, der hier lebenden Menschen und der Kulturszene dem Archiv zu übergeben, damit diese Zeitzeugnisse dauerhaft erhalten bleiben.

Bürgermeister Michael Kölbl dankte Peter Ludwig für die der Stadt überlassenen Fotografien und Filme. „Eine große Bereicherung für das Stadtarchiv und gerade wichtige Momente und Ereignisse wurden festgehalten“, freute sich der Rathaus-Chef.

Fotografie

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Der Kunstschaffende Peter Ludwig, eigentlich als Pianist, Komponist und Arrangeur bekannt, hat Wasserburg vielschichtig dokumentiert: Als Fotograf offenbart das Werk eine teils poetisch anmutende Beziehung zur Stadt und zu seinen Bewohnern. Die Fotokunst Ludwigs ist inspiriert von dem Zusammenspiel des Lichts mit seiner Umgebung. Auch schemenhafte Darstellungen und Kompositionen zur Inszenierung des Altstadtensembles interessieren den Kulturpreisträger des Landkreises Rosenheim.

Neben der in seinen Fotokunstwerken häufig eingesetzten Langzeitbelichtung ist Peter Ludwig allerdings auch nüchterner, aufmerksamer und einfühlsamer Dokumentar. Er ist in Stadtvierteln unterwegs, dokumentiert die Fest-, Veranstaltungs- und Kulturszene oder auch Baustellen.

Film

„Also besorgte ich mir die erste richtige Kamera und nahm alles auf, was sich bewegte“ – Der erste Film Wasserburg „mon amour“ aus dem Jahr 2009 zeigt, wie Peter Ludwig die Stadt und ihre Umgebung wahrnimmt – auch wie er sich selbst hierin bewegt – rückwärts oder vorwärts. Dabei tritt der Raum in Beziehung zu seiner Musik. Es entsteht eine Komposition in Bild und Ton – eine Rückkopplung seines eigentlichen Schaffens als Musiker im baulichen Ensemble und in der Stadtgesellschaft oder umgekehrt.

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Mit weiteren Dokumentationen (Zauberer in Wasserburg, 2015; Wasserburg – Offene Stadt, 2014; Corona Wasserburg 2020, 2021) zeigt Ludwig die Vielfalt der Kulturszene oder den Stillstand während der Pandemie. Als Dramaturg ist er fasziniert davon „seine eigenen Irrealitäten“ schaffen zu können. Einige seiner Spielfilmproduktionen, beispielsweise Désolé, Drama 2016; Blind Date, 2019, erregen überregional Aufmerksamkeit. Zuletzt und bisher noch unveröffentlicht dokumentiert Peter Ludwig 2025 das Schaffen des Antiquars Reto Feurer und blickt in einem Interview zurück auf die 24-jährige Dienstzeit des Bürgermeisters Michael Kölbl.

Ans Aufhören denkt der in diesem Jahr 75 werdende Peter Ludwig aber noch lange nicht. Am 11. April wird es ein Klavirkonzert im Rathaussaal, erstmals nur mit ihm als Solisten, geben. Die Idee, seine Filme und Bilder an die Stadt abzugeben,  kam im vergangenen Jahr, nach überstandener Krebserkrankung. „Das Leben ist endlich und es wäre schade, wenn alles irgendwann im Sperrmüll landen würde“, so Ludwig.

Unser Bild oben zeigt von links Stadtarchivar Matthias Haupt, Peter Ludwig und Bürgermeister Michael Kölbl bei der Vertragsunterzeichnung. 

MH / TG 

Screenshot aus dem Film Wasserburg mon amour, 2009. Peter Ludwig komponiert eine Sinfonie im Parkhaus an der Kellerstraße vor der Stadtkulisse. Film: Peter Ludwig (Stadtarchiv Wasserburg, lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.)

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Warten am Bahnübergang Reitmehring an einem Juniabend 2016. Foto in Langzeitbelichtung: Peter Ludwig (Stadtarchiv Wasserburg, Bildarchiv, lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.)

Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/01/13/eine-echte-bereicherung-fuers-stadtarchiv/

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