Der Sendemasten-Schreck nun auch in Pfaffing?

Der Sendemasten-Schreck nun auch in Pfaffing?

Ernste Gesichter gestern Abend auch in Pfaffing. Kommt auch hier der Sendemasten-Schreck? Denn man ist von Edling gewarnt - was die Suche nach einem Standort für einen 50-Meter-Funkmasten für den Netzbetreiber Telefonica angeht. Das wurde in der Gemeinderats-Sitzung deutlich, als es um eine Information dazu von der Verwaltung ging.

Wie berichtet, war in Edling der Gemeinderat erst informiert worden vom Bauherrn und Betreiber, nachdem die Firma bereits auf dem gepachteten Privatgrund mit dem Bauen begonnen hatte. Das brauche man hier nicht, wenn es nun um das geplante Vorhaben in der Region Oberfarrach bei Lehen gehe (siehe den Suchkreis auf der untenstehenden Karte). Das hieß es mehrfach im Gremium.

Es ging um die deutliche Mitsprache, wie einige Räte betonten.

Man wolle nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden, sagte Stefan Reich von der Freien Wählergemeinschaft Rettenbach-Farrach und Fraktionskollege Johannes Hohenadler nannte das Edlinger Vorgehen ein Kasperltheater. Während Tobias Forstner von der ÜWG fragte, wo der Ansatzpunkt für die Gemeinde liege?

Bürgermeister Josef Niedermeier wollte den Ball flach halten und lenkte ein: Man werde als Gemeinde schon drauf hinwirken - letztendlich werde man sich aber in der Verwaltung neutral verhalten, kündigte er an.

Die in der Sitzung zum Thema anwesenden Bürger der Region Oberfarrach (Foto) baten um eine Rede-Möglichkeit, was ihnen erlaubt wurde vom Gremium. Sie wiederum wünschten sich aber schon eine gewisse Lenkung durch die Gemeinde und dass die Bürger mitgenommen würden bei irgendwelchen Entscheidungen dazu. Man sei sehr skeptisch und man wolle unbedingt vorab informiert werden.

In Edling war klar geworden, dass Netzbetreiber Telefonica mit der American Tower Corporation – genauer gesagt der ATC Germany als deutscher Tochtergesellschaft und quasi Bauherr – einen 50 Meter hohen Sendemasten beim Weiler Reischlhilgen aufstellen will und offenbar kann, wie es ihr und dem Landratsamt passt. Denn eine seit Jahren ablehnende Haltung der Gemeinde spielte keine Rolle für den Baubeginn, weil es sich um ein sogenanntes privilegiertes Bauvorhaben handele.

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Es geht um das Mobilfunkangebot 5G. Die Zuverlässigkeit und hohe Geschwindigkeit sei für viele technische Anwendungen der Zukunft, vor allem in der Wirtschaft, unverzichtbar. Hieß es in Edling. Was Telefonica antreibe, solche Masten zu errichten: Zum einen der Kunde und dessen Nachfrage und zum anderen die Politik – die aktuellen Auflagen verpflichten die Netzbetreiber unter anderem zur Erreichung einer Versorgung von bundesweit mindestens 99,5 Prozent der Fläche mit mindestens 50 Mbit/s ab 2030.

Wie ein neuer Sendemasten künftig zusätzlich vermarktet werde – in Edling war vom autonomen Fahren die Rede und auch von Drohnen-Abwehr – sei offen, hatten die Firmen-Vertreter für den Standort Reischlhilgen erklärt.

Fotos: Renate Drax

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