An die Plätze – fertig – los? Wenn es so einfach wäre

An die Plätze - fertig - los? Wenn es so einfach wäre: Die Tennis-Sportler in Pfaffing wollen dringend ihre in die Jahre gekommene Anlage nahe der Schule sanieren - genauer gesagt, die Sand-Plätze einer Generalsanierung unterziehen. Denn diese sind nun schon 50 Jahre alt - stets ausschließlich in mühevoller Eigenleistung Jahr für Jahr instand gehalten. Die Zeit ist reif und ein finanzieller Kraftakt steht der Vereins-Abteilung bevor.
Von 160.000 Euro war gestern Abend in der Pfaffinger Gemeinderatssitzung die Rede zur favorisierten Variante, wie sie Abteilungsleiter Andreas Neuberger (Foto) anschaulich vorstellte. Alleine ist das für die Tennis-Sportler nicht zu stemmen. Es braucht hier finanzielle Unterstützung. Der BLSV wäre mit 40.000 Euro dabei, der Hauptverein SV Forsting-Pfaffing wolle der Abteilung mit 20.000 Euro helfen. Die Abteilung selbst könne auch etwa ein Viertel der Kosten aufbringen und der Rest müsse dann per Crowdfunding geschafft werden. Plus ein erhoffter Zuschuss durch die Gemeinde: Und um genau den ging es gestern in der Sitzung ...
Die Zahl der Mitglieder in der Pfaffinger Tennis-Abteilung ist um fast ein Drittel in drei Jahren gestiegen - von 103 auf 135 - und der Anteil der Kinder und Jugendlichen von neun Prozent auf stolze 34 Prozent ebenfalls in den vergangenen drei Jahren.
Es wurde somit allen im Sitzungsraum schnell klar, an dem öffentlichen Interesse des Vorhabens gibt es nichts zu zweifeln. Schließlich, so Bürgermeister Josef Niedermeier, wolle man Pfaffing sportlich attraktiv halten. Und Gemeinderat Martin Purainer von den Freien Wählern aus Forsting ergänzte: Er persönlich sei sehr dafür, die Sanierung als Gemeinde finanziell zu fördern.
Vorgestellt hatte Tennis-Chef Neuberger auch noch Variante 2 - ein Neubau von Ganzjahres-Plätzen mit Asphalt-Unterbau, Teppichbelag und Quarzsand für stolze 280.000 Euro, die (wie der Name sagt) so wunderbar ganzjährig bespielt werden könnten und einen extrem niedrigen Pflegeaufwand hätten. Sie würden also das Ehrenamt in der Zukunft stark entlasten. Und der größte Pluspunkt wäre auch noch der: Die Umweltfreundlichkeit. Denn der Wasserverbrauch wäre deutlich reduziert im Vergleich zu Sand-Plätzen. Nur: Klima hin und her - die Kosten-Summe ist utopisch für eine Sport-Abteilung in dieser Größenordnung.
Georg Haneberg von der Vorstandschaft meldete sich aus dem Zuhörer-Raum zu Wort: Es sei geradezu ein Dilemma, die Sand-Plätze bestens für den Liga-Betrieb herzurichten als Platzwart und auf der anderen Seite in so einem trockenen Sommer wie heuer dazu so extrem viel Wasser zu benötigen. Dabei sei doch eigentlich Wasser-Sparen angesagt.
Vielen im Raum schien merkbar gar nicht bewusst gewesen zu sein, wie der Klimawandel Tennisplätze an ihre Grenzen bringt. Es geht dabei nicht nur um verändertes Ball-Sprungverhalten, es geht ganz besonders auch um die Verletzungsgefahr, wenn das kontrollierte Rutschen auf dem sandigen Platz zum Beispiel nicht mehr funktioniert.
Ein Großteil der Spieler in Pfaffing seien überzeugte Sand-Platz-Spieler, hieß es gestern. Deshalb und natürlich auch aus Kostengründen sei die Variante 1 - die Sanierung der Sand-Plätze - klar die favorisierte der Pfaffinger Tennis-Abteilung. Aber trotz der Investition von 160.000 Euro bleiben dann in Zukunft der hohe, ehrenamtliche Pflegeaufwand und leider auch der so hohe Wasserverbrauch bestehen ...
Am Ende wurde ein Zuschuss durch die Gemeinde Pfaffing in Höhe von 25.000 Euro in Aussicht gestellt. Die endgültige Entscheidung und auch die konkrete Höhe eines Zuschusses sei dabei aber der Beratung und Beschlussfassung über den Haushalt 2027 der Gemeinde vorbehalten. Nur Johannes Hohenadler von der Freien Wählergemeinschaft Rettenbach stimmte gegen den Beschluss des Gemeinderates.
Foto: Renate Drax
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