Eng, enger, Bayernliga

Eng, enger, Bayernliga

Eng, enger, Bayernliga. Nach neun absolvierten Spielen trennen den Tabellenführer ERSC Amberg und den Viertplatzierten, den EHC Waldkraiburg, gerade einmal ein einziger Punkt. Dazwischen tummeln sich mit dem EHC Klostersee und dem ESC Kempten zwei weitere Mannschaften mit ebenfalls 19 Zählern. Entsprechend schnell kann sich das Bild an der Tabellenspitze derzeit verändern. Für die Löwen warten am kommenden Wochenende zwei Gelegenheiten, sich weiter in dieser Spitzengruppe festzubeißen oder gar zu überholen. Am morgigen Freitag geht es um 20 Uhr zum EHC Klostersee nach Grafing, am Sonntag empfangen die Waldkraiburger um 17.15 Uhr die Peißenberg Miners in der Raiffeisen-Arena.

Gerade die Partie morgen verspricht einiges. Dass Klostersee nach neun Spielen mit 19 Punkten auf Rang zwei stehen würde, war vor Saisonbeginn nicht unbedingt überall erwartet worden. Doch die Grafinger legten einen starken Saisonstart hin und stehen völlig zurecht dort, wo sie aktuell zu finden sind. Sechs ihrer bisherigen neun Begegnungen konnten sie nach regulärer Spielzeit für sich entscheiden.

Zuletzt zeigte sich allerdings auch, dass der EHC Klostersee verwundbar ist. Gegen Amberg gab es eine Niederlage nach Penaltyschießen, am vergangenen Sonntag mussten sich die Grafinger den Buchloer Pirates vor heimischem Publikum mit 2:4 geschlagen geben. Dazwischen stand allerdings auch ein überzeugender 6:3-Auswärtserfolg bei den Peißenberg Miners. Konstanz auf hohem Niveau ist in dieser engen Liga derzeit also keineswegs selbstverständlich.

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Besondere Aufmerksamkeit dürfte die Waldkraiburger Defensive am Freitag Alexandre Gagnon und Tyler Braccini schenken. Gagnon sammelte in neun Spielen bereits 23 Scorerpunkte und steht damit gemeinsam mit Löwen-Kapitän Nico Vogl bei beeindruckenden 2,56 Punkten pro Partie. Braccini folgt mit zehn Toren und fünf Vorlagen ebenfalls weit oben in der Grafinger Scorerliste.

Ohnehin waren Begegnungen zwischen Waldkraiburg und Klostersee in der Vergangenheit häufig enge Angelegenheiten. Seit 2005 trafen beide Mannschaften 15-mal in Pflichtspielen aufeinander. Acht Siege gingen dabei an die Löwen, sieben an Grafing. Beim Torverhältnis hat Klostersee mit 50:45 knapp die Nase vorne – auch aufgrund eines deutlichen 9:2-Erfolgs aus dem Januar 2019. Neun der bisherigen 15 Begegnungen wurden hingegen mit lediglich einem Treffer Unterschied entschieden.

Dass es auch diesmal eng werden könnte, wäre angesichts der aktuellen Form beider Mannschaften keine große Überraschung. Auf Waldkraiburger Seite ist Nico Vogl mit 13 Punkten der erfolgreichste Scorer gegen Klostersee, auf Grafinger Seite führt Philipp Quinlan diese Wertung mit 17 Zählern an.

Am Sonntag wartet mit den Peißenberg Miners anschließend ein Gegner, bei dem Tabellenplatz elf nicht darüber hinwegtäuschen sollte, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Vor der Saison wurden die Miners erneut von vielen Beobachtern zum Kreis der Mannschaften gezählt, die weit oben mitspielen könnten. Nach neun Partien stehen bislang zwölf Punkte zu Buche – weniger, als man sich in Peißenberg wohl erhofft hatte.

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Dabei waren viele Partien enger, als es die aktuelle Platzierung vermuten lässt. Gegen Kempten drehten die Miners beispielsweise einen 0:3-Rückstand im Schlussdrittel noch in einen 5:3-Sieg. Gegen Landsberg erzwang man nach einem zwischenzeitlichen 1:4 noch die Verlängerung und gewann mit 5:4. Zuletzt unterlag Peißenberg beim derzeitigen Tabellenführer Amberg nur knapp mit 5:6.

Offensiv verfügt das Team ohnehin über genügend Qualität. Ilya Zheltakov und Dejan Vogl stehen bei jeweils 19 Scorerpunkten, Weiland Parrish folgt mit 15. Auffällig ist dabei insbesondere Zheltakov, der seine 19 Punkte in lediglich sieben Begegnungen sammelte.

Historisch ist die Verbindung zwischen Waldkraiburg und Peißenberg sogar noch deutlich umfangreicher als jene mit Grafing. Seit 2005 trafen beide Mannschaften 43-mal in Pflichtspielen aufeinander. Mit 22 Siegen für die Löwen und 20 für die Miners ist die Bilanz nahezu ausgeglichen, das Torverhältnis spricht mit 169:154 leicht für Waldkraiburg. Ganze 17 Begegnungen endeten mit nur einem Treffer Unterschied.

Auch auf dem Eis kommt es dabei zu einem kleinen „Vogl-Duell“. Verwandt sind Waldkraiburgs Nico und Peißenbergs Dejan zwar nicht, Punkte sammeln können beide aber reichlich. Nico Vogl führt mit 30 Zählern die Waldkraiburger Scorerliste gegen Peißenberg an, Dejan Vogl steht auf der Gegenseite bei 25 Punkten gegen die Löwen.

Ein weiterer Faktor könnten an diesem Wochenende die Special Teams werden. Waldkraiburg stellt aktuell mit einer Powerplayquote von 31 Prozent eines der besten Überzahlspiele der Liga. Noch stärker präsentiert sich bislang das Unterzahlspiel: Lediglich vier Gegentreffer kassierten die Löwen in 31 Unterzahlsituationen, was einer Quote von gut 87 Prozent entspricht. Peißenberg wiederum verfügt mit 13 Powerplaytreffern über ein gefährliches Überzahlspiel und dürfte sich jede Waldkraiburger Strafzeit gerne zunutze machen.

Für die Löwen selbst gilt es, den Schwung aus dem vergangenen Wochenende mitzunehmen – allerdings ohne sich vom deutlichen 10:1-Erfolg in Landsberg blenden zu lassen. Zwei Tage zuvor hatte man gegen Amberg trotz zahlreicher Chancen lediglich einmal getroffen. Am Lech war von dieser Torblockade dann nichts mehr zu sehen. Ob zehn Treffer tatsächlich den Knoten endgültig gelöst haben, werden die kommenden beiden Spiele zeigen.

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Mit 47 geschossenen Toren stellt Waldkraiburg aktuell eine der gefährlichsten Offensiven der Liga. Gleichzeitig sind 22 Gegentreffer nach neun Spielen der beste Wert aller 16 Mannschaften. Nico Vogl führt die interne Wertung mit 23 Punkten an, dahinter folgen Jakub Šrámek mit 14 sowie Santeri Ovaska und Andris Džeriņš mit jeweils 13 Zählern.

Die Voraussetzungen für ein hochinteressantes Wochenende sind damit geschaffen. Am Freitag wartet ein direktes Duell in der Spitzengruppe – am Sonntag ein Gegner, dessen Tabellenplatz wohl weniger aussagt, als ihm lieb sein dürfte. Wer sich in dieser engen Bayernliga oben festsetzen möchte, darf sich derzeit ohnehin kaum Schwächen erlauben.

AHA

Foto: Yasmin Neumann 

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