Ermittler stoppen Schockanrufer und falsche Polizisten

Im dritten Quartal 2026 registrierte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd erneut zahlreiche betrügerische Anrufe. Von mehreren Personen wurden dabei Bargeld oder Wertgegenstände an die Täter übergeben. In einigen Fällen gelang es der Polizei außerdem, Betrugstaten zu verhindern und Tatverdächtige festzunehmen.
Im Phänomenbereich „Callcenterbetrug“ betreibt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit seinen nachgeordneten Dienststellen seit Jahren einen hohen Aufwand, um präventiv tätig zu werden und diese arglistige Betrugsmasche einzudämmen. Auch in den Monaten Juli bis September meldeten sich wieder zahlreiche Bürger, die durch sogenannte Schockanrufe getäuscht wurden. Dabei wurde zumeist vorgespiegelt, dass nahe Angehörige einen Unfall verursacht hätten und nun eine hohe Geldsumme oder Wertgegenstände als „Kaution“ nach einer Festnahme benötigt würden. Oft gaben sich die betrügerischen Anrufer dabei als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus.
Vor allem ältere Menschen übergaben so zumeist Schmuckgegenstände oder ihr Erspartes in Form von Bargeld an die Betrüger. Auch wenn die Polizei in den meisten Fällen erst im Nachhinein von den Taten erfährt, gelang es in einigen Fällen dennoch, die Täter festzunehmen.
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Am 28. Juli deponierte beispielsweise eine 75-jährige Seniorin aus dem Landkreis Mühldorf nach einem betrügerischen Anruf 75.000 Euro vor ihrer Wohnanschrift. Als sich ein 39-jähriger serbischer Staatsangehöriger wenig später mit einem Taxi an der Anschrift vorfahren ließ, um das Geld abzuholen, konnte er durch Polizeikräfte festgenommen werden.
Außerdem konnte am 24. August ein 20-jähriger tschechischer Staatsangehöriger nach einem Schockanruf in Garmisch-Partenkirchen festgenommen werden. Gegen ihn erging Haftbefehl. Zu einer Geldübergabe war es glücklicherweise noch nicht gekommen.
Unter dem Vorwand eines vermeintlichen Gewinnspiels meldete sich am 2. September ein zunächst vorgeblicher Anwalt, später ein vorgeblicher Staatsanwalt, bei einem 55-jährigen Mann aus dem Landkreis Berchtesgadener Land. Nachdem der betrügerische Anrufer mit dem Geschädigten die Übergabe eines Geldbetrages von 115.000 Euro vereinbart hatte, konnten im Zuge der polizeilichen Ermittlungen zwei deutsche Staatsangehörige im Alter von 23 und 28 als Tatverdächtige ermittelt und festgenommen werden.
In einem Fall vom 15. Juli übergab eine 85-jährige Seniorin in Bernau außerdem 180.000 Euro an einen bislang unbekannten Täter.
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Insgesamt registrierte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd für das dritte Quartal 2026 zehn vollendete Fälle von Schockanrufen, bei denen die Täter Bargeld und Wertgegenstände im Gesamtwert von 351.000 Euro erbeuteten und sechs Tatverdächtige festgenommen werden konnten. Weiter gab es fünf Fälle mit 2 Festnahmen, bei denen falsche Polizeibeamte nach betrügerischen Anrufen von den Opfern rund 65.000 Euro erlangten und eine hohe Anzahl von Anrufversuchen.
Die Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben des Polizeipräsidiums übernahm in all diesen Fällen die Ermittlungen. Da davon auszugehen ist, dass Betrüger auch weiterhin versuchen werden durch betrügerische Anrufe möglichst viel Beute zu machen, warnt die Kriminalpolizei erneut eindringlich und gibt Verhaltenstipps:
- Übergeben Sie niemals Bargeld oder Wertgegenstände an Ihrer Wohnadresse oder im öffentlichen Bereich an Ihnen unbekannte Personen.
- Die Polizei sowie andere Ermittlungsbehörden würden Sie niemals am Telefon zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenstände auffordern.
- Legen Sie sofort auf und kontaktieren Sie den Polizeinotruf „110“.
- Sprechen Sie die Thematik Enkeltrick und Schockanrufe in Ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis an und sensibilisieren Sie Ihre Angehörigen zur Vorsicht in höchstem Maße.
Wasserburger Stimme - Die Online-Zeitung nur für die Stadt und den Altlandkreis Wasserburg — https://www.wasserburger-stimme.de/2026/10/08/ermittler-stoppen-schockanrufer-und-falsche-polizisten/
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