Das Ehrenamt als roter Faden durchs Leben

Das Ehrenamt als roter Faden durchs Leben

Stadträtin, Kirchenpflegerin, Vereinsvorsitzende und über 60 Jahre aktive Sängerin in verschiedenen Chören: Ehrenamtliches Engagement zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Marlene Liegl, die am Dienstag, 6. Oktober, ihren 85. Geburtstag feiert.

Von Norbert Kotter

Die Jubilarin wurde 1941 in Lomitschka im Sudetenland geboren und kam nach der Vertreibung im April 1945 nach Bayern. Nach dem Besuch der Volksschule in Irschenberg, der Mädchenmittelschule der Salesianerinnen in Dietramszell und der Frauenfachschule der Armen Schulschwestern in Erding begann sie 1962 ihre berufliche Laufbahn bei der Barmer Ersatzkasse in Rosenheim. Von September 1966 bis zum Renteneintritt Ende 2002 war sie beim Caritasverband München angestellt – bis 1995 in der Verwaltung des Caritas-Zentrums in Bad Aibling, ab Juli 1995 im Caritas-Altenheim in Kolbermoor.

Aus der Ehe mit ihrem Mann Jakob, den sie 1964 heiratete und der 2013 starb, gingen zwei Kinder hervor. Die beiden Enkel und drei Urenkel, die mittlerweile zur Familie gehören, sind ihr sehr ans Herz gewachsen.

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Eine Besonderheit prägt das ehrenamtliche Engagement von Marlene Liegl. 1972 zog sie für die CSU in den Bad Aiblinger Stadtrat ein und gehörte damals zusammen mit Maria Breuer (SPD) zu den ersten beiden Frauen in diesem Gremium. Liegl fungierte bis 1990 unter anderem als Sozial- und Jugendreferentin. „Wir hatten ein gutes Verhältnis untereinander, das von sachlicher Zusammenarbeit geprägt war“, sagt sie rückblickend. Besonders stolz ist sie darauf, dass von ihr 1987 der Anstoß zum Bad Aiblinger Ferienprogramm kam und sie sich auch erfolgreich für den Bau eines Gehwegs entlang der Krankenhausstraße stark machen konnte.

Auch kirchliches Engagement nimmt einen breiten Raum im Leben des Geburtstagskindes ein. Liegl gehörte unter anderem vier Jahre dem Pfarrgemeinderat und zwölf Jahre der Kirchenverwaltung von Mariä Himmelfahrt an – davon mehr als acht Jahre als verantwortliche Kirchenpflegerin. 46 Jahre prägte sie die Arbeit des Seniorenkreises der Pfarrgemeinde, 40 Jahre lang war sie für die Öffentlichkeitsarbeit der örtlichen Kolpingsfamilie zuständig.

Als Mitglied des katholischen Frauenbundes trieb sie den Aufbau der Familienpflegestation in Bad Aibling voran und übernahm später deren Leitung. 46 Jahre war sie zudem im Seniorenkreis der Pfarrgemeinde aktiv. Sehr geschätzt war ihr Mitwirken beim Jugendchor Willing, dem Kirchenchor in Willing und später dem Kirchenchor in Mariä Himmelfahrt sowie beim Joseph-Haas-Chor, dessen Vorstandschaft sie 16 Jahre lang angehörte. Sechs Jahre davon fungierte sie als Vorsitzende.

Zahlreiche Ehrungen, die Marlene Liegl im Lauf der Jahrzehnte erhielt, zeugen heute von ihrer langjährigen Arbeit in den verschiedenen Ehrenämtern. Für ihr außergewöhnliches Engagement verlieh ihr die Stadt Bad Aibling die Ehrenbrosche. „Ich habe meine Ehrenämter immer gerne ausgeübt“, sagt Liegl. Das galt auch für eine Tätigkeit, die ebenfalls ein wichtiger Bestandteil ihres langen Lebens war. Über 50 Jahre war sie als freie Mitarbeiterin der Heimatzeitung aktiv und belieferte sie während dieser Zeit mit unzähligen Berichten, die vorwiegend das kirchliche Leben in Bad Aibling widerspiegelten.

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„Nach dem Rosenmontagsball der Kolpingfamilie sind wir in den frühen Morgenstunden nach Hause gekommen. Dann habe ich mich am Faschingsdienstag gleich um 8 Uhr in der Früh an die Schreibmaschine gesetzt, damit ich meinen Bericht und die Fotos rechtzeitig abgeben konnte, damit der Beitrag noch am Mittwoch erscheint“, erinnert sich Liegl noch heute auch an manch physische Herausforderung, die mit dieser Tätigkeit verbunden war.

Was persönliche Wünsche betrifft, steht bei Marlene Liegl die Gesundheit an vorderster Stelle. Wie wichtig sie ist, weiß sie nicht erst seit der Zeit, als sie selbst angeschlagen war und ihren zunehmend hilfsbedürftigen Mann bis zu seinem Tod liebevoll umsorgte. „Der Herrgott wird es schon richten“, sagt sie mit Blick in die Zukunft voller Gottvertrauen.

Was die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen betrifft, da spitzt bei Marlene Liegl neben ihrer ausgeprägten sozialen Ader dann auch im reiferen Alter noch recht deutlich das Gen durch, das sie bereits in relativ jungen Jahren in die Kommunalpolitik führte. „Ich hoffe, dass unsere Demokratie Bestand hat und auch die Solidarität für die Schwächeren in der Gesellschaft ihren Stellenwert behält. Wir müssen da sein für Menschen, die Hilfe brauchen“, sagt sie.

Foto (Norbert Kotter): Marlene Liegl ist noch heute stolz darauf, dass ihr politisches Engagement für einen Gehweg in der Krankenhausstraße in Bad Aibling von Erfolg gekrönt war.

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