Ortsgeschichte für jedermann

Ortsgeschichte für jedermann

Nun hat auch Babensham Orts-, Informations- und Hoftafeln. Im Gasthaus Brunnlechner wurden sie vorgestellt und werden in den kommenden Tagen von den jeweiligen Hofeigentümern oder vom Babenshamer Bauhof an den jeweiligen Stellen montiert. Babensham leistet damit zwei Jahre nach seiner 1100-Jahr-Feier einen wichtigen Beitrag zu seiner Ortsgeschichte.

Die Gemeinde Babensham hatte eingeladen zur Präsentation „Ortsgeschichte Babensham“ und über 150 Bürger wollten dabei sein und miterleben, wie Babensham seine Geschichte aufarbeitet. Vor zwei Jahren feierte Babensham einen großen Geburtstag, seit 1100 Jahren existiert diese Gemeinde. Und im Rahmen der Feierlichkeiten entstand der Wunsch, auch in Babensham Ortstafeln, wie sie in Obing, Altenmarkt, Bad Endorf, Höslwang, Seeon, Pittenhart und einigen anderen Gemeinden in der Nähe schon bestünden, aufzustellen.

Bürgermeister Martin Kubiczek zeigte sich bei der Begrüßung im Festsaal des Gasthofs Brunnlechner auch hocherfreut, dass dieses Projekt nunmehr erfolgreich habe abgeschlossen werden können. Über 170 Info- und Hoftafeln seien in den letzten zwei Jahren entstanden. Die Hoftafeln erzählten von den Höfen, hier würden Geschichten von Generationen erzählt. Die Idee sei schon 2022 geboren worden, als man in Babensham anfing, die 1100-Jahr-Feier der Gemeinde vorzubereiten. 2024, bei der Vorstellung des Babenshamer Heimatbuches (wir berichteten), sei dann dieses Projekt der Ortstafeln in Angriff genommen worden.

Für ein solches Projekt, so Kubiczek, „entsteht nicht von allein“. Es sei gelungen, mit Hans Wernberger einen fachkundigen Historiker zu gewinnen, der sich um die Aufarbeitung der Babenshamer Ortsgeschichte intensiv gekümmert habe. Wernberger ist Zweiter Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde und hat die intensiven Recherchen fachkundig begleitet.

Damit eine Idee wie das Hof- und Ortstafelprojekt erfolgreich umgesetzt werden könne, bedarf es einer intensiven Recherche. Und hier wurde im 

Staatsarchiv in München, im Kataster Bayern, auch im Archiv des Bistums München/Freising, in Kirchenarchiven, alten Zeitungen, Militärstammrollen, Briefprotokollen, aber auch in Online-Portalen wie Bavarikon recherchiert und schließlich habe auch der Bayerische Landesverein für Familienkunde vielerlei wertvolle Informationen geliefert.

Kubiczek brgüßte auch Wast (Sebstian) Hintermayr, der die Ortschronik von Babensham konzipiert und mitentwickelt habe.

Ein solches Projekt bedürfe aber auch der finanziellen Unterstützung, betonte Bürgermeister Kubiczek und dankt hierfür dem anwesenden Sepp Reithmeier sehr herzlich. Reithmeier war zwölf Jahre Bürgermeister von Pittenhart und 1. Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe Chiemgauer Seenplatte (LEADER-Aktionsgruppe). 

Diese Institution unterstützt Projekte im regionalen Bereich. Als anerkannte Lokale Aktionsgruppe (LAG) setzt sie das EU-Förderprogramm LEADER um, um die Region zwischen Chiemsee und Inn zukunftsfähig zu machen und zu stärken. Und hier war man schnell bereit, die Babenshamer Idee mit fünfzig Prozent der Kosten zu unterstützen. Und so konnten die 30.000 Euro die das Projekt kostete, finanziert werden.

Auch das Rosenheimer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten war an diesem Abend durch seine Vorsitzende Anna Bruckmeier vertreten. Sie zeigte sich tief beeindruckt durch die zahlreichen Hoftafeln und die vielen informativen Ortstafeln, die an diesem Abend vorgestellt wurden. Sie gratulierte allen Babenshamern, dass dieses Projekt umgesetzt werden konnte. Man lerne dadurch, seine Heimat wertzuschätzen und zu erkennen, „wie wertvoll unsere Heimat ist“.

Zum Abschluss der Präsentation ergriff nochmals Bürgermeister Kubiczek das Wort und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben. Da Babensham im Rahmen der Gemeindegebietsreform aus sechs Gemeinden entstanden sei, musste man auch sechs Katastern die Informationen zusammentragen und auswerten. Nun werde man auch Archivräume in Babensham schaffen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. „Wer weiß, woher er kommt, versteht auch besser, was er ausmacht“, rief Kubiczek den Anwesenden entgegen.

Und zum Schluss der Präsentation bedankte sich die Gemeinde bei denen, die zum Gelingen aktiv beigetragen haben, mit Blumen und anderen Präsenten. Kubiczek bedankte sich auch bei den Hofeigentümern, denn an ihnen liege es nun, die Hoftafeln so anzubringen, dass ein Blickfang für die Öffentlichkeit entstehen könne. Bei den Mitarbeitern des Bauhofs bedankte er sich für die stete hilfsbereite Begleitung des Projekts und die Tatsache, dass die Ortstafeln durch den Bauhof öffentlichkeitswirksam aufgestellt werden können.



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