Projekt gegen das Froschsterben

Projekt gegen das Froschsterben

Im Landkreis Mühldorf sind im vergangenen Jahr zwölf Tümpel neu angelegt oder wiederhergestellt worden. Die Maßnahmen sollen insbesondere Amphibien neue Laichgewässer bieten und zugleich Lebensräume für zahlreiche weitere Tierarten schaffen. Bereits im Frühjahr 2026 zeigte sich ein erster Erfolg: In fünf von zehn besichtigten Tümpeln wurden Laichballen des Grasfroschs festgestellt.

Das Projekt wurde 2025 von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Mühldorf initiiert. Ein Schwerpunkt lag zunächst im Gemeindegebiet von Neumarkt-Sankt Veit. Weitere Maßnahmen wurden in Schönberg, Oberbergkirchen, Lohkirchen, Polling und Waldkraiburg umgesetzt. Unterstützt wurde das Vorhaben durch Flächeneigentümer, Landwirte und Kommunen. Neben der Gemeinde Oberbergkirchen und der Stadt Neumarkt-St. Veit stellte auch der Landkreis ein eigenes Grundstück zur Verfügung.

Finanziert wurden die Maßnahmen aus sogenannten Ersatzgeldleistungen. Diese sind gesetzlich vorgesehen, wenn Eingriffe in Natur und Landschaft – etwa durch bestimmte Bauvorhaben wie Funkmasten, Stromleitungen oder Windenergieanlagen – nicht vollständig vermieden werden können und eine Realkompensation durch Ausgleichsmaßnahmen nicht möglich ist. Die vom Bayerischen Naturschutzfonds verwalteten Mittel sind zweckgebunden und werden von den zuständigen Naturschutzbehörden für Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung und Verbesserung von Natur und Landschaft eingesetzt.

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Mit der Wiederherstellung und Neuanlage der Tümpel verfolgt die Untere Naturschutzbehörde zwei Ziele: Ehemals bekannte Fortpflanzungsgewässer für Amphibien sollen wieder nutzbar gemacht und zugleich neue Trittsteinbiotope in der Landschaft geschaffen werden.

Viele der wiederhergestellten Gewässer hatten ihre Funktion als Laichgewässer im Laufe der Zeit verloren. Gründe dafür waren unter anderem zunehmender Schilfwuchs, Laubeintrag und natürliche Verlandungsprozesse. Durch die gezielte Wiederherstellung sollen die Gewässer wieder geeignete Bedingungen für Amphibien bieten.

Von den neuen Wasserstellen profitieren darüber hinaus zahlreiche weitere Arten. Libellen und andere Wasserinsekten finden dort geeignete Lebensräume. Während Hitze- und Trockenperioden können die Tümpel zudem Säugetieren als Tränke dienen und Vögeln zum Baden zur Verfügung stehen.

Ein besonderer Fokus des Projekts liegt auf dem Grasfrosch. Die früher weit verbreitete Amphibienart ist zahlenmäßig in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Zu den Ursachen zählen Veränderungen in der Landnutzung und Landschaft, darunter das Verfüllen feuchter Senken, Entwässerungs- und Drainagemaßnahmen, die Zerschneidung von Lebensräumen und zunehmender Straßenverkehr. Auch die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung und die damit verbundene Eutrophierung, klimatische Veränderungen sowie künstlicher Fischbesatz in Gewässern wirken sich negativ auf die Bestände aus. Wie deutlich der Rückgang ist, zeigen Untersuchungen aus dem Jahr 2020. An 20 Laichgewässern im Landkreis Mühldorf wurde festgestellt, dass bei 90 Prozent der untersuchten Bestände im Vergleich zu früheren Kartierungen ein Rückgang oder sogar ein vollständiges Erlöschen zu verzeichnen war. Grundlage hierfür ist ein Bericht der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, der 2021 in der Fachzeitschrift Anliegen Natur (43(1)) veröffentlicht wurde.

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Die neu geschaffenen Gewässer kommen auch anderen Tiergruppen zugute. So wurde ein weiterer Tümpel, der über einen Seitenarm an die Rott angebunden ist, bereits rege als Kinderstube von heimischen Fischarten genutzt.

Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgte durch einen lokalen Baggerbetrieb aus dem Landkreis. Das erfolgreiche Projekt soll bereits in diesem Jahr sowie in den kommenden Jahren auf weitere Teile des Landkreises ausgeweitet werden.

Bild: Landratsamt Mühldorf

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