Photovoltaik auf dem Rathausdach

Auf dem historischen Rathaus in Wasserburg wurde letzte Woche eine Photovoltaikanlage installiert. Das Projekt zeigt, dass nachhaltige Energiegewinnung auch an besonders sensiblen historischen Gebäuden möglich ist – mit sorgfältiger Planung und in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz.
Besonders ist das Projekt mit Blick auf die Lage der Photovoltaikanlage: Große Teile des Rathausdaches können aufgrund ihrer historischen Bedeutung und besonderen städtebaulichen Signifikanz nicht ohne weiteres mit PV-Anlagen versehen werden.
Damit das besondere Flair der Wasserburger Altstadt bewahrt bleibt, wurde 2023 die Wasserburger Gestaltungssatzung vollständig neu überarbeitet. Hierbei wurde auch bereits an erneuerbare Energien gedacht: Unter dem Punkt „Solaranlagen auf / an Dächern“ wurde ein Rahmenplan erstellt und die Altstadt in vier Kategorien aufgeteilt. In diesen Kategorien wird definiert unter welchen Anforderungen Photovoltaikanlagen verbaut werden dürfen.
Große Teile des Rathausdaches fallen demnach in die sensibelste Kategorie. Um trotzdem die Photovoltaikanlage umzusetzen, wird nun die Dachfläche auf der Nordseite genutzt, die kaum einsehbar ist. Im Rahmen eines denkmalschutzrechtlichen Erlaubnisverfahrens wurde die Umsetzung gemeinsam mit den zuständigen Denkmalschutzbehörden abgestimmt und ermöglicht.
Auf dem Metalldach auf der Nordseite des Rathauses wurden insgesamt 95 Photovoltaikmodule mit einer Gesamtleistung von rund 50 kWp installiert. Die Module sind satzungskonform dachparallel in sieben Bereichen angeordnet und passen sich dem vorhandenen Dachgefälle an.
Geplant und umgesetzt wurde die Anlage durch den städtischen Hochbau unter der Projektleitung von Christopher Müller gemeinsam mit dem Planbüro F aus Rechtmehring und dem Fachplaner Niklas Fischer. Aufgrund des hohen Stromverbrauchs des Rathauses kann ein großer Teil des erzeugten Stroms direkt vor Ort genutzt werden. Die Anlage ist auf einen hohen Eigenverbrauch ausgelegt, wodurch die Anlage trotz der nördlichen Dachflächen auch ohne Batteriespeicher wirtschaftlich ist.
Positives Beispiel für die Altstadt
Die Installation auf einem bedeutenden historischen Gebäude ist damit ein besonderes Projekt für den Photovoltaikausbau in Wasserburg. Der Aufwand für Planung, Gestaltung und Abstimmung zeigt zugleich: Der Schutz des historischen Stadtbildes und der Ausbau erneuerbarer Energien können miteinander verbunden werden. Das Rathaus kann damit auch als Beispiel und Anregung für Gebäudeeigentümer in der Altstadt dienen, um eigene Photovoltaik-Projekte umzusetzen.
Weitere Informationen zur Gestaltungssatzung und zu den Regelungen für Solaranlagen: www.schoenes-wasserburg.de.
Die Gestaltungssatzung teilt die Dachflächen der historischen Altstadt in vier Kategorien mit unterschiedlichen Anforderungen für Solaranlagen ein.

In Kategorie 1 fallen historische Dachdeckungen sowie Gebäude mit besonderer städtebaulicher Bedeutung – hier sind Solaranlagen nicht zulässig. In Kategorie 2 fallen laut Gestaltungssatzung Ensembleprägende einsehbare Dachflächen von Straßen, Plätzen oder Aussichtspunkten. Ebenso in der Kategorie 3, allerdings ohne ensembleprägende Wirkung. Die Kategorie 4 bestimmt nicht oder nur gering einsehbarer Dachflächen.
In Kategorie 2–4 gelten unterschiedlich strenge Anforderungen.
Bilder: Stadt Wasserburg



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Ja…einfach überall erlauben. Denkmalschutz bringt nichts wen in 100 Jahren keiner mehr da ist um alte Bauten zu bewundern. Mal nachdenken geehrte Denkmalschützer
Dann ist ja gut, jetzt ist das Weltklima gerettet.
Ich verstehe nicht warum man bei diesem Thema so sarkastisch sein muss. Es ist doch gut, wenn die Stadtpolitik mit gutem Beispiel voran gehrt.
Aber für den deutschen Normalbürger gilt: Veränderungen sind klasse, solange alles beim alten bleibt.
Es geht nicht ums Weltklima, sondern darum, dass große Veränderungen im kleinen anfangen müssen. Wir alle können und müssen dazu beitragen und nicht ständig nur danach schreien, dass die Politik sich kümmern muss. Und sobald sich die Politik kümmert, ist es auch wieder nicht recht.
Sehr gut zusammengefasst! Schön zu lesen, dass es in diesen Zeiten auch noch rational denkende Mitmenschen gibt.