Gesundheitsamt informiert über mögliche gesundheitliche Folgen

Am vergangenen Wochenende kam es am Simssee nahe der Badestelle Pietzing zum Auftreten von Blaualgen (Cyanobakterien). Das Gesundheitsamt informiert über mögliche gesundheitliche Folgen und gibt Empfehlungen zum Verhalten für Badende.

Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Gesundheitsamts Rosenheim: „Die Wasserwacht Rosenheim informierte das Staatliche Gesundheitsamt über einen Algenteppich am Simssee außerhalb des Badebereichs in Pietzing. Bei einer Ortsbesichtigung durch das Gesundheitsamt wurde visuell eine sogenannte „Blaualgenblüte“ bestätigt. Aufgrund der Entfernung zur Badestelle bestand durch diese jedoch keine gesundheitliche Gefährdung für die Badenden. Da bei hohen Temperaturen Blaualgen bei jedem natürlichen Gewässer auftreten können, haben wir dies zum Anlass genommen, weitere Maßnahmen zur Aufklärung der Öffentlichkeit umzusetzen.“

Blaualgenblüten sind sehr dynamisch. Sie können innerhalb kurzer Zeit entstehen, sich durch Wind und Wellen an andere Uferabschnitte verlagern oder ebenso schnell wieder abklingen. Daher ist ein prüfender Blick auf das Wasser vor dem Baden wichtig. Das Gesundheitsamt appelliert an Badegäste, die Hinweise zu beachten und beim Auftreten von Algenteppichen auf das Baden zu verzichten.

So erkennt man Blaualgen:

  • Das Wasser ist grünlich, bläulich oder rötlich trüb
  • Es schwimmt eine schlierige Schicht auf der Wasseroberfläche
  • In knietiefem Wasser sind die Füße nicht mehr zu sehen

Cyanobakterien sind keine Algen im eigentlichen Sinne, sondern Bakterien, die unter bestimmten Bedingungen – insbesondere bei warmen Wassertemperaturen und einem hohen Nährstoffangebot – stark wachsen können. Ein charakteristisches Merkmal sind oft grünliche, bläuliche oder schaumig-schlierige Verfärbungen an der Wasseroberfläche.

Einige, aber nicht alle, Blaualgen produzieren Gifte, sogenannte Cyanotoxine, die gesundheitliche Risiken bergen können. Während nur wenige Menschen empfindlich reagieren und Haut- oder Schleimhautreizungen entwickeln, ist das Verschlucken oder Einatmen des Wassers, etwa beim Wassersport, gefährlich. Besonders Kinder sind gefährdet, wenn sie in flachem Wasser mit den Algenmassen spielen. Auch für Tiere besteht ein Risiko: Hunde können krank werden, wenn sie das Wasser trinken oder sich nach dem Baden das Fell lecken. Zudem führt die durch die Algen verursachte Trübung des Wassers dazu, dass Personen im Notfall für Rettungskräfte schwerer zu finden sind.

Hierl stellt klar: „Das Gesundheitsamt Rosenheim kontrolliert die EU-Badeseen in Stadt und Landkreis Rosenheim über die gesamte Badesaison von Mai bis September regelmäßig nach der Bayerischen Badegewässerverordnung und führt zusätzlich anlassbezogene Kontrollen durch. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bescheinigt die Wasserqualität der kontrollierten Badestellen regelmäßig als ausgezeichnet. Wir wünschen weiterhin eine schöne und sichere Zeit an den EU-Badeseen der Region.“

Schaufenster